Der Kaiserschnitt

Früher kam der Kaiserschnitt nur in lebensbedrohlichen Situationen zum Einsatz. Heute erblickt in Deutschland jedes dritte Baby durch diese Operation das Licht der Welt. Die Gründe für einen Kaiserschnitt sind verschieden.

Ärzte bei der Durchführung eines Kaiserschnitts

Bei einem Kaiserschnitt (medizinisch Sectio) öffnet ein Arzt den Bauch der Mutter durch einen Schnitt und hebt das Kind aus der Gebärmutter heraus. Es ist zwar vorstellbar, dass einfache Schnittentbindungen bereits vor einigen Tausend Jahren praktiziert wurden.

Dass der römische Kaiser Julius Cäsar auf diese Art geboren und damit zum Namensgeber wurde, ist jedoch eher eine Legende.

Gründe für einen Kaiserschnitt

Manche Frauen entscheiden sich ohne eine medizinische Indikation für einen sogenannten Wunschkaiserschnitt. Gründe sind häufig Angst vor den Geburtsschmerzen oder das Bedürfnis, die Geburt des Kindes zu planen.

Treten während der Schwangerschaft Komplikationen auf, raten Ärzte unter bestimmten Bedingungen zu einer Entbindung per Kaiserschnitt. Insbesondere dann, wenn eine Spontangeburt für Mutter und/oder Kind gefährlich werden kann, ist die Operation ein rettender Ausweg. Zu diesen Fällen gehören:

  • falsche Lage des Kindes: Das Baby liegt horizontal (Querlage) oder mit dem Po nach unten (Beckenendlage) im Bauch der Mutter.
  • Placenta praevia: Die Plazenta liegt vor dem Muttermund und versperrt den Geburtsweg.
  • Nabelschnurvorfall: Nach einem Blasensprung liegt die Nabelschnur vor dem Kind im Geburtskanal. Bei der Geburt kann sie abgeklemmt werden und das Kind einen Sauerstoffmangel erleiden.
  • zu großer Kopf: Der Kopf passt nicht durch das Becken der Mutter.
  • Uterusruptur: Während der Geburt kann durch einen sogenannten Wehensturm die Gebärmutterwand reißen. Ein Notkaiserschnitt wird notwendig.
  • Plazentaablösung: Die Plazenta löst sich von der Gebärmutterwand, das Kind wird nicht mehr ausreichend versorgt.
  • Präeklampsie: Eine noch nicht ganz geklärte Schwangerschaftserkrankung, die sich durch Bluthochdruck und Wassereinlagerungen bemerkbar macht.

Darüber hinaus gibt es Schwangerschaftsverläufe, bei denen ein Kaiserschnitt empfohlen oder zumindest erwogen wird, die jedoch keine zwingenden Gründe für die Sectio darstellen.

Beim Vorliegen einer Risikoschwangerschaft, zum Beispiel, wenn die Mutter noch sehr jung oder schon älter ist, wird oft ein Kaiserschnitt empfohlen, um die Geburtsrisiken zu senken.

Die Beckenendlage: Kaiserschnitt oder Spontangeburt?

Etwa drei Prozent aller Babys kommen in Beckenendlage zur Welt.[i] Das bedeutet, dass nicht der Kopf des Babys im Becken liegt, sondern der Po oder sogar die Füße. Das Kind liegt also genau falsch herum.

Je nachdem, wie das Kind liegt, wie groß es ist und welche körperlichen Voraussetzungen bei der Mutter vorliegen, ist eine vaginale Geburt durchaus möglich. Die Geburten dauern in der Regel jedoch etwas länger. Aufrechte oder hockende Gebärhaltungen sind dabei gut geeignet.

Außerdem sollte man sich eine Geburtsklinik suchen, die Erfahrung mit Geburten in Beckenendlage hat. In vielen Fällen entscheiden sich die werdenden Mütter jedoch für einen Kaiserschnitt, weil die Beckenendlagengeburt mit gewissen Risiken verbunden ist.

So kann die Nabelschnur kurzzeitig abgeklemmt werden, wenn der Unterleib des Kindes bereits geboren ist, die Geburt des Kopfes aber noch aussteht. Das Baby kann in dieser Zeit einen Sauerstoffmangel erleiden.

Frühgeburt als Grund für einen Kaiserschnitt

Bei „Frühchen“ ist es wichtig, dass die Geburt besonders sanft und schonend abläuft. Das Kind wird nach der Geburt voraussichtlich medizinische Unterstützung benötigen. Kündigt sich eine Frühgeburt an, wägen die Ärzte – je nach Entwicklungsgrad des Babys – ab, ob ein Kaiserschnitt die sicherere Geburtsmethode ist.

Interessant: Fünf Prozent der Babys werden vor der 37. Schwangerschaftswoche als Frühgeburt geboren.[i]

Zwillingsgeburt per Kaiserschnitt

Ebenso wie bei der Beckenendlage können auch Zwillinge theoretisch spontan entbunden werden. Wenn das erste Kind geboren ist, folgt das zweite Kind seinem Geschwisterchen meist innerhalb von 20 Minuten.

Allerdings gibt es auch hier Indikatoren, die für einen Kaiserschnitt sprechen. Teilen sich die Babys beispielsweise eine Fruchthöhle, ist ein Kaiserschnitt meist die sichere Geburtsmethode, weil es ansonsten zu einer Unterversorgung der Kinder kommen kann.

Auch Größe und Gewicht der Babys spielen bei der Beurteilung eine Rolle.

Ebenso wie bei der Beckenendlage können auch Zwillinge theoretisch spontan entbunden werden. Wenn das erste Kind geboren ist, folgt das zweite Kind seinem Geschwisterchen meist innerhalb von 20 Minuten. Allerdings gibt es auch hier Indikatoren, die für einen Kaiserschnitt sprechen.

Teilen sich die Babys beispielsweise eine Fruchthöhle, ist ein Kaiserschnitt meist die sichere Geburtsmethode, weil es ansonsten zu einer Unterversorgung der Kinder kommen kann. Auch Größe und Gewicht der Babys spielen bei der Beurteilung eine Rolle.

 



[i] Prof. Dr. Med. Franz Kainer, Annette Nolden: Der große Schwangerschaftsratgeber. 2009.