Schlechte Laune vor dem Laufen lernen


Wenn ein Baby kurz davor ist, seine ersten Schritte zu tun, kann es sein, dass sich das Baby plötzlich verändert. Zu diesen Anzeichen gehören:

  • vermehrtes Quengeln
  • Wutanfälle
  • Appetitlosigkeit
  • großes Bedürfnis nach elterlicher Nähe
  • häufiges Aufwachen in der Nacht (auch bei durchschlafenden Babys)

Das hat damit zu tun, dass das Baby die anstehende Entwicklung spürt. Entweder es wird ungeduldig, weil es die neue Fähigkeit endlich beherrschen möchte, oder es fühlt sich sogar verunsichert. Dies führt dazu, dass das Baby kurz vor dem Laufen auf unerklärliche Weise „anstrengend“ wird. Sehen Sie es ihm nach und versuchen Sie, Ihr Baby durch Ihre beruhigende Gegenwart und mit positiver Unterstützung ins Gleichgewicht zu bringen.

Vorsicht bei Lauflernhilfen


Seit einigen Jahren gibt es sogenannte Lauflernhilfen oder Babywalker: Es handelt sich um kleine Wägelchen, die die Kinder vor sich herschieben können. Damit sollen sie schneller Laufen lernen.

Babys sind von diesen Geräten meist hellauf begeistert. Kein Wunder, denn sie kommen damit schnell vorwärts. Allerdings sind diese Laufwagen stark umstritten. Zunächst hat die Stiftung Warentest bei vielen Geräten Sicherheitsmängel festgestellt. Aber auch Kinderärzte berichten vermehrt von Unfällen. Denn immerhin erreicht ein Baby mit einem Babywalker bis zu zehn Stundenkilometer. Das ist für einen so kleinen Menschen eine recht hohe Geschwindigkeit. Wenn das Baby dann stürzt, kann es sich sehr unglücklich verletzen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Kinder in den Lauflernhilfen erhöht stehen – und somit an höhergelegene Gegenstände herankommen. Dadurch erhöht sich beispielsweise die Gefahr von Verbrühungen, etwa, wenn sie einen heißen Topf vom Herd ziehen.

Darüber hinaus können Lauflernwagen sogar das Gegenteil bewirken – das Kind läuft unter Umständen später. Denn das Gerät ist zwar unterstützend, nimmt dem Baby aber auch die Arbeit ab. Um Laufen zu lernen, muss das Baby die Fähigkeit entwickeln, auf den eigenen Beinchen alleine die Balance zu halten. Solange es an einem Babywalker übt, kann es seinen Gleichgewichtssinn nicht trainieren.

Wann lernt ein Baby laufen?


Im Schnitt beginnen Kinder um den ersten Geburtstag herum zu laufen. Manche sind schon mit zehn oder elf Monaten soweit, andere krabbeln noch bis zum 15. Lebensmonat. Eltern sollten sich nicht in einen Wettbewerb mit anderen Kindern begeben. Die Entwicklungsschritte von Babys folgen zwar einem gewissen Muster, die individuelle Entwicklung kann jedoch ganz unterschiedlich ausfallen. Beispielsweise beobachtet man, dass Babys mit großen Geschwistern schneller laufen, weil sie stärker motiviert sind mitzuhalten.

Solange sich das Baby motorisch und psychosozial gut entwickelt, kann es sich mit dem Laufen lernen durchaus Zeit lassen. Sprechen Sie Ihren Kinderarzt vertrauensvoll an, wenn Sie sich Sorgen um das Laufen Ihres Babys machen.

Hurra, ich laufe!


Wenn die ersten Schritte gemacht sind, beginnt eine neue Zeit. Eltern sind meist voller Stolz, und das Baby ist es auch. Es erlebt die Welt nun nicht mehr von unten, zumindest nicht mehr von ganz unten. Aus der neuen Perspektive sieht plötzlich alles anders aus – und es erweitert sich außerdem der Bewegungsradius.

Viele Babys sind von ihrer neuen Fähigkeit so begeistert, dass sie kaum noch etwas anderes tun möchten. In der ersten Zeit kann es daher sein, dass in anderen Bereichen ein Entwicklungsstillstand auftritt. Bilderbücher oder Spielzeug werden links liegen gelassen. Dafür spielt das laufende Baby nun gerne mit Körpereinsatz, beispielsweise Verstecken oder Fangen. Kleine Läufer möchten nun nicht mehr im Kinderwagen sitzen, sondern die Welt viel lieber auf zwei Beinen erkunden – leider meist in die falsche Richtung. Für die Eltern ist das eine anstrengende Zeit. Da hilft nur Geduld.

Die kindersichere Wohnung


Wenn das Baby Laufen gelernt hat, ist noch einmal ein guter Zeitpunkt, um die Wohnung auf Kindersicherheit zu überprüfen. Denn nun gelangt das Baby noch schneller an höhere Objekte. Die wichtigsten Gefahrenquellen sind:

  • Putzmittel
  • Steckdosen
  • Medikamente
  • lose Elektrokabel
  • Treppen
  • Plastiktüten
  • offene Fenster/Türen

Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Räume entsprechend absichern oder Gegenstände so verstauen, dass Ihr Baby auch auf zwei Beinen keinen Zugriff darauf hat.

Tipp: Einem Laufanfänger muss längst nicht jeder Stolperstein aus dem Weg geräumt werden. Es ist wichtig für ein Baby, seine Geschicklichkeit zu erproben. Solange sich Ihr Baby grundsätzlich in einem sicheren Umfeld bewegt, müssen sie es nicht vor jedem kleineren Sturz bewahren.

Das könnte Sie auch interessieren:

Barbara Ward Barbara Ward ist freie Autorin der Redaktion. Sie studierte Medienwissenschaften und Journalismus in Köln und Berlin. In Gesundheitsfragen kennt sie sich aus, denn sie schreibt schon seit vielen Jahren für Fachverlage, Medizin-Websites und Krankenversicherungen. Eine ausgewogene Perspektive und fundierte Recherche liegen ihr im Sinne der Leser besonders am Herzen. Barbara Ward Autorin kanyo® mehr erfahren