Laufen, Greifen, Sprechen: Die Entwicklung Ihres Babys


Schon in den ersten Wochen nach der Geburt sind alle Sinne sind bereits empfangs- und lernbereit – vor allem der Tastsinn erweist sich in als wichtig. Über Streicheln, Zusprache und viel Hautkontakt geben Sie Ihrem Baby Geborgenheit und stärken sein Vertrauen. Die kindliche Entwicklung nimmt mit Fortschreiten der Wochen ihren Lauf – und das teils in rasendem Tempo.

Körperliche Entwicklung

Eltern werden feststellen: Kaum haben sie ihrem Baby etwas zum Anziehen gekauft, müssen sie schon wieder neue Sachen besorgen. In den ersten drei Monaten ihres Lebens machen Babys einen wahren Wachstumsschub – durchschnittlich nehmen sie monatlich an 3 bis 4 Zentimetern Größe zu.1 Doch lassen Sie sich von Durchschnittswerten nicht verrückt machen – Kinder wachsen sehr individuell. Ebenfalls meist in Schüben verläuft die Gewichtszunahme in den ersten 3 Lebensmonaten. Während es in einer Woche 80 Gramm sein können, sind es in der nächsten Woche womöglich 300 Gramm, die der Nachwuchs an Gewicht zulegt.1

Motorische Fähigkeiten

Schon im Mutterleib entwickelt das Baby seine ersten motorischen Fähigkeiten – Schwangere spüren diese Kindsbewegungen das erste Mal meist zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche.2 Ist das Kind geboren, muss es sich an die Schwerkraft gewöhnen: Alles will gelernt sein, auch das Halten des Köpfchens, was etwa mit 3 Monaten klappt.2 Das Spielzeug zu greifen gelingt mit etwa vier bis fünf Monaten.3 Krabbeln, Sitzen, Stehen, Laufen – all das muss Ihr Baby nach und nach lernen. Wann Kinder frei gehen, ist ebenfalls sehr individuell. Während manche bereits mit 9 Monaten einem Ball oder Schmetterling hinterhertapsen, lassen sich andere bis zu 18 Monate dafür Zeit.4

Sprachliches Können

Lautet das erste Wort „Mama“ oder „Papa“? Um das herauszufinden, müssen sich Eltern etwas gedulden – in der Regel zwischen 9 und 14 Monate.5 Viel früher und öfter werden Eltern wohl Vokale und Lautketten zu hören bekommen wie „oh-oh“ oder „ah-ah“. Auch hier wieder der Hinweis: Die Entwicklung der Sprache ist ein langer Prozess – vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit den Nachbarskindern oder Kita-Spielkameraden, lassen Sie ihm die Zeit, die es braucht. Es gibt 2-Jährige, die wenige Worte sprechen, aber auch solche, die schon einen Wortschatz von 2000 Wörtern haben.6

Sozialverhalten

Für Babys Gesundheit sind aber nicht nur die körperlichen Entwicklungsschritte wichtig, sondern auch das zwischenmenschliche Miteinander und das Erlernen von Emotionen. Das erste Lächeln ist für viele Eltern wohl das schönste Erlebnis mit ihrem Nachwuchs. Denn anfangs scheint das Baby recht emotionslos. Das hat aber einen guten Grund, denn so einfach es klingt, Lächeln ist komplex: Über 300 Muskeln sind an der Bewegung beteiligt und auch viele Botenstoffe müssen erst das Gehirn erreichen.7 Meist lächeln Babys im zweiten Lebensmonat das erste Mal bewusst.8

Gesunde Ernährung – gesundes Baby?


Das Baby erhält in den ersten Lebensmonaten normalerweise Milch, entweder es wird gestillt oder bekommt die Flasche. Muttermilch ist leicht verdaulich und besonders reich an Vitaminen, Eiweiß sowie Antikörpern gegen Infektionen – was das Immunsystem des Babys stärkt.

Manche Frauen geben aus medizinischen oder persönlichen Gründen die Flasche. Alternativ steht daher industriell erzeugte Säuglingsnahrung zur Verfügung, in der ebenfalls alle wichtigen Stoffe für die Entwicklung des Babys enthalten sind – nur die schützenden Antikörper der Muttermilch liefert die Ersatznahrung nicht mit.

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Wissenswert: Die Einführung von Beikost sollte frühestens ab dem 5. Monat und spätestens ab dem 7. Monat erfolgen.9

Kindergesundheit und Erkrankungen: Infektionen, Verdauungsbeschwerden


Babys werden krank – und das öfter, als es Eltern lieb ist.

Zu den Beschwerden im Baby- und Kindesalter gehören:

Aber zum Glück sind in der Regel zunächst ein paar Monate „Schonzeit“ angesagt: Babys profitieren in den ersten 6 bis 9 Lebensmonaten noch vom sogenannten Nestschutz (vorübergehende Immunisierung durch die Übertragung mütterlicher Antikörper auf das Kind während der Schwangerschaft).10 Erst danach kommt es vermehrt zu Erkrankungen. Auch wenn die daraus resultierenden durchwachten Nächte schlauchen – ein Gutes haben durchgemachte Kinderkrankheiten. Sie stärken das Immunsystem des Nachwuchses und sind damit notwendiges Immuntraining. Trotzdem gibt es einige sehr ernst zu nehmende Infektionskrankheiten wie Röteln, Keuchhusten und Masern, bei denen auch gefährliche Komplikationen möglich sind. Gegen diese kann man sich impfen lassen, Ihr Kinderarzt berät Sie hierzu gerne.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen!

Das heißt, Babys und Kinder brauchen eine Behandlung, die auf das Lebensalter abgestimmt ist.

Hauterkrankungen bei Babys


Säuglinge und Kleinkinder sind sehr anfällig für diverse Hautkrankheiten.

Besonders typisch sind:  

Kopfgneis & Milchschorf

Besonders typisch sind Kopfgneis und Milchschorf. Kopfgneis sind gelbe bis gelbbraune Schuppen, die einen dicken Belag auf der Kopfhaut bilden können. Ursache hierfür ist eine gesteigerte Produktion von Talg in den ersten Lebenswochen. Die Schuppen jucken bei Kopfgneis nur geringfügig, wodurch sich die Babys wenig beeindruckt zeigen von der Schuppenkruste. Hingegen juckt die Kopfhaut bei Milchschorf (harte, verkrustete Schuppen) quälend, sie ist gerötet und neigt zu Entzündungen. Während Kopfgneis eher harmlos ist und von selbst wieder verschwindet, kann Milchschorf ein Vorbote für Neurodermitis sein.

Windeldermatitis

Doch Hauterkrankungen können nicht nur den Kopf von Babys, sondern auch andere Körperbereiche wie den Po betreffen. Bei der sogenannten Windeldermatitis bildet sich im geröteten und wunden Anogenitalbereich (After und Genitalien) ein schmerzender, schuppender Ausschlag. Die Haut nässt, unter Umständen treten offene Hautstellen auf.

Windeldermatitis behandeln

Die Haut im Windelbereich rötet und entzündet sich – helfen Sie Ihrem Baby, bevor es zu einer zusätzlichen Pilzinfektion kommt.

Die Ursachen sind vielfältig. Zum einen ist der Babypo meist luftdicht in einer Windel verpackt, dort herrscht ein feuchtes und warmes Klima. Vor allem, wenn viel Zeit zwischen den Windelwechseln vergeht, machen sich Bakterien munter daran, den Urin zu zersetzen – es entsteht hautreizender Ammoniak. Doch auch Durchfallerkrankungen, Speisen mit säuerlichen Früchten oder eine Windelunverträglichkeit können eine Windeldermatitis begünstigen.

Windelsoor

Bilden sich gerötete Streuherde mit Knötchen und Pusteln aus, etwa auf Oberschenkel oder Bauch, ist dies ein Hinweis auf eine zusätzliche Infektion durch Bakterien oder Hefepilze, allen voran der Hefepilz Candida albicans. Vor allem bei vorgeschädigter Haut hat er ein leichtes Spiel. Die Erstinfektion erfolgt häufig während des vaginalen Geburtsvorgangs: Der Hefepilz besiedelt die Mundschleimhaut des Babys, bevor er den Darm passiert und ausgeschieden wird. Auch auf den Brustwarzen der Mutter kann sich Candida albicans befinden – welcher übrigens bei vielen Menschen etwa auf Haut und Schleimhäuten lebt – der Pilz wird dann beim Stillen an das Kind übertragen.

Mediziner sprechen bei vorliegendem Pilzbefall im Windelbereich dann nicht mehr von einer Windeldermatitis, sondern von Windelsoor. Die sich vermehrenden Candida-Pilze verhindern, dass der ohnehin wunde Po des Babys ausheilen kann. Mit Basismaßnahmen wie häufigem Wechseln der Windeln oder Eincremen der Haut mit herkömmlichen Pflegeprodukten lässt sich Windelsoor nicht behandeln. Der Kinderarzt verschreibt Medikamente zur Therapie von Pilzinfektionen (Antimykotika). Diese sind zur lokalen Anwendung als Salbe oder Paste erhältlich.  

Kopfläuse – der Schrecken vieler Eltern

Beim Spielen und Kuscheln wandern die kleinen Blutsauger schnell von einem Wirt zum nächsten – in Kindergärten und Schulen kann es unter Umständen zu richtigen Kopflausepidemien kommen. Kopfläuse sind allerdings harmlos, wenn auch lästig. Mit speziellen Lauskämmen, -shampoos oder anderen Mitteln lassen sich die Parasiten relativ schnell wieder in den Griff bekommen.

Von Medikamenten bis zu Eltern-Kind-Kuren: Was tun im Krankheitsfall?


Von Schnupfen über Hauterkrankungen bis zu Parasiten – vor allem Babys und Kleinkinder machen gefühlt einmal alle Krankheiten durch. Und doch gibt es viele Situationen, in denen Eltern verständlicherweise auch unsicher sind – kann ich bei Fieber abwarten oder steckt doch etwas Ernsthaftes dahinter? Hat das Kind Bauchschmerzen, weil seit Tagen der Stuhlgang ausbleibt oder verbergen sich andere Gründe dahinter, wie eine Infektion der Harnwege? Klarheit bringt oft dann nur der Gang in die Kinderarztpraxis. Viel Erfahrung sollte der Arzt mitbringen, aber was noch wichtiger ist: Sie und Ihr Kind sollten sich wohlfühlen. Denn meist ist es mit einem Arztbesuch nicht getan – in der Regel begleitet der Kinderarzt Sie und Ihr Kind über mehrere Jahre hinweg. Darüber hinaus sollten Sie noch über Faktoren wie Fahrtzeit (ist die Praxis in der Nähe?) oder Zusatzausbildungen (auf welche Qualifikationen legen Sie wert?) nachdenken.

Grundsätzlich ist der Kinderarzt Ansprechpartner für alle Belange der Kindergesundheit, beispielsweise auch dann, wenn Sie eine Eltern-Kind-Kur machen möchten. Diese kann etwa dann beantragt werden, wenn Eltern besonderen familiären oder psychischen Belastungssituationen ausgesetzt sind, um deren Gesundheit zu stärken.

Wird das Kind krank, stehen Eltern verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: 

Die Therapie ist in erster Linie davon abhängig, welche Erkrankung vorliegt. Zu beachten ist vor allem bei Medikamenten, dass diese eine andere Wirkung auf den kindlichen Körper haben, als es bei Erwachsenen der Fall ist – das niedrige Gewicht spielt hier ebenso eine Rolle wie teils noch unausgereifte Organe. Bevor Eltern ihrem Kind Medikamente geben, sollten sie den Kinderarzt um Rat fragen. Ähnliches gilt übrigens auch für die Homöopathie – lassen Sie sich vorab von einem Fachmann beraten. Dagegen sind Hausmittel wie Brustwickel mit Quark, die bei Erkältungen zum Einsatz kommen, in der Regel ohne Bedenken anzuwenden.

Für den Notfall

Da Kinder recht anfällig für Krankheiten sind und diese häufiger auftreten, ist es ratsam, sich eine Hausapotheke anzulegen, in der alle wichtigen Utensilien (Fieberzäpfchen, Verbandszeug, Medikamente) verwahrt sind. Darüber hinaus sollten Eltern wichtige Rufnummern ins Handy einspeichern – das kann sowohl die des Arztes sein als auch die der Giftzentrale, die rund um die Uhr zu Vergiftungen durch Medikamente, Haushaltsmittel oder Pflanzen berät. Im Notfall können Sie so schneller handeln.

Kinderkrankheiten vorbeugen – geht das?


Während Eltern gegen das Entstehen von Krankheiten zum Großteil machtlos sind, gibt es doch ein paar Möglichkeiten, die Gesundheit der Kinder positiv zu beeinflussen.

Beispiele hierfür sind:

  • Trainieren des Immunsystems: Da sich die körpereigenen Abwehrkräfte erst entwickeln müssen, ist es nur natürlich, dass Kinder häufiger krank sind – der Körper muss erst mit Erregern und bestimmten Umwelteinflüssen in Berührung kommen. Leichte Infekte wie Schnupfen oder Husten sind sozusagen die Trainer des kindseigenen Immunsystems. Gut für die Stärkung der Abwehrkräfte ist zum Beispiel viel Bewegung an der frischen Luft, viel Flüssigkeit sowie eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
  • Impfen: Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich für ein Impfen gegen bestimmte Krankheiten aus, die schwer verlaufen können und nicht immer ohne Folgen bleiben; darunter fallen beispielsweise Mumps, Masern oder Röteln. Welche Impfungen bei Babys und Kleinkindern durchzuführen sind, können Eltern bei ihrem Kinderarzt erfragen. Die Entscheidung, ob das Kind letztlich geimpft wird, liegt im Ermessen der Eltern. Schulkinder müssen seit März 2020 gegen Masern geimpft sein, ebenso Kitakinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr.11 Selbiges gilt, wenn eine Kindertagespflegeperson das Kind betreut.

Übrigens: Wer sich um die Gesundheit seines Babys sorgt, sollte die Zähne nicht vergessen – schon die Milchzähne benötigen eine sorgfältige Zahnpflege.

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Babysicheres Zuhause


Zuerst rollen sie sich auf den Bauch und schließlich krabbeln sie los – und damit beginnt für Eltern eine durchaus stressige Zeit. Denn jetzt will alles erkundet werden, kein Winkel im Haus ist mehr sicher. Doch lauern hier zahlreiche Gefahren, von der Steckdose bis zur Treppe. Unter anderem gilt es daher, Folgendes zu unternehmen:

  • Befestigen Sie Regale an der Wand, sonst droht Umsturzgefahr.
  • Behalten Sie den Wickeltisch immer im Auge, wenn Sie Ihr Kind wickeln. Es kann sich blitzartig wegdrehen und hinunterfallen.
  • Halten Sie Putz- und Waschmittel gut verschlossen.
  • Im ganzen Haus gibt es schmerzhafte Kanten – bringen Sie Rundkappen für Tische und Schränke an.
  • Denken Sie an spezielle Sicherungen für die Schubläden und Schränke in der Küche oder im Bad, sodass diese nicht so leicht zu öffnen sind.
  • Montieren Sie ein Treppenschutzgitter, Spalten zwischen den Treppen bitte verschließen.

Doch auch vor Verlassen des Hauses ist es wichtig, sich Gedanken zu machen. Beispielsweise welche Kleidung benötigt wird, wie das Kind sicher zum Spielplatz oder in die Kita kommt oder was es auf Reisen zu beachten gibt.

Tipps für gesunden Babyschlaf


Frischgebackene Eltern haben am Anfang viele Fragen – einige wichtige betreffen das Schlafen, allen voran „Wann schläft mein Baby endlich durch?“. Denn obwohl Babys vor allem in den ersten drei Monaten viel schlafen (durchschnittlich 16 bis 18 Stunden am Tag), kommen Eltern nicht zur Ruhe.12 Denn die Stunden verteilen sich auf circa fünf Schlafphasen.12 Aber wie schon bei der Entwicklung des Kindes gilt auch hier: Jedes Kind ist anders, manche schlafen schon sehr früh durch, andere brauchen etwas länger. Unterstützen können Eltern diesen Entwicklungsweg, indem sie die richtigen Schlafvoraussetzungen schaffen. Beispielsweise sind allabendliche Abläufe und Rituale sowie eine ruhige Schlafumgebung für zufriedenen Baby- (und Eltern-)Schlaf förderlich.

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Julia Lindert Die Ressortjournalistin Julia Lindert spezialisierte sich während ihres Studiums auf die Themenfelder Medizin und Biowissenschaften. Medizinische Sachverhalte in verständlicher Sprache zu formulieren, ist das, was sie an ihrer Arbeit besonders mag. Ihr Credo in Bezug auf Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten: Nichts beschönigen, aber auch keine unnötigen Ängste schüren. Julia Lindert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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