Eine Schwangerschaft betrifft beide Elternteile gleichermaßen. Die neue Situation ist für Frauen und Männer trotzdem unterschiedlich.

Während Frauen schon früh körperliche Veränderungen spüren, bleibt für viele werdende Väter in den ersten Monaten alles beim Alten. Ihnen ist die besondere Bedeutung dieser Zeit meist nicht sehr präsent, während bei den Frauen vielleicht schon viele Gedanken um das Baby kreisen. Kommen Beschwerden wie Morgenübelkeit und Müdigkeit hinzu, macht sich in den ersten Monaten schnell die Unlust breit.

Sex in der Schwangerschaft ist ungefährlich


Die Unlust zu Beginn der Schwangerschaft ist kein Grund für die Väter, das Baby als Konkurrenz zu betrachten oder sich zurückgesetzt zu fühlen. Ein tröstlicher Gedanke: Viele schwangere Frauen empfinden bereits im zweiten Schwangerschaftsdrittel besonders viel Lust.

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In dieser Zeit sind die Schwangerschaftsbeschwerden meist abgeklungen und die Vagina wird stärker durchblutet. Nun steht auch bei den werdenden Müttern wieder der Sinn nach Sex. Solange keine Komplikationen vorliegen, gilt: Erlaubt ist, was Spaß macht.

Tonangebend sollte in dieser Zeit die Frau sein. Solange sie sich gut und wohl fühlt, geht es dem Baby auch gut. Der Nachwuchs lässt sich gemütlich im Fruchtwasser hin- und herschaukeln, während die Eltern ihre Zweisamkeit genießen. Ein Orgasmus führt zwar zu Kontraktionen in der Gebärmutter, diese sind aber völlig unbedenklich und können eher noch als positives Training gewertet werden.

Optimale Stellungen für Sex in der Schwangerschaft


Schwierig sind lediglich Stellungen, bei denen die Frau auf dem Bauch liegt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel ist die Rückenlage beim Sex ebenfalls nicht mehr empfehlenswert, weil Baby und Gebärmutter auf die wichtige Hohlvene (Vena Cava) drücken können. Die Blutversorgung zum Herz wird dadurch beeinträchtigt. Die Folge sind Atemnot und Kreislaufprobleme. Ein Wechsel in die Seitenlage normalisiert diesen Zustand meist von alleine.

Ideal sind Stellungen, bei denen der Partner nicht auf den Bauch drückt, beispielsweise die Reiterposition oder die Löffelchenstellung. Auch in einer stehenden Haltung können schwangere Frauen Sex haben.

Wenn nach dem Sex Blutungen auftreten, muss das nichts Schlimmes bedeuten.1 Der Muttermund ist in der Schwangerschaft besonders empfindlich, sodass es zu Kontaktblutungen kommen kann. Beim erstmaligen Auftreten sollten diese Blutungen jedoch abgeklärt werden, wenn es nicht anders geht, auch nachts im Krankenhaus.

Sexuelle Unlust in der Schwangerschaft


Mit vielen Kissen finden Sie selbst im letzten Schwangerschaftsdrittel, wenn der Bauchumfang schon deutlich gewachsen ist, noch einige bequeme Lagen. Trotzdem fühlen sich Frauen im Laufe der Schwangerschaft manchmal nicht mehr wohl in ihrer Haut. Sie finden sich durch die ungewohnten Körperrundungen und die zunehmende Unbeweglichkeit unattraktiv. Dabei nehmen viele Männer ihre Partnerinnen in der Schwangerschaft als besonders weiblich und anziehend wahr.

Nichtsdestotrotz dreht sich auch aufseiten der werdenden Väter oftmals das Gedankenkarussell: Sie machen sich Sorgen, das Kind beim Sex zu verletzen oder ihre Partnerin zu stark zu belasten. Einen medizinischen Grund gibt es dafür eigentlich nicht. Das Kind ist gut geschützt. Es kann weder erdrückt noch berührt werden. Wenn solche Ängste und Sorgen die Lust auf Sex hemmen, ist es wichtig, nicht weiter Druck aufzubauen. Beide Partner sollten möglichst im Gespräch bleiben und die Zweisamkeit durch viel Nähe aufrecht halten.

Medizinische Gründe gegen Sex in der Schwangerschaft


Bei einer gesunden Schwangerschaft ist Sex vollkommen unbedenklich. Lediglich, wenn Komplikationen oder besondere Umstände vorliegen, sollten werdende Eltern auf Sex verzichten. Sind der Schwangerschaft Fehlgeburten vorangegangen, kann es beispielsweise sinnvoll sein, im ersten Trimester enthaltsam zu sein. Bei

  • und der Neigung zu frühzeitigen Wehen

sollten Paare ebenfalls Vorsicht walten lassen. Gleiches gilt bei Blutungen im Schwangerschaftsverlauf, bei Funktionsstörungen der Plazenta (Plazentainsuffizienz) oder bei einer operativen Umschlingung des Gebärmutterhalses, um eine Frühgeburt zu verhindern (einer Cerclage). In solchen Fällen raten Frauenärzte aus Sicherheitsgründen meist zur Abstinenz.

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Barbara Ward Barbara Ward ist freie Autorin der Redaktion. Sie studierte Medienwissenschaften und Journalismus in Köln und Berlin. In Gesundheitsfragen kennt sie sich aus, denn sie schreibt schon seit vielen Jahren für Fachverlage, Medizin-Websites und Krankenversicherungen. Eine ausgewogene Perspektive und fundierte Recherche liegen ihr im Sinne der Leser besonders am Herzen. Barbara Ward Autorin kanyo® mehr erfahren