Homöopathie für Babys

 

Viele erwachsene Menschen schätzen die Homöopathie, wenn sie krank sind. Mittlerweile gibt es homöopathische Mittel auch für Babys. Gerade bei den typischen Wehwehchen sind die sogenannten „Kügelchen“ sehr beliebt. Was sollten Eltern beachten?

 

Was ist Homöopathie?

Homöopathie bei Babys: Fläschchen mit Globulis.

Die Homöopathie ist ein Naturheilverfahren. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „ähnliches Leiden“. Das Prinzip, auf dem die Homöopathie aufbaut, besteht darin, Gleiches mit Gleichem zu behandeln. Der Patient erhält also ein Mittel, das bei einem Gesunden zu den Beschwerden führt, von denen der Erkrankte aktuell betroffen ist.

Ein gutes Beispiel für das Heilungsprinzip der Homöopathie ist das Mittel Allium cepa. Dahinter verbirgt sich nichts weiter als die Zwiebel. Wer häufiger in der Küche steht und kocht, der weiß, dass beim Schneiden einer Zwiebel Stoffe freigesetzt werden, die dazu führen, dass die Augen tränen und die Nase zu laufen beginnt. Darum verwendet man Allium cepa beispielsweise bei Menschen, die unter Heuschnupfen leiden. Denn auch dann leidet man unter tränenden Augen und triefender Nase.

Die Zwiebel als Hausmittel

 

Die Zwiebel ist ein beliebtes Hausmittel bei Husten. Leidet das Baby nachts unter Hustenattacken, hilft es, eine kleingeschnittene Zwiebel auf einem Teller neben das Bett zu stellen. Wird die Zwiebel geschnitten, setzt dies heilsame Stoffe frei, die das Kind wiederum einatmet.

Homöopathische Potenzen: Weniger ist mehr

Homöopathen greifen heutzutage auf ungefähr 2.500 verschiedene Mittel zurück. Allerdings gibt es jeden Wirkstoff in unterschiedlichen Potenzen. Denn die Homöopathie setzt darauf, dass der Heilungseffekt umso stärker ist, je geringer der Wirkstoff in einem Medikament enthalten ist. Darum werden homöopathische Mittel verdünnt, also potenziert.

Diese Potenzen werden mit einem Buchstaben und einer Zahl bezeichnet. Die Buchstaben-Zahlenkombination bezieht sich darauf, wie stark die pflanzlichen Wirkstoffe verdünnt worden sind. Beispielsweise:

    • C = Hunderterpotenz

10 = Faktor

Das heißt: Ein Wirkstoff ist zehn Mal um das Hundertfache verdünnt worden.

Grundsätzlich sagt man in der Homöopathie: je höher die Potenzierung, desto höher der Heileffekt. Das gilt auch für Kinder und Babys.

Globuli und Co. für Babys

In der Regel empfiehlt man für Babys und Kleinkinder eine D6-Potenz. Allerdings ist dies sehr stark von der Erkrankung und dem jeweiligen Wirkstoff abhängig. Oftmals wird auch D12 oder C30 empfohlen. Die Darreichungsform sind Tropfen, Tabletten und Globuli (Streukügelchen). Gerade die „Kügelchen“ sind bei Eltern von Babys und Kleinkindern sehr beliebt, weil man sie den Kindern leicht verabreichen kann.

Die häufigsten homöopathischen Mittel für Babys sind:

  • Aconitum (Eisenhut)
  • Arnica
  • Belladonna (Schwarze Tollkirsche)
  • Calcium Carbonicum
  • Calcium Phosphoricum
  • Chamomilla (Kamille)
  • Natrium Chloratum (Kochsalz-Basis)
  • Nux Vomica (Brechnuss)
  • Phosphorus
  • Pulsatilla (Hahnenfußgewächs)
  • Sulfur (Schwefel-Basis)

Tipp: Globuli kann man kleinen Babys nacheinander in die Wangentasche legen. Sie lösen sich im Mund von alleine auf.

Ist Homöopathie für Babys unbedenklich?

Auf der Verpackung von homöopathischen Mitteln findet man meist den Hinweis, dass keine Nebenwirkungen bekannt sind. Das liegt zum einen an der starken Verdünnung und zum anderen an den pflanzlichen Wirkstoffen. Dennoch sollte Homöopathie für Babys nicht ohne ärztlichen Rat angewandt werden.

In den USA hat im Februar 2017 ein homöopathisches Mittel, das Babys das Zahnen erleichtern soll, für Aufruhr gesorgt. Das Mittel enthielt zu viel Belladonna, also Tollkirsche. Zeitungsberichten zufolge wird der Tod von insgesamt zehn Kleinkindern im Zusammenhang mit dem Präparat untersucht. Außerdem 400 Fälle von Nebenwirkungen mit teils schweren Symptomen wie Ohnmacht, epileptischen Anfällen, Fieber, Krämpfen und Kurzatmigkeit.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte schloss ähnliche Fälle in Deutschland aus, da im Gegensatz zu den USA hierzulande überprüft wird, ob die Präparate so stark verdünnt sind, dass sie unbedenklich sind. Die starke Verdünnung führt in Deutschland eher dazu, dass Globuli nicht viel mehr als Milchzucker und Lösungsmittel enthalten – und somit für Babys kein erhöhtes Risiko darstellen. Trotzdem sollten Eltern vor der Anwendung homöopathischer Mittel den Kinderarzt um Rat fragen.

Fazit: Homöopathie für Babys

Ebenso wie Erwachsene können auch Babys und Kleinkinder mit Homöopathie behandelt werden. Um den kleinen Körper mit starken Wirkstoffen herkömmlicher Medikamente nicht zu belasten, greifen Eltern manchmal lieber zu diesem Naturheilverfahren.

Wichtig ist, das richtige Präparat in der passenden Dosis zu verabreichen. Eltern können sich bei ausgebildeten Homöopathen und Heilpraktikern, aber auch bei Kinderärzten mit einer Zusatzausbildung beraten lassen. Dabei sollte man jedoch nicht übersehen, dass der Begriff „Homöopath“ nicht geschützt ist. Im Prinzip kann sich jeder so bezeichnen.

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