Stillen: Wichtig für Leib und Seele

Die Muttermilch ist ein Wunderprodukt der Natur. Sie enthält alle wichtigen Nährstoffe in genau der passenden Menge für das Baby. Gleichzeitig spielt das Stillen eine große Rolle für die Bindung zwischen Mutter und Kind.

Beim Stillen nimmt das Kind wichtige Nährstoffe über die Muttermilch auf.

Die ersten Lebensmonate sind für ein Baby ganz schön anstrengend. Es muss nun alleine atmen, essen, Reize aufnehmen und natürlich – wachsen, wachsen, wachsen. Dafür braucht es eine Ernährung, die ihm die passenden Nährstoffe bietet. Stillen ist dafür optimal, denn mit der Muttermilch erhält ein Neugeborenes alles, was es braucht. Dazu gehören:

  • Kohlenhydrate
  • Fette
  • Spurenelemente
  • Vitamine
  • Eiweißstoffe
  • Mineralstoffe

Hallo Baby – Stillen direkt nach der Geburt

Wenn Kinder auf die Welt kommen, sind sie bereits in der Lage zu saugen. Das haben sie im Mutterleib geübt, indem sie am Daumen gelutscht haben. Auch der Körper der Frau ist direkt nach der Geburt auf das Stillen vorbereitet, weshalb man Neugeborene der Mutter nach der Entbindung sehr schnell auf die Brust legt. Wenn das Baby beginnt, saugende Bewegungen zu machen, ist der Moment für das erste Stillen gekommen.

Das Baby sucht manchmal schon innerhalb von Minuten instinktiv nach der Brust der Mutter, mitunter aber auch erst nach einer Stunde. Zu diesem Zeitpunkt produziert der weibliche Körper eine Vormilch, das sogenannte Kolostrum. Es enthält in erster Linie Abwehrstoffe und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Verdauung des Kindes in Gang gesetzt wird.

Wissenswert: Auch nach einem Kaiserschnitt kann meist sehr schnell mit dem Stillen begonnen werden. Nur wenn der Kaiserschnitt unter Vollnarkose erfolgte, kann es einige Stunden dauern. Das liegt jedoch an der Müdigkeit der Mutter, das Baby ist von der Narkose nicht belastet.

So verändert sich die Muttermilch

Die Vormilch ist eine klare, leicht gelbliche Flüssigkeit. Erst in den vier Tagen nach der Geburt schießt die Milch richtig ein. Die Mutter spürt dies durch einen stärkeren Druck und ein Spannungsgefühl in der Brust.

Die sogenannte Übergangsmilch ist dann zwar auch gelblich, aber etwas cremiger als die Vormilch. Damit wird das Baby etwa zwei Wochen lang gestillt. Erst ab der dritten Woche nach der Geburt produziert die Mutter die Frauenmilch, mit der sie bis zum Ende der Stillzeit das Baby ernährt. Die Muttermilch hat dann eine weißbläuliche Tönung.

Der richtige Zeitpunkt für das Stillen

Viele Frauen fragen sich, ob sie ihr Neugeborenes mit der Vormilch überhaupt richtig stillen können. Da der Magen eines Säuglings jedoch noch winzig ist, bedarf es nicht viel Flüssigkeit, um einen Säugling zu sättigen. Ist das Baby dennoch unzufrieden, kann das auch andere Gründe haben, beispielsweise sucht es vielleicht Nähe oder braucht nach einem Tag mit viel Besuch einfach etwas Ruhe.

Babys, die gerne gestillt werden möchten, senden meist folgende Signale:

  • Das Baby streckt die Zunge zur Unterlippe, dreht den Kopf hin und her.
  • Das Baby runzelt die Stirn, ballt die Fäustchen und kreuzt Beine und Arme.
  • Das Baby beginnt zu schreien.

Tipps für das richtige Stillen

In der Regel sucht das Baby intuitiv die Brust der Mutter – Stillen muss somit nicht erst gelernt werden.

Für das richtige Stillen gibt es dennoch ein paar Tipps:

Die Position

Für das Stillen ist die richtige Position enorm wichtig. Viele Frauen stillen im sogenannten Wiegegriff, bei dem das Baby im Arm der Mutter liegt. Man kann jedoch auch im Liegen stillen, was besonders nachts sehr angenehm ist, oder mit der sogenannten Football-Position (Rückengriff). Dabei wird das Baby sozusagen „unter den Arm geklemmt“. Diese Haltung ist besonders nach einem Kaiserschnitt vorteilhaft, weil das Kind nicht auf den Bauch drückt.

Das Stillkissen

Ein Stillkissen ist sehr hilfreich, weil das Baby damit leicht in eine stabile und bequeme Position gebracht wird. Aber auch die Mutter sollte möglichst komfortabel sitzen oder liegen. Ansonsten treten unangenehme Verspannungen im Nacken oder in den Armen auf. Im Sitzen kann ein Fußhocker das Stillen erleichtern.

Das Saugen

Das Baby sollte beim Stillen möglichst gerade liegen und den Kopf nicht drehen müssen, um an die Brust zu gelangen. Um den Saugreiz auszulösen, streichelt man mit der Brustwarze leicht an der Unterlippe des Kindes.

Achten Sie dabei darauf, dass Sie stets das Kind zur Brust bringen, nicht umgekehrt. Wenn das Kind nicht nur die Brustwarze, sondern auch den Vorhof im Mund hat und die Lippen nach außen gestülpt sind, saugt es richtig.

Der Stillrhythmus

Das Baby trinkt zunächst eine Brust leer. Dafür benötigt es etwa 10 bis 15 Minuten. Danach bietet man dem Kind die zweite Brust an und lässt es so lange trinken, wie es möchte. Beim nächsten Stillen beginnt man mit der Brust, an der das Kind zuletzt getrunken hat.

Wie oft stillt man ein Baby?

Heutzutage stillt man nach Bedarf, also immer dann, wenn das Baby das Bedürfnis dazu hat. Das kann sehr unterschiedlich sein, hier gibt es kein richtig oder falsch. Im Durchschnitt kommt man in den ersten Wochen auf etwa zehn bis zwölf Stilleinheiten pro Tag.

Besonders am Nachmittag und frühen Abend sind viele Säuglinge sehr hungrig. Das kann auch damit zusammenhängen, dass der Tag für das Neugeborene sehr anstrengend war und sich nun eine gewisse Unruhe einstellt. Das Stillen und die Nähe zur Mutter bieten Geborgenheit.

Auch nachts möchten Säuglinge mindestens einmal gestillt werden. Wie lange und wie häufig ein Kind mit Nachtmahlzeiten versorgt werden muss, ist ebenfalls sehr individuell. Manche Kinder schlafen bereits nach wenigen Wochen sechs Stunden am Stück, andere erst im Alter von einem halben Jahr.