Nach dem Kaiserschnitt: Wie geht es weiter?

Die Rückbildung dauert nach einem Kaiserschnitt länger als bei der vaginalen Geburt. Die Schnittentbindung ist eine größere Operation, deren Auswirkungen auf den Körper nicht unterschätzt werden sollten. Frauen, die auf diesem Weg entbunden haben, sollten sich ausreichend schonen.

Arzt berät Mutter zu weiterem Vorgehen, Schmerzen und dem Klinikaufenthalt nach dem Kaiserschnitt

Das Wochenbett beginnt mit der Geburt der Plazenta – bei einer Schnittentbindung also bereits im Operationssaal. Die Stunden nach dem Kaiserschnitt (Sectio) verbringen die jungen Mütter jedoch nicht in einem Aufwachraum, wie nach anderen Operationen, sondern im Kreißsaal.

Im Vordergrund stehen das Kennenlernen des Kindes, die sogenannte Bonding-Phase, und das erste Stillen. Die Hebammen stehen den Eltern dabei zur Seite.

Der Klinikaufenthalt nach dem Kaiserschnitt

Bereits nach sechs bis acht Stunden werden die Frauen aufgefordert, aufzustehen und sich zu bewegen. Um die Naht zu schützen, wird meist nur ein Pflaster verwendet, das bei guter Heilung bereits nach einigen Tagen abgezogen werden kann. Fäden oder Klammern entfernt man etwa am fünften Tag nach der Sectio.

Im Allgemeinen benötigen Frauen nach einem Kaiserschnitt eine intensivere und längere Betreuung in der Geburtsklinik: Frauen, deren Kinder natürlich geboren wurden, verbleiben etwa drei Tage im Krankenhaus.

Der Klinikaufenthalt nach einem Kaiserschnitt kann selbst ohne Komplikationen laut Richtlinien eine Woche betragen und liegt meist zwischen fünf und sieben Tagen. In dieser Zeit werden Blutdruck, Blutungen, Puls, Zustand der Gebärmutter und Ausscheidungen ärztlich überwacht.

Je nach individuellem Verlauf und Wohlbefinden erhalten die jungen Mütter Medikamente wie Antibiotika oder Schmerzmittel.

Wissenswert: Auch nach einem Kaiserschnitt haben Frauen Wochenfluss. Diese Blutung, die durch das Ablösen der Plazenta entsteht, ist häufig jedoch weniger stark und klingt schneller ab. Nach einer natürlichen Geburt kann der Wochenfluss deutlich länger und intensiver auftreten. Das ist von Frau zu Frau leicht unterschiedlich.

Schmerzen nach dem Kaiserschnitt

Der Ablauf eines Kaiserschnitts folgt heute meist mit der sanften Misgav-Ladach-Methode. Dabei wird möglichst wenig Gewebe geschnitten, sondern vom Arzt behutsam gerissen und gedehnt.

Die Wundheilung verläuft dadurch im Durchschnitt schneller und besser. Dennoch handelt es sich um eine größere Operation, die nicht zu unterschätzen ist.

Die Auswirkungen eines Kaiserschnitts fallen sehr individuell aus. Manche Frauen fühlen sich schnell wieder fit und spüren nur wenig Wundschmerz. Andere Frauen haben starke Schmerzen und sind über Tage kaum in der Lage aufzustehen oder sich überhaupt zu bewegen.

Letzteres erschwert die Babypflege. Die Mütter können ihre Babys kaum tragen oder wickeln. Besonders schwierig wird es, wenn ältere Geschwisterkinder im Kleinkindalter nicht mehr ausreichend betreut und versorgt werden können.

Schonung ist das oberste Gebot

Viele Frauen werden aufgrund der hohen Auslastung der Krankenhäuser bei einem komplikationslosen Verlauf bereits am dritten oder vierten Tag nach dem Kaiserschnitt nach Hause entlassen. Das führt mitunter dazu, dass sich die Frauen nicht ausreichend schonen, weil sie sich zu schnell mit Alltagsaufgaben und der Babypflege überlasten. Wundheilstörungen und Entzündungen können die Folge sein.

Frauen, die per Sectio entbunden haben, sollten vier bis sechs Wochen auf körperliche Anstrengung verzichten.

Dabei muss vor allem die Bauchmuskulatur geschont werden. Zwar ist das Risiko, dass sich die Naht öffnet, nur sehr gering, es können jedoch sogenannte Mikrofissuren auftreten.

Diese winzigen, inneren Verletzungen können zu schmerzhaften Verwachsungen an der Gebärmutter führen.

Rückbildung und Sport nach dem Kaiserschnitt

Ebenso wie bei Frauen, die vaginal entbunden haben, muss auch nach einem Kaiserschnitt zunächst der Beckenboden wieder aufgebaut werden. Diese Muskelgruppe rund um Anus und Vagina wird während der Schwangerschaft stark beansprucht. Allerdings sollten Mütter, die per Sectio entbunden haben, damit etwas später beginnen.

Empfohlen wird ein Rückbildungskurs erst ab der achten bis zwölften Woche nach der Geburt. Manche Übungen können selbst dann noch schmerzhaft sein. Es ist daher enorm wichtig, das Training exakt nach Anweisung der Kursleiterin auszuführen.

Treten bei der Rückbildung Schmerzen auf, ist es meist besser, abzubrechen. Der Körper sollte keineswegs überfordert werden.
Generell sollte das Sportprogramm langsam und schonend wieder aufgenommen werden. Ein leichtes Ausdauertraining ist nach einem Kaiserschnitt förderlich.

Dafür sind Schwimmen und zügige Spaziergänge – wie bereits in der Schwangerschaft – gut geeignet. Auf Sportarten, bei denen der Beckenboden belastet wird, sollte man eher verzichten. Dazu gehört jeder Sport, der ruckartige Bewegungen, Springen oder Heben erfordert.

Auf Geschlechtsverkehr, Wannenbäder und den Besuch im Schwimmbad sollten Frauen nach einem Kaiserschnitt sechs Wochen verzichten, um Infektionen zu vermeiden.

 



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http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_1367_schwere-zeiten-wochenbett-nach-dem-kaiserschnitt.html