Alles Wichtige zur Verdauung eines Babys

Der Magen-Darm-Trakt eines Babys ist sensibel. Gerade in den ersten drei Monaten haben viele Neugeborene mit Verdauungsproblemen zu kämpfen: Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen sorgen für Unruhe. Im Laufe der Zeit reguliert sich die Verdauung meist von alleine. Bis dahin können Eltern ihrem Baby ein wenig Erleichterung verschaffen.    

Der erste Stuhlgang

Der erste Stuhlgang eines Kindes ist das Mekonium, auch Kindspech genannt. Es handelt sich dabei um eine dunkle, grünliche Masse, die zäh und klebrig ist. Genau genommen ist Kindspech kein Stuhl, denn das Kind scheidet Härchen und Hautschüppchen aus, die es mit dem Fruchtwasser aufgenommen hat.

Das Mekonium sollte in den ersten beiden Tagen ausgeschieden werden. In den folgenden Wochen scheidet ein Neugeborenes mehrmals täglich Stuhl aus, oftmals mit jeder Milchmahlzeit. Die Verdauung jedes Babys ist jedoch individuell zu betrachten, genauso wie bei Erwachsenen. Darum ist es nicht ganz leicht zu sagen, was eine normale Verdauung beim Baby ist.

Hat mein Baby ein Verdauungsproblem?

Verdauungsbeschwerden können schmerzhaft sein: Schreiendes Baby liegt auf dem Unterarm der Mutter.

Eine Faustregel besagt: „Fünfmal am Tag oder einmal alle fünf Tage!“ Das zeigt, wie unterschiedlich die Verdauung von Babys sein kann. Manche Stillkinder haben bis zu vier Stuhlgänge pro Tag, andere lediglich einmal pro Woche. Ein Stillkind, das seltener als einmal pro Woche Stuhlgang hat, sollte zwar einem Kinderarzt vorgestellt werden, es muss aber nicht zwangsläufig Verdauungsprobleme haben. Insbesondere wenn es nicht unter Blähungen oder Bauchschmerzen leidet.

Der Stuhlgang bei Flaschennahrung ist meist etwas breiig und hat eine hellgelbe Färbung. Säuglinge, die Flaschennahrung erhalten, sollten spätestens alle drei Tage den Darm entleeren. Denn Milchpulver führt in der Regel schneller zu Verstopfung als Muttermilch.

Bauchweh und Blähungen: Typische Verdauungsprobleme beim Baby

Wenn Ihr Baby nach den Mahlzeiten anfängt, zu weinen, und sich nur schwer beruhigen lässt, leidet es vermutlich unter Verdauungsbeschwerden. Das ist keine Seltenheit. Viele Kinder sind besonders in den ersten drei bis vier Monaten von Bauchweh und Blähungen betroffen. Diese Phase wird häufig als Dreimonatskoliken bezeichnet, wobei nicht geklärt ist, ob die Blähungen die Ursache oder die Folge des häufigen Schreiens sind. Manche Kinder schlucken bei der Nahrungsaufnahme zu viel Luft. Das kann beispielsweise passieren, wenn der Sauger die falsche Größe hat oder das Kind beim Stillen nicht richtig angelegt wird. Eine Hebamme kann bei diesen Problemen sehr gut weiterhelfen.

Bei Blähungen und Bauchweh gibt es einige bewährte Tricks, die dem Baby Erleichterung verschaffen:

  • Fliegergriff: Das Baby liegt in der Bauchlage auf Ihrem Unterarm. Der Kopf ruht dabei in Ihrer Hand oder der Ellenbeuge. In dieser Haltung kann die im Darm gefangene Luft besser entweichen.
  • Bauchmassage: Rotieren Sie sanft mit Daumen und Zeigefinger im Uhrzeigersinn über den Bauch des Babys. Beginnen Sie dabei oberhalb des Bauchnabels. So führen Sie mit sanftem Druck die Luft durch den Magen-Darm-Trakt.
  • Fencheltee: Flaschenkinder können das Milchpulver in Fencheltee angerührt bekommen. Auch Kümmeltee hilft, den Magen zu beruhigen.

Durchfall beim Baby

Wenn ein Baby häufiger als fünfmal pro Tag wässrigen Stuhl in der Windel hat, spricht man von Durchfall (Diarrhö). Die Verdauung eines Babys ist sensibel, daher gibt es viele Auslöser für Durchfall. Häufige Ursachen sind

  • eine Darminfektion oder
  • eine leichte Lebensmittelvergiftung.

Dann wird der Durchfall oft von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Unwohlsein oder Erschöpfung begleitet. Aber auch Aufregung oder eine Allergie können zu Verdauungsproblemen führen. Manche Babys reagieren mit Durchfall auf das Durchbrechen der Zähne.

In den meisten Fällen ist es nicht ratsam, den Durchfall eines Babys zu stoppen. Wichtig ist, dass das Kind durch den hohen Flüssigkeitsverlust nicht dehydriert. Eltern sollten daher darauf achten, dass das Baby möglichst viel trinkt. Die Gabe von Elektrolyten kann helfen, den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren. Lassen Sie sich hierzu jedoch von einem Kinderarzt beraten. Auch wenn der Durchfall blutig ist, sollte das Kind umgehend ärztlich untersucht werden.

Fazit: Verdauung des Babys

Solange ein Baby gut wächst und zunimmt, brauchen sich Eltern in der Regel keine Gedanken um die Verdauung zu machen. Wenn das Kind länger als eine Woche keinen Stuhlgang hat oder nach den Mahlzeiten häufig quengelt und weint, sollte die Verdauung beim Kinderarzt überprüft werden. In manchen Fällen schafft ein Ernährungsumstellung Abhilfe – aber bei den meisten Babys reguliert sich das Verdauungsproblem mit der Zeit ganz von alleine.

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