Babygesundheit und Kindergesundheit: Entwicklung, Ernährung, Krankheiten und Co.

Hände, Füße, Organe und Co. – bereits in Mamas Bauch beginnt die Entwicklung von Babys. Ist der Nachwuchs auf der Welt, ist damit aber noch lange nicht Schluss. Das Baby entwickelt sich stetig weiter: Es nimmt seine Umwelt mit allen Sinnen wahr, spricht die ersten Worte, lernt zu krabbeln – und kann es erst einmal laufen, will es alles erkunden. Ein babysicheres Haus und Umfeld ist daher sehr wichtig, um das Baby zu schützen. Denn ein gesundes Baby ist für Eltern das Allerwichtigste. Ein Wunsch, der sich aber nicht immer erfüllen lässt. Von den Gefahren im Haus einmal abgesehen, müssen sich die Kleinen vor allem in den ersten Monaten mit so mancher Kinderkrankheit herumschlagen. Welche Erkrankungen sind typisch? Und was ist im Krankheitsfall zu tun? Erfahren Sie hier, alles Wichtige zum Thema Babygesundheit.

Kindergesundheit im Überblick:

Laufen, Greifen, Sprechen: Die Entwicklung Ihres Babys

Gesundes Baby lächelt freundlich in die Kamera.

Die Entwicklung Ihres Kindes beginnt bereits im Mutterleib und wird auch nach der Geburt fortgeführt. In den ersten Wochen nach der Geburt ist noch alles recht neu für Ihr Kind, alles ist heller, lauter und kälter als in der Gebärmutter. Auch wenn es so scheint, als wäre es hilflos, alle Sinne sind bereits empfangs- und lernbereit – vor allem der Tastsinn erweist sich in der ersten Zeit als wichtig. Über Streicheln, Zusprache und viel Hautkontakt geben Sie Ihrem Baby Geborgenheit und stärken sein Vertrauen.

Die kindliche Entwicklung nimmt mit Fortschreiten der Wochen ihren Lauf – und das teils in rasendem Tempo.

Wichtige Schritte im Leben eines gesunden Babys sind dabei:

  • körperliche Entwicklung: Eltern werden feststellen: kaum haben sie ihrem Baby etwas zum Anziehen gekauft, müssen sie schon wieder neue Sachen kaufen. In den ersten Wochen ihres Lebens machen Babys einen wahren Wachstumsschub – ein gesundes Baby wächst mehr als einen Millimeter pro Tag. Eltern sollten sich aber nicht verrückt machen, wenn das Kind langsamer wächst; es muss sich nicht unweigerlich um Entwicklungsverzögerungen handeln. Kinder wachsen sehr individuell. Gleiches gilt übrigens für das Gewicht, auch hier gibt es Schwankungen. In der Regel nimmt ein Neugeborenes etwa 170 Gramm pro Woche zu.
  • motorische Fähigkeiten: Bereits im Mutterleib entwickelt das Baby seine ersten motorischen Fähigkeiten – Schwangere spüren diese Kindsbewegungen meist zu Beginn des zweiten Trimesters. Ist das Kind geboren, muss es sich erst einmal an die Schwerkraft gewöhnen: So beginnen Babys häufig erst mit etwa drei Monaten ihren Kopf zu heben; Greifen und auf den Bauch Rollen klappt meist ab dem vierten Monat. Krabbeln, sitzen, stehen, laufen – all das muss Ihr Baby nach und nach lernen. Ein gesundes Baby braucht dafür in der Regel bis zu einem Jahr – aber auch hier gilt, dass es sich lediglich um einen Durchschnittswert handelt.
  • sprachliches Können: Lautet das erste Wort „Mama“ oder „Papa“? Um das herauszufinden, müssen sich Eltern etwas gedulden – in der Regel dauert es bis zum 10. oder 12. Monat. Viel früher und öfter werden Eltern wohl Vokale und Lautketten zu hören bekommen wie „oh-oh“ oder „ah-ah“. Die Entwicklung der Sprache ist ein langer Prozess – erst zwischen dem dritten und fünften Jahr entwickelt sich allmählich der reguläre Sprachgebrauch.

Für Babys Gesundheit sind aber nicht nur die körperlichen Entwicklungsschritte wichtig, sondern auch das zwischenmenschliche Miteinander und das Erlernen von Emotionen. Das erste Lächeln ist für viele Eltern wohl das schönste Erlebnis mit ihrem Nachwuchs. Denn in der ersten Zeit scheint das Baby recht emotionslos. Das hat aber einen guten Grund, denn so einfach es klingt, Lächeln ist komplex: Bis zu 300 Muskeln sind an der Bewegung beteiligt und auch viele Botenstoffe müssen erst das Gehirn erreichen. Das lässt unter Umständen Rückschlüsse auf eine gesunde Gehirnfunktion zu – meist lächeln Babys zwischen der 6. oder 8. Woche das erste Mal richtig.

Übrigens: Die Entwicklung von Frühchen gilt es vor allem in der ersten Zeit zu fördern, denn sie müssen außerhalb des Mutterleib noch einiges nachholen. Neben einer medizinischen Versorgung sind vor allem die Ernährung und ausreichend Ruhe wichtig.

Gesunde Ernährung – gesundes Baby?

Das Baby erhält in den ersten Lebensmonaten normalerweise Milch, entweder es wird gestillt oder bekommt die Flasche. Das Bundesinstitut für Risikobewertung erachtet Muttermilch als die ideale Säuglingsnahrung.1 Säuglinge benötigen vor allem in den ersten Monaten spezielle Nahrung, die aus viel Energie und Nährstoffen besteht. Muttermilch ist für die Babygesundheit daher ideal: Sie ist besonders reich an Vitaminen, Eiweiß und Abwehrkörpern gegen Infektion – das regt das Immunsystem des Babys an – und ist außerdem leicht verdaulich. Der noch nicht vollständig ausgereifte Verdauungsapparat des Säuglings wäre mit normaler Kost überfordert.

Manche Frauen können oder wollen aber nicht stillen und geben daher die Flasche. Alternativ steht daher industriell erzeugte Säuglingsnahrung zur Verfügung, in der ebenfalls wichtige Stoffe für die Entwicklung des Babys enthalten sind – nur die schützenden Antikörper der Muttermilch liefert die Ersatznahrung nicht mit.

Wissenswert: Die Einführung von Beikost erfolgt in der Regel etwa ab dem fünften Monat.

Kindergesundheit und Erkrankungen: Allergien, Infektionen, Verdauungsbeschwerden

Babys werden krank – und das öfter, als es Eltern lieb ist. Spricht man von Kindergesundheit kommt man an bestimmten Erkrankungen kaum vorbei, zum Beispiel:

Häufig sind die Erkrankungen allerdings harmlos und müssen teilweise gar nicht behandelt werden – und bei manchen können Eltern nur bedingt aktiv werden. So hängt beispielsweise die Behandlung von Allergien davon ab, welche Form vorliegt: Ist es Heuschnupfen, kann eine Hyposensibilisierung möglicherweise die Lösung sein. Liegt jedoch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vor, müssen Eltern bei der Ernährung ihres Kindes aufpassen – bestimmte Lebensmittel wie Kuhmilch oder Brot (etwa bei Glutenintoleranz) sind gegebenenfalls vom Speiseplan zu streichen.

Apropos Ernährung – der Verdauungstrakt kann Säuglingen zu Beginn ebenfalls zu schaffen machen. Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen sowie Dreimonatskoliken plagen die meisten Kinder in diesem Alter.

Kopfgneis oder Milchschorf?

Babys Haut ist noch sehr empfindlich und daher anfällig für so manche Erkrankung. Besonders typisch sind Kopfgneis und Milchschorf. Während Kopfgneis (schuppige, gelbliche Hautreizung) eher harmlos ist und von selbst wieder verschwindet, kann Milchschorf (harte, verkrustete Schuppen) ein Vorbote für Neurodermitis sein.

Ein Risiko für die Babygesundheit können außerdem Eindringlinge von außen wie Parasiten sein. Vor allem Kopfläuse sind häufige ungebetene Gäste von Kleinkindern. Beim Spielen und Kuscheln können die kleinen Blutsauger schnell von einem Wirt zum nächsten wandern – in Kindergärten und Schulen kann es unter Umständen zu richtigen Kopflausepidemien kommen. Kopfläuse sind allerdings harmlos, wenn auch lästig. Mit speziellen Lauskämmen, -shampoos oder anderen Mitteln lassen sich die Parasiten relativ schnell wieder in den Griff bekommen.

Neben der Kopflaus sind aber auch Zecken, Würmer oder Insektenstiche bei Kindern keine Seltenheit. Manche der Parasiten können schwere Krankheiten übertragen, zum Beispiel Zecken die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose. Eltern sollten ihre Kinder – vor allem nach einem Aufenthalt im Freien – gründlich absuchen.

Von Medikamenten bis zu Mutter-Kind-Kuren: Was tun im Krankheitsfall?

Am liebsten wäre es Eltern wohl, ihre kleinen Lieblinge würden niemals krank werden. Leider lässt es sich jedoch nicht vermeiden. Von Schnupfen über Hauterkrankungen bis zu Parasiten – Babys und Kleinkinder werden schnell krank. Im Krankheitsfall sollten Eltern gut vorbereitet sein.

An erster Stelle steht, sich einen guten Kinderarzt zu suchen. Viel Erfahrung sollte der Arzt mitbringen, aber was noch wichtiger ist: Sie und Ihr Kind sollten sich wohlfühlen. Denn meist ist es mit einem Arztbesuch nicht getan – in der Regel begleitet der Kinderarzt Sie und Ihr Kind über mehrere Jahre hinweg. Darüber hinaus sollten Sie noch über Faktoren wie Fahrtzeit (ist die Praxis in der Nähe?) oder Zusatzausbildungen (auf welche Qualifikationen legen Sie wert?) nachdenken.

Grundsätzlich ist der Kinderarzt Ansprechpartner für alle Belange der Kindergesundheit; beispielsweise auch dann, wenn Sie eine Mutter-Kind-Kur machen möchten.

Wird das Kind krank, stehen Eltern verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: Medikamente, homöopathische Mittel oder bewährte Hausmittel – die Therapie ist in erster Linie davon abhängig, welche Erkrankung vorliegt. Zu beachten ist vor allem bei Medikamenten, dass diese eine andere Wirkung auf den kindlichen Körper haben, als es bei Erwachsenen der Fall ist – das niedrige Gewicht spielt hier ebenso eine Rolle wie teils noch unausgereifte Organe. Bevor Eltern ihrem Kind Medikamente geben, sollten sie den Kinderarzt um Rat fragen. Ähnliches gilt übrigens auch für die Homöopathie – lassen Sie sich vorab von einem Fachmann beraten. Dagegen sind Hausmittel wie Salbeitee oder auch Quarkwickel, wie sie bei Erkältungen zum Einsatz kommen, in der Regel ohne Bedenken anzuwenden.

Für den Notfall

Da Kinder recht anfällig für Krankheiten sind und diese häufiger auftreten, ist es ratsam, sich eine Hausapotheke anzulegen, in der alle wichtigen Utensilien (Fieberzäpfchen, Verbandszeug, Medikamente) verwahrt sind. Darüber hinaus sollten Eltern wichtige Rufnummern ins Handy einspeichern – das kann sowohl die des Arztes sein als auch die der Giftzentrale. Im Notfall können sie so schneller handeln.

Zahnpflege, Impfen, Unfallgefahren: Weiteres Wissen rund um die Babygesundheit

Während Eltern gegen das Entstehen von Krankheiten zum Großteil machtlos sind, gibt es andere Risiken und Belastungen, die sich vermeiden lassen oder denen man zumindest vorbeugen kann. Zum einen fällt darunter das Stärken des Immunsystems: Da sich die körpereigenen Abwehrkräfte erst entwickeln müssen, ist es nur natürlich, dass Kinder häufiger krank sind – der Körper muss erst mit Erregern und bestimmten Umwelteinflüssen in Berührung kommen. Eine Isolation und zu häufige Hygiene sind daher der falsche Weg. Studien zeigen, dass das Immunsystem von Kindern, die in höherem Ausmaß mit Keimen und Co. in Kontakt kommen, besser ausgeprägt ist.

Zum anderen ist das Impfen eine vorbeugende Maßnahme. Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich für ein Impfen gegen bestimmte Krankheiten aus, die schwer verlaufen können und nicht immer ohne Folgen bleiben; darunter fallen beispielsweise Mumps, Masern oder Röteln. Welche Impfungen bei Babys und Kleinkindern durchzuführen sind, können Eltern bei ihrem zuständigen Arzt erfragen. Die Entscheidung, ob das Kind letztlich geimpft wird, liegt im Ermessen der Eltern.

Übrigens: Wer sich um die Gesundheit seines Babys sorgt, sollte die Zähne nicht vergessen. Etwa ab dem 6. Monat bilden sich die mittleren Schneidezähne – schon die Milchzähne benötigen eine sorgfältige Zahnpflege.

Babysicheres Zuhause

Zuerst rollen sie sich auf den Bauch und schließlich krabbeln sie los – und damit beginnt für Eltern eine durchaus stressige Zeit. Denn jetzt will alles erkundet werden, kein Winkel im Haus ist mehr sicher. Das Problem: Im Haus lauern zahlreiche Gefahren, von der Steckdose bis zur Treppe. Unter anderem sollten Sie daher Folgendes unternehmen:

  • Im Kinderzimmer sollten Sie die Regale an der Wand befestigen, sonst droht Umsturzgefahr.
  • Wenn Sie Ihr Kind wickeln, sollten Sie den Wickeltisch immer im Auge behalten. Ihr Kind kann sich blitzartig wegdrehen und hinunterfallen.
  • In Badezimmer oder Küche halten Sie Putz- und Waschmittel gut verschlossen.
  • Im ganzen Haus gibt es schmerzhafte Kanten – Abdeckungen gibt es als Rundkappen für Tische und Schränke.
  • Für die Schubläden und Schränke in der Küche gibt es spezielle Sicherungen, sodass sie nicht so leicht zu öffnen sind.

Gibt es in Ihrem Haus eine Treppe, sollte unbedingt ein Schutzgitter befestigt werden. Spalten zwischen den Treppen sollten Sie verschließen.

Da die Kindergesundheit auch dann erhalten bleiben soll, wenn man unterwegs ist, sollten sich Eltern vor Verlassen des Hauses Gedanken machen. Beispielsweise welche Kleidung benötigt wird, was alles in die Wickeltasche gehört oder was es sonst noch auf Reisen zu beachten gibt.

Tipps für Eltern: Wissen Sie mehr

Frischgebackene Eltern haben am Anfang viele Fragen – einige wichtige betrifft das Schlafen, allen voran „Wann schläft mein Baby endlich durch?“ Denn obwohl Babys vor allem in den ersten drei Monaten viel schlafen (16 bis 18 Stunden am Tag), kommen Eltern nicht zur Ruhe. Denn die Stunden verteilen sich auf etwa sechs Schlafphasen. Aber wie schon bei der Entwicklung des Kindes gilt auch hier: Jedes Kind ist anders, manche schlafen schon sehr früh durch, andere brauchen etwas länger. Unterstützen können Eltern diesen Entwicklungsweg, in dem sie die richtigen Schlafvoraussetzungen schaffen. Beispielsweise ist die richtige Umgebung wichtig, sprich, eine Kinderwiege oder Stubenwagen eignen sich bestens. Insbesondere die sanften, rhythmischen Bewegungen der Wiege
fördern die Babygesundheit.

Wenn Sie Ihrem Kind noch mehr Gutes tun wollen, probieren Sie doch einmal Babyschwimmen aus. Das Planschen schult nicht nur die körperliche, geistige und soziale Entwicklung, sondern macht den Kleinen – und den Eltern – auch sichtlichen Spaß. Kein Wunder, dass Babyschwimmen bei frischgebackenen Eltern zu den beliebtesten Kursen gehört.

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1 Bundesinstitut für Risikobewertung. Abgerufen unter: http://www.bfr.bund.de/de/grundsaetzliches_zum_stillen-10199.html (Stand: 18.08.2017)