Rund um Babykrankheiten


Erkältungen treten bei Babys besonders oft auf. Der letzte Schnupfen ist gerade abgeklungen, da hustet das Baby plötzlich wieder? Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind häufig erkältet ist. Kinderärzte stufen vier bis zwölf Infekte pro Jahr bis zum Schulalter als normal ein.1

Weitere typische Babykrankheiten sind beispielsweise:

Bei diesen Babykrankheiten handelt es sich überwiegend um Infektionen. Säuglinge sind dafür sehr anfällig, da sich ihr Immunsystem noch im Aufbau befindet. Der Körper muss erst lernen, Erreger als solche zu erkennen und zu bekämpfen. Die Eigenabwehr des Babys muss also erst trainiert werden.

Neugeborenengelbsucht

Bei manchen Babys geht es mit den gesundheitlichen Problemen schon früh los. So tritt beispielsweise die Neugeborenengelbsucht (auch Ikterus neonatorum genannt) bereits in den ersten Lebenstagen auf. Streng genommen handelt es sich dabei aber eher um einen Anpassungsprozess des Körpers als um eine richtige Babykrankheit.

Die Neugeborenengelbsucht bildet sich in der Regel auch ohne Behandlung innerhalb von 10 bis 14 Tagen zurück.2 Die Hebamme (beziehungsweise der Kinderarzt) behält die Entwicklung im Blick. Verbessert sich der Zustand nicht, kann der gelbe Farbstoff Bilirubin in der Haut mithilfe einer Lichttherapie (spezielles blaues Licht) umgewandelt und über den Urin ausgeschieden werden.

Verdauungsbeschwerden bei Babys


Verdauungsbeschwerden sind ein großes Thema bei Babys. Der Darm der Kleinen muss sich zunächst an die Mutter- oder Ersatzmilch gewöhnen. Bauchweh, Verstopfung und Blähungen sind in den ersten Wochen bis Monaten daher völlig normal.

Hat mein Baby Durchfall?

Von einer Durchfallerkrankung spricht man, wenn ein Baby oder Kleinkind mehr als dreimal pro Tag wässrigen Stuhl in der Windel hat.3 Nach dem Beikoststart kann beispielsweise die Unverträglichkeit einer Speise ursächlich sein. Bei andauerndem oder häufig wiederkehrendem Durchfall steckt womöglich eine Lebensmittelallergie dahinter. In jedem Fall sollten Eltern ihr Kind bei einem Arzt vorstellen.

Allergien bei Kleinkindern und Säuglingen


Im Säuglings- und Kleinkindalter sind Lebensmittel der Hauptauslöser einer allergischen Reaktion. Ein Nahrungsmittel, das Kinder gelegentlich nicht vertragen, ist beispielsweise Kuhmilch.

Weitere häufige Auslöser einer Lebensmittelallergie bei Babys sind:

  • Hühnerei
  • Weizen (beziehungsweise das darin enthaltene Klebereiweiß Gluten)
  • Fisch
  • Soja
  • Nüsse

Die Kinder reagieren auf den allergieauslösenden Stoff in der Regel mit Übelkeit und Erbrechen. Auch Durchfall ist ein typisches Zeichen, beispielsweise bei einer Glutenunverträglichkeit. Eine allergische Reaktion kann sich allerdings auch als Hautausschlag bemerkbar machen und zu Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen führen.

Sollten Sie bei Ihrem Kind eine Allergie vermuten, suchen Sie einen Arzt auf. Er kann zunächst empfehlen, ein Symptomtagebuch zu führen, in welches Sie eintragen, welche Lebensmittel das Kind in welcher Form (zum Beispiel gekocht oder roh) zu sich nimmt und wann Beschwerden auftreten. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, einen Haut- oder Bluttest durchzuführen, um Allergene auszumachen. Anschließend kann der Experte das weitere Vorgehen bestimmen.

Hauterkrankungen bei Babys


Babyhaut ist sehr sensibel, darum kommt es bei kleinen Kindern schnell zu einer Hauterkrankung und entsprechenden Irritationen. Häufige Hautkrankheiten sind beispielsweise:

  • Kopfgneis: Diese Hauterkrankung ist in der Regel harmlos. Aufgrund einer gesteigerten Produktion der Talgdrüsen bilden sich fettige Schuppen auf der Kopfhaut. Da es Babys normalerweise nicht stört, stellt Kopfgneis ein vorrangig ästhetisches Problem dar und bildet sich meist im ersten Lebensjahr zurück.4
  • Milchschorf: Rein optisch lässt sich dieser von Laien nur schwer von Kopfgneis unterscheiden. Bei Milchschorf handelt es sich um harte, gelbliche Schuppen und Krusten, die stark jucken. Er ist auf entzündliche Prozesse der Kopfhaut zurückzuführen und gilt als mögliche Vorstufe der Neurodermitis.
  • Herpesviren: Auch Viren können Hauterkrankungen auslösen. Ein Beispiel sind die sehr ansteckenden Windpocken, die von Varizellen (Gruppe der Herpesviren) verursacht werden. Typische Anzeichen sind kleine, hellrote Knoten, die im Verlauf zu Blasen mit virushaltigem Bläscheninhalt werden. Sie brechen letztendlich auf und trocknen aus. Windpocken tauchen als erstes am Rumpf sowie Kopf auf, werden von starkem Juckreiz begleitet und gehen oft mit Fieber einher.
  • Windeldermatitis: Bei der Hauterkrankung ist der Bereich um After und Genitalien gerötet und nässt eventuell. Zusätzlich treten oft sogenannte Papeln (kleine Knötchen) auf. Die Feuchtigkeit und der Wärmestau in der Windel gelten als Ursache für Windeldermatitis. Faktoren wie zum Beispiel reizende Bestandteile der Windel oder auch Darmerkrankungen fördern mitunter die Entstehung.
  • Windelsoor: Gesellen sich zu einer Windeldermatitis Hefepilze, sprechen Experten von Windelsoor. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans. Zusätzlich zu den Papeln können dann Knötchen mit Schuppen am Rand des Ausschlags auftreten und sich auf Oberschenkel, Bauch oder Leiste ausbreiten. In diesem Fall lassen sich die Symptome nicht mehr durch Selbstmaßnahmen in den Griff bekommen. Somit ist ein Arztbesuch dringend angeraten. Der Mediziner verschreibt dann meist eine spezielle Paste.

Babykrankheiten: Parasiten


Würmer, Zecken, Läuse – Parasiten lauern überall. Dabei handelt es sich um kleine Lebewesen, die in oder auf einem Menschen leben und sich von ihm ernähren. Vor allem Zecken gelten als gefährlich, da sie Krankheiten übertragen, beispielsweise Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die kleinen Tierchen lauern in Büschen und hohen Gräsern, weswegen auch Babys zum Beispiel beim Krabbeln im Garten gefährdet sind. Demgegenüber sind Kopfläuse und Würmer in der Regel eher harmlos, vor allem in unseren Breitengraden.

Babys und Kleinkinder stecken sich oft an. Kopfläuse beispielsweise sind vor allem in der Krippe, im Kindergarten, bei der Tagespflege oder in der Schule weit verbreitet. Durch Kuscheln oder Spielen erleichtern es die Kinder den Krabbeltierchen, von einem Schopf zum anderen zu gelangen.

Sonderfall: Plötzlicher Kindstod


Ein von Eltern besonders gefürchtetes Ereignis ist der sogenannte Plötzliche Kindstod oder auch SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) genannt. Dabei stirbt das Baby während des Schlafs, ohne dass eine Ursache festgestellt werden kann. Aktuell diskutieren Forscher, ob die Veränderung eines bestimmten Gens verantwortlich sein kann. Besonders betroffen sind Kinder zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat.5

Bei vielen Kindern, die auf diese Art sterben, liegen jedoch auch Risikofaktoren vor. Dazu gehören zum Beispiel Alkohol- und Drogenkonsum der Eltern, aber auch das Passivrauchen durch das Kind. Darüber hinaus gibt es in der Gestaltung der Schlafumgebung Risiken: Babys sollten beispielsweise nicht überwärmen. Kissen und Decken erhöhen die Gefahr, zu ersticken. Am sichersten schläft ein Baby in einem Schlafsack.

Werdende Eltern können eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um das Risiko eines Plötzlichen Kindstodes zu senken. Hebamme und Frauenarzt stehen dabei beratend zur Seite. Dank der heutigen Empfehlungen und Aufklärung der Eltern sind die Fälle von SIDS in den letzten 14 Jahren um rund 80 Prozent zurückgegangen.6

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Barbara Ward Barbara Ward ist freie Autorin der Redaktion. Sie studierte Medienwissenschaften und Journalismus in Köln und Berlin. In Gesundheitsfragen kennt sie sich aus, denn sie schreibt schon seit vielen Jahren für Fachverlage, Medizin-Websites und Krankenversicherungen. Eine ausgewogene Perspektive und fundierte Recherche liegen ihr im Sinne der Leser besonders am Herzen. Barbara Ward Autorin kanyo® mehr erfahren
Monika Hortig Die ersten Artikel schrieb Monika Hortig in ihrem Kinderzimmer und speicherte sie noch auf Diskette. Dass sie eines Tages Redakteurin werden möchte, wusste sie schon sehr lange. Deswegen zog es sie nach ihrem Studium in die Münchener Verlagswelt. Nach diversen Praktika in Online-Redaktionen absolvierte sie ihr Volontariat bei verschiedenen Lifestyle-Magazinen – unter anderem mit Schwerpunkt Sport und Ernährung. Das steigende Interesse für medizinische Themen führte sie letztendlich zu kanyo®. Als Medizinredakteurin kann sie hier ihre beiden Vorlieben – Online-Journalismus und Gesundheit – vereinen. Monika Hortig Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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