Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen: Fruchtbare Tage ermitteln

Ob Sie nun in einem bestimmten Zeitfenster schwanger werden möchten oder der Kindersegen noch auf sich warten lässt – es gibt verschiedene Gründe dafür, das Babyglück nicht allein dem Zufall zu überlassen. Es spielen unzählige Faktoren eine Rolle, damit eine Befruchtung stattfindet. Timing ist hier alles. Doch was können Paare unternehmen, um die fruchtbaren Tage zu ermitteln und so die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen? Lesen Sie hier, welche Methoden es neben dem klassischen Fruchtbarkeitskalender gibt.

Mit einem Fruchtbarkeitskalender lassen sich die fruchtbaren Tage einer Frau leichter ermitteln.

Fruchtbare Tage ermitteln: Die Phasen des weiblichen Zyklus

Der weibliche Zyklus lässt sich in unterschiedliche Phasen untergliedern. Eine Befruchtung erfolgt nur rund um die Ovulationsphase. In dieser Zeit findet der Eisprung statt und die freigegebene Eizelle bleibt für die kurze Dauer von etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig.1 Da aber Spermien in der Gebärmutter circa 3 bis 5 Tage zeugungsfähig sind, ist das Zeitfenster, in dem eine Frau ein Kind empfangen kann, dementsprechend maximal 5 Tage lang.2

Die Phasen des weiblichen Zyklus im Überblick

Tag 1-5 Menstruation: die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut wird abgeblutet

Tag 6-13 Proliferationsphase: Neuaufbau der Gebärmutterschleimhaut, gebildeter Zervixschleim (auch bekannt als weiblicher Scheideausfluss) verschließt den Muttermund

Tag 14 Ovulation/Eisprung: eine Östrogenausschüttung (weibliches Geschlechtshormon) löst einen Anstieg des Hormons LH (luteinisierendes Hormon) aus, das den Eisprung hervorruft

Tag 15-28 Sekretionsphase: die Schleimhaut wird auf eine Einnistung vorbereitet – bei einer Nichtbefruchtung beginnt der Zyklus wieder mit dem Abbluten

Ein Regel- beziehungsweise Fruchtbarkeitskalender ist eine einfache Möglichkeit, den Menstruationszyklus zu beobachten und die besonders fruchtbaren Tage zu ermitteln. Es gibt hierfür verschiedene Methoden und Hilfsmittel, die Ihnen das Dokumentieren erleichtern.

Von klassisch bis modern: Fruchtbarkeitskalender

In manchen gynäkologischen Praxen bekommen Patientinnen ein extra Kärtchen oder Heftchen, indem Sie Einträge zu Ihrem Menstruationszyklus machen können. Diese recht einfach gehaltenen Fruchtbarkeitskalender sind oft praktisch im Portemonnaie mit sich zuführen. So wird er beispielsweise zum nächsten Frauenarztbesuch nicht so leicht vergessen. Es reicht aber auch ein klassischer Taschenkalender oder Ihr Handy. Mittlerweile gibt es zudem spezielle Apps, mit denen sich ebenfalls der weibliche Zyklus beobachten lässt. Tragen Sie hierfür immer den ersten Tag Ihrer Periode ein (Beginn eines Zyklus). Der klassische Menstruationszyklus dauert 28 Tage. Jedoch sind 21 bis 35 Tage ebenfalls noch im normalen Rahmen.2

Im Trend: Zykluscomputer ermitteln fruchtbare Tage

Auch sogenannte Zykluscomputer erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Geräte haben in etwa die Größe eines Brillen-Etuis – sie sind also auch gut auf Reisen mitzunehmen. Je nach Modell werden unterschiedliche Methoden zur Fruchtbarkeitsbestimmung angewandt. So basieren die Ergebnisse der kleinen Computer auf

  • einer Hormonuntersuchung,
  • einer Temperaturmessung oder
  • einer symptothermalen Auswertung (Kombination aus Ausflussveränderungen und Körperwärme).

Da die Geräte in der Handhabung, den Methoden, der Größe sowie dem Preis recht unterschiedlich sind und jeweils andere Vorteile bieten, hat sich kita.de die Mühe gemacht, einen übersichtlichen Vergleich einiger Zykluscomputer für Sie zu erstellen.

Für die Überprüfung des Hormonhaushalts hält die Anwenderin einen Teststreifen in den Morgenurin und schiebt diesen in den Leseschlitz des Geräts. Der Computer misst die Hormonkonzentration von Östron 3 Glucuronid (E3G, ein Östrogen) und luteinisierendes Hormon (LH). Aufgrund dieser Werte gibt er an, wann mit dem Eisprung zu rechnen ist und die fruchtbaren Tage sind.

Da sich auch die Körpertemperatur während des Zyklus verändert, messen einige Geräte auch die sogenannte Basaltemperatur zur Bestimmung der fruchtbaren Tage. Dafür nimmt die Nutzerin morgens, direkt nach dem Aufwachen und möglichst vor dem Aufstehen, die Temperatur. Nach dem Eisprung ist ein kleiner Temperaturanstieg zu verzeichnen, der bis zur nächsten Menstruation anhält. Verantwortlich hierfür ist das Hormon Progesteron, das nach der Ovulation gebildet wird und sich auf die Wärmeregulation einwirkt. Kommt es nicht zu einer Befruchtung der Eizelle, nimmt der Hormonspiegel und damit die Temperatur ab. Es lässt sich also nur rückwirkend sagen, wann die Ovulation stattgefunden hat. Beobachtet eine Frau jedoch über mehrere Zyklen hinweg ihren Temperaturverlauf, kann sie Vermutungen über den Tag ihres Eisprungs anstellen.

Bei Symptothermal-Computern wird die Körpertemperatur gemessen und zusätzlich der Zervixschleim in Hinblick auf seine Konsistenz und Farbe hin untersucht. Dieser Ausfluss der Scheide durchläuft im Laufe des Zyklus verschiedene Veränderungen, worüber sich dann auch gut eine Einordnung in die verschiedenen Phasen erlaubt. Wird die Gebärmutterschleimhaut wiederaufgebaut, verschließt der eher klebrige und weißliche Zervixschleim den Gebärmuttermund und schützt vor Bakterien aus der Scheide. Vor dem Eisprung erinnert der Zervixschleim von der Konsistenz her an Eiweiß: er ist klarer, dünnflüssiger und Faden ziehend, was den Spermien den Weg in die Gebärmutter erleichtert. Wurde die Eizelle nicht befruchtet, „verschlechtert“ sich die Qualität des Schleims, was bedeutet, dass er undurchsichtig, gelblich bis weißlich und klumpig-zäh wird.

Nur was für Geübte

Abgesehen von der Hormonuntersuchung, können Frauen die anderen Methoden auch ohne spezielle Computer umgesetzten. Für die zyklusbedingten Veränderungen der Körperwärme nehmen Sie einfach ein normales Thermometer und beobachten jeden Tag, wie die Konsistenz und Farbe Ihres Ausflusses variiert. Doch erfordert die Interpretation der gewonnen Werte ein bisschen Übung. Die technischen Hilfsmittel vereinfachen die Auswertung der einzelnen Parameter erheblich.

Grundsätzlich gilt: Egal welches Hilfsmittel Sie als Fruchtbarkeitskalender nutzen, pflegen Sie diesen sorgfältig. So ist es von Monat zu Monat leichter und eindeutiger, die fruchtbaren Tage zu ermitteln. Die technischen Helferlein besitzen auch einen gewissen „Lerneffekt“ und speichern die Messergebnisse der letzten Zyklen, was die genauere Bestimmung der jeweiligen Phasen ermöglicht.

Vorfreude: Achten Sie auf sich und genießen Sie die Zeit

Neben dem Ermitteln der fruchtbaren Tage, können Frauen, die Ihre Chancen schwanger zu werden, steigern möchten, noch einiges mehr tun – vor allem für sich. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Flüssigkeit von mindestens 1,5 Liter täglich.3 Besonders Folsäure, die sich zum Beispiel in Hühnerfleisch, Eigelb, Weizenkleie und Spinat befindet, hat eine große Bedeutung bei der Entwicklung eines Embryos. Daher ist es ratsam, den Vitaminspeicher schon vor einer Schwangerschaft gut aufzufüllen. Auf diese Weise kann Ihr Kind ab dem Moment der Befruchtung gut mitversorgt werden – auch, wenn Sie noch gar nichts vom nahenden Babyglück wissen.

Behalten Sie darüber hinaus Ihren Koffeinkonsum im Auge. Denn dieser steht im Verdacht, sich negativ auf eine Schwangerschaft auszuwirken. Gewöhnen Sie sich zudem am besten bereits vor der Schwangerschaft das Rauchen ab. Dann ist es nicht so stressig, wenn Sie von einem Tag auf den nächsten – sobald Sie von der Schwangerschaft wissen – damit aufhören müssen. Zudem ist es förderlich, sich körperlich in einem fitten Zustand zu halten und gegebenenfalls überflüssige Pfunde loszuwerden.

Frauen, die schwanger werden möchten, sollten regelmäßig einen Gesundheitscheck von Ihrem Gynäkologen durchführen lassen und wichtige Impfungen auffrischen. So achten Sie nicht nur auf Ihre eigene Gesundheit, sondern schaffen zudem für Ihr Kind optimale Entwicklungsbedingungen.

Und zu guter Letzt: Entspannen Sie sich! Versuchen Sie Stress – sei es bei der Arbeit oder im Privaten – zu vermeiden und eine ausgeglichenere Haltung anzueignen. Auch wenn das Wunschkind doch mal länger auf sich warten lässt, Bekannte und Freunde in der Familienplanung weiter fortgeschritten sind oder die Eltern ständig nach den Enkeln fragen – bauen Sie bitte keinen zusätzlichen Druck auf. Denn mentale und über einen längeren Zeitraum anhaltende Belastung beeinträchtigt die Fortpflanzungsfähigkeit. Genießen Sie einfach die Zweisamkeit mit Ihrem Partner und versuchen Sie weiterhin mithilfe eines Fruchtbarkeitskalenders die idealen Tage einzugrenzen.

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1Frischknecht-Bieder, Regula: 80 Wochen rund um die Geburt. Norderstedt: Books in Demand GmbH 2010. S. 24.
2Croon, Mariel: Schwanger werden: Den richtigen Zeitpunkt finden. So steigern Sie Ihre Fruchtbarkeit. Stuttgart: TRIAS Verlag 2005. S. 134.
3Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Wasser. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/(05.11.2018)