Die 12. Schwangerschaftswoche: Wie geht es Mutter und Kind?

In der 12. Schwangerschaftswoche befinden Sie sich in der letzten Woche des dritten Monats. Bald haben Sie das erste Trimester hinter sich – viele Schwangere haben dann auch die Schwangerschaftsbeschwerden überstanden. Denn bei vielen lassen Übelkeit, Sodbrennen und Co. im zweiten Trimester nach. Um die Schwangerschaft auch jetzt schon so angenehm wie möglich zu gestalten, erfahren Sie hier, was gegen die häufigsten Beschwerden hilft. Außerdem informieren wir Sie, was sich bei Ihrem Baby tut.

Schwangere Frau hat einen kleinen Bauch, das Baby wächst immer weiter

Der Fötus in der 12. Schwangerschaftswoche

Der Fötus in Ihrem Bauch hat bereits seit der elften Schwangerschaftswoche funktionsfähige Organe. In den nächsten Wochen reifen sie noch weiter aus und spezialisieren sich.

So hat sich der Fötus entwickelt:

  • Er ist circa 45 Gramm schwer.
  • Der Fötus ist fünf Zentimeter groß, etwa so wie eine Aprikose.
  • Organe und Gehirn funktionieren und reifen. Die Hirnanhangdrüse produziert Hormone.
  • Die Stimmbänder entstehen.
  • Das Baby kann lächeln und lutscht am Daumen, wackelt mit dem Kopf und dreht sich.
  • Die Knochen verhärten sich.
  • Das Herz des Fötus schlägt 120 bis 160 Mal pro Minute, doppelt so schnell wie das der Mutter.

Mit dem Baby wächst auch der Mutterkuchen (Plazenta). Denn umso größer das Baby, desto mehr Nährstoffe braucht es und Abfallprodukte fallen an. Gegen Ende der 12. Schwangerschaftswoche ist die Plazenta etwa so groß wie eine Faust.

Inzwischen scheidet der Fötus über die Niere Urin aus, den er wieder mit dem Fruchtwasser verschluckt. Manchmal bekommt das Baby dadurch Schluckauf – das können manche Mütter jetzt schon spüren.

Veränderungen und Beschwerden während der 12. Schwangerschaftswoche

Eine völlig beschwerdefreie Schwangerschaft ist selbstverständlich selten. Kommt aber doch immer wieder vor. Wenn Sie also zu den Frauen zählen, die nicht unter Übelkeit, Sodbrennen Stimmungsschwankungen, Kreislaufproblemen und Co. leiden, können Sie sich freuen. Falls Sie zur Mehrheit der Schwangeren gehören, die mit Übelkeit, Sodbrennen oder Verstopfung zu kämpfen hat: Hier informieren wir Sie, was es mit der Beschwerde auf sich hat und was helfen kann.

Hilfe bei Sodbrennen

Normalerweise verhindert ein Schließmuskel, dass saurer Mageninhalt aufsteigt. Während der Schwangerschaft lockern sich Muskeln und Bindegewebe und Mageninhalt kann in die Speiseröhre aufsteigen – Sodbrennen entsteht. Auch wenn Sodbrennen nicht gefährlich für Mutter oder Kind ist, kann es sehr unangenehm sein.

Hier hilft:

  • Nehmen Sie kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich.
  • Legen Sie sich nicht direkt nach dem Essen hin, da das den Rückfluss von Magensäure erleichtert.
  • Knabbern Sie nach dem Essen Mandeln mit Schale, da die Nüsse Säure neutralisieren können.
  • Trinken Sie Fenchel-Anis-Kümmel-Tee.
  • Schlafen Sie auf der linken Seite.

Während der Schwangerschaft sollten Sie sich genügend Ruhe gönnen, da der Körper sich in kurzer Zeit stark verändert. Die Entspannung kann auch gegen das lästige Sodbrennen helfen.

Verstopfung, Ausfluss und andere Beschwerden

Neben Sodbrennen leider viele Schwangere auch an Verstopfung, Ausfluss oder schmerzenden Brüsten.

Verstopfung in der Schwangerschaft kommt daher, dass bestimmte Hormone die Magen-Darm-Tätigkeit verlangsamen. Außerdem kann die Gebärmutter, die inzwischen etwa so groß ist wie ein Apfel, auf den Darm drücken. Um die Verstopfung los zu werden, sollten Sie auf genügend Bewegung und Ihre Ernährung achten. Verdauungsförderlich sind zum Beispiel Ballaststoffe. Sie stecken in Obst, Gemüse und in Vollkornprodukten. Abführmittel dürfen wie auch andere Medikamente in der Schwangerschaft meist nicht genommen werden.

Viele Frauen leiden um die 12. Schwangerschaftswoche an schmerzenden Brüsten. Die Brüste werden größer, da sich zusätzliche Milchdrüsen und eine Fettschicht bilden. Dieses schnelle Wachsen der Brüste kann zu Schmerzen führen. Haben Sie dieses Problem, achten Sie darauf, dass BHs bequem sitzen und nicht zusätzlich einschnüren.

In der Schwangerschaft erhöht sich der Östrogenspiegel. Durch das Hormon kommt es bei vielen Frauen zu mehr Ausfluss aus der Scheide. Solange dieser nicht übelriechend oder blutig ist, ist das aber nicht bedenklich.

Das Risiko einer Fehlgeburt sinkt

Das Fehlgeburtsrisiko sinkt mit fortschreitender Schwangerschaft: Ab der 12. Schwangerschaftswoche liegt es sogar unter einem Prozent. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie auf Ihren Körper achten und sich nicht überfordern. Bei Beschwerden wie

  • starken Unterleibsschmerzen,
  • Schmierblutungen,
  • Fieber ab 38 Grad Celsius,
  • starken Kopfschmerzen,
  • Sehstörungen oder
  • Schmerzen beim Wasserlassen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Diese Beschwerden müssen kein Risiko für das Baby darstellen, aber zur Sicherheit sollten sie vom Fachmann in Augenschein genommen werden. In vielen Fällen handelt es sich lediglich um eine harmlose Begleiterscheinung der Schwangerschaft.

Auch bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie zum Arzt gehen. Zum Beispiel, wenn Sie über einen Zeitraum von 24 Stunden kaum Nahrung oder Flüssigkeit bei sich behalten können, besteht die Gefahr einer Austrocknung. Falls nötig, kann der Arzt eine Infusion legen.

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