Häufig gestellte Fragen zur 23. Schwangerschaftswoche


Was passiert in der 23. Schwangerschaftswoche?

In der 23. SSW trainiert das ungeborene Baby seine körperlichen Fähigkeiten intensiv im Mutterleib. Diese Bewegungen sind deutlich spürbar und auch der Vater kann sie von außen sehen und mit seiner Hand fühlen. Das Baby baut Fettpolster auf und nimmt an Gewicht zu. Zudem erkennt das Ungeborene die Stimme der Mama und baut sein Gehör aus.

Welche Veränderungen geschehen in der 23. Schwangerschaftswoche bei der Mutter?

In der 23. SSW ist der Babybauch deutlich sichtbar. Es können Beschwerden wie Sodbrennen, häufiger Harndrang, Wassereinlagerungen, Heißhungerattacken und Rücken- sowie Bänderschmerzen auftreten. Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen sind ebenfalls möglich, da die Blutgefäße erweitert sind.

Wie lässt sich ein Eisenmangel in der 23. Schwangerschaftswoche behandeln?

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an eisenhaltigen Lebensmitteln wie Haferflocken, Tofu, Kichererbsen, Vollkornnudeln, Mangold und Fleisch ist, kann dazu beitragen, den Eisenbedarf während der Schwangerschaft zu decken. In einigen Fällen ist es auch notwendig, Eisenpräparate einzunehmen. Dies sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt besprechen und von ihm gegebenenfalls eine Empfehlung oder ein Rezept erhalten.

„Mama, ich kann dich endlich hören“– das Kind in der 23. SSW


Die körperliche Entwicklung des Nachwuchses ist zu diesem Zeitpunkt weitestgehend abgeschlossen. Bis zur Geburt steht allerdings noch die Feinarbeit wie beispielsweise das Gehör an. Die Gehörknöchelchen werden härter und das Baby kann endlich Ihre Stimme hören und erkennen. Es nimmt aber auch weitere Geräusche wahr, die in Ihrem Körper passieren. Dazu gehören zum Beispiel: 

  • Herzschlag 
  • Atmung/Atemmuskulatur 
  • Rauschen des Blutes 

Damit das Ungeborene Geräusche von außerhalb des Bauches richtig aufnimmt, müssen sie laut genug sein. Tiefe Töne dringen beispielsweise besser durch als hohe.  

Indem Sie ihm vorlesen, singen oder mit ihm sprechen, nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Baby auf. Ihre Stimme wird von Ihrem Baby über die Knochenleitung wahrgenommen. Deshalb müssen Sie nicht besonders laut sein, um dem Baby in dieser Phase mit selbst gesungenen Liedern etwas Gutes zu tun. Musik hat möglicherweise nicht nur auf Sie, sondern auch auf Ihr Baby eine beruhigende Wirkung, besonders leise klassische Musik.  

Was passiert während der 23. Schwangerschaftswoche noch?


Neben dem Gehör werden auch noch weitere Entwicklungsvorgänge verfeinert:  

  • Der Lungenkreislauf und das Zwerchfell entwickeln sich stetig weiter.  
  • Erste Fettpölsterchen entstehen und helfen dem Baby nach und nach dabei, den Wärmehaushalt des Körpers eigenständig zu regulieren. 

In der zweiten großen Ultraschalluntersuchung, die zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche stattgefunden hat, werden Bald-Mamis festgestellt haben, dass sich der Körper ihres Kindes bereits weit entwickelt hat.  

Der Platz in der Gebärmutter wird enger – der Abstand vom Baby zur Bauchwand wird folglich immer geringer. Die werdende Mutter spürt ab der 23. SSW also nicht nur Tritte und Stöße des wachsenden Kindes, selbst eine einfache Drehung oder ein Seitenwechsel ist wahrnehmbar. Generell werden der Bewegungsdrang des Kleinen und das Training seiner Reflexe aktiver. 

Ist mein Baby nachtaktiv?

Tagsüber kann es sein, dass das Baby ruhiger ist, während es nachts aktiver wird, insbesondere dann, wenn die Mutter schlafen möchte. Dieses Phänomen kann auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, wie zum Beispiel die Körperhaltung der Mutter oder die Ruhe, die während des Schlafs herrscht. Tagsüber ist die Mutter mehr in Bewegung, was möglicherweise beruhigend auf das Kind wirkt. Jedes Baby und jede Schwangerschaft ist einzigartig, daher kann die nächtliche Aktivität von Frau zu Frau unterschiedlich sein.

Die werdende Mutter in der 23. SSW: Kreislaufprobleme und Co.


In der 23. SSW ist der Babybauch nun schon eindeutig zu erkennen. Der obere Rand der Gebärmutter lässt sich oberhalb des Nabels ertasten. Bei vielen werdenden Müttern wölbt sich zudem nun auch der Bauchnabel stark nach außen. Nach der Geburt kehrt er im Rahmen der Rückbildung meist wieder zu seiner ursprünglichen Form zurück. 

Auch wenn die Größe des Bauches den Alltag der Bald-Mami noch kaum beeinflusst, hat sie ab der 23. Schwangerschaftswoche dennoch vermehrt mit  Schwangerschaftsbeschwerden zu kämpfen. Dazu gehören:  

Was sind Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen)?

Die Braxton-Hicks-Kontraktionen, benannt nach dem britischen Gynäkologen John Braxton-Hicks, beschreiben die so genannten Übungswehen (umgangssprachlich auch „falsche Wehen“). Dabei handelt es sich um leichte, in der Regel schmerzlose Kontraktionen der Gebärmutter, die während der gesamten Schwangerschaft auftreten können. Sie sollen den Körper auf die Geburt vorbereiten, haben aber keinen Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft.1

Kreislaufbeschwerden werden zusätzlich zu einem typischen Schwangerschaftsproblem, welches häufig dann auftritt, wenn die Schwangere aus dem Liegen oder Sitzen aufstehen möchte. Das liegt daran, dass durch die schwangerschaftsbedingte Hormonumstellung die Blutgefäße geweitet werden.2  

Beim Aufstehen kommt es für eine kurze Zeit zu einem Blutmangel im Gehirn der Schwangeren, was ein Schwindelgefühl auslöst. Für den Nachwuchs ist das nicht weiter bedenklich. Das Baby wird über die Plazenta mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und hat sein eigenes Blutkreislaufsystem.  

Was tun bei Schwindel?

Bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Kreislaufproblemen die akut auftreten, ist es hilfreich, sich hinzusetzen und die Beine hochzulegen.

Um den Kreislauf allgemein zu unterstützen, helfen regelmäßig kleine Snacks und Wasser. Auch körperliche Bewegung an der frischen Luft oder kreislaufanregende Wechselduschen können Symptome lindern oder vorbeugen. Meistens verbessern sich die Beschwerden nach der ersten Hälfte der Schwangerschaft. Bei anhaltenden oder starken Problemen sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

23. SSW – die Eisenwerte und den Blutdruck im Blick behalten

Während der Schwangerschaft erhöht sich das Blutvolumen im Körper der Frau, um das wachsende Baby zu versorgen. Dies kann zu einem erhöhten Eisenbedarf führen.3 Falls Sie häufig unter Symptomen wie Müdigkeit und Energiemangel leiden, obwohl keine übermäßige Anstrengung vorausgegangen ist, könnte dies ein möglicher Grund sein. Weitere typische Anzeichen für eine Unterversorgung mit Eisen sind:  

  • Atemnot 
  • Herzrasen  
  • Haarausfall  

Da der Eisenbedarf einer Schwangeren von 15 auf etwa 30 Milligramm Eisen pro Tag ansteigt, wird der vorhandene Eisenvorrat der Mutter immer knapper.4 Deshalb muss vor allem im zweiten und dritten Trimester gezielt auf eine eisenhaltige Ernährung geachtet werden. Zu Lebensmitteln mit einem hohen Eisengehalt gehören beispielsweise:2 

  • Haferflocken, Hirse 
  • Vollkornreis, Vollkornnudeln 
  • Kichererbsen, Erbsen 
  • Mangold, Feldsalat 
  • Kochwurst, Fleisch (gut durchgegart) 
  • Tofu 

Vorsicht bei Eisenmangel!

Schwangere sollten ihre Eisenwerte immer im Blick behalten. Daher macht der Arzt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auch immer Routine-Bluttests und überprüft dabei unter anderem den Eisengehalt im Blut. Gegebenenfalls können Medikamente (Eisenpräparate) oder Nahrungsergänzungsmittel verordnet werden. In schlimmen Fällen kann ein Eisenmangel während der Schwangerschaft zu einer schlechteren Versorgung und Unterentwicklung des Babys führen.

Eine weitere mögliche Ursache dafür, dass sich Schwangere energielos und kraftlos fühlen, könnte ihr Blutdruck sein. Insbesondere in den mittleren Schwangerschaftswochen leiden schwangere Frauen oft unter niedrigem Blutdruck. Dies liegt daran, dass das Kreislaufsystem durch den erhöhten Blutfluss und die Versorgung der Plazenta beansprucht wird. Um Gewissheit zu haben, sollten Sie regelmäßig Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme zur Überwachung Ihrer Blutdruckwerte aufsuchen. 

Zusammengefasst: Tipps für die 23. Schwangerschaftswoche


Der Geburtstermin rückt näher und damit wird das Thema der Geburt immer präsenter.

Hier ein paar hilfreiche Tipps für die kommende Zeit der Schwangerschaft:  

  • Vor dem Aufstehen am Morgen ist es ratsam, sich zunächst auf die Seite zu drehen und dann langsam aufzusetzen, um eine Schwindelattacke zu vermeiden.  
  • Lassen Sie sich nicht von den Erfahrungen anderer Frauen negativ beeinflussen oder verunsichern. Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme über Bedenken. 
  • Informieren Sie sich über verschiedene Themen wie Geburtssituationen (beispielsweise vaginale Geburt, Kaiserschnitt, Wassergeburt), Einrichtungen (zum Beispiel Krankenhaus oder Geburtshaus) sowie Babyausstattung
  • Melden Sie sich und Ihren Partner rechtzeitig für einen Geburtsvorbereitungskurs an.  

Es ist verständlich, dass es für den Vater Ihres Kindes möglicherweise schwieriger ist, sich vorzustellen, dass er bald Vater wird, da er keine körperlichen Veränderungen durchläuft. Indem sich Männer über Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung informieren, können sie sich besser auf die Bedürfnisse der werdenden Mutter und des Babys einstellen und unterstützend zur Seite stehen.  

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Stephanie Letz Schon früh schrieb Stephanie Letz gerne an eigenen Texten. Später weckte die langjährige Arbeit in der Radiologie ihr Interesse für die Medizin und Gesundheitsthemen. Um die Leidenschaft aus der Kindheit damit zu verknüpfen, entschied sie sich für ein Journalismus-Studium mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaft an der Hochschule Ansbach. Stephanie Letz Autorin kanyo® mehr erfahren
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