13. Schwangerschaftswoche: Die vielleicht schönste Zeit beginnt

Sie sind in der 13. Schwangerschaftswoche im zweiten Trimester der Schwangerschaft. Bis zu Ihrem errechneten Geburtstermin sind es jetzt noch 27 Wochen. Für viele Frauen ist das 2. Trimester eine sehr angenehme Zeit. Von manchen wird es sogar als die schönste Zeit der Schwangerschaft empfunden. Oft lassen Beschwerden jetzt nach und der Bauch wächst. Hier erfahren Sie, was noch passiert.

Frau in der 13. Schwangerschaftswoche hält Ultraschallbild vor ihrem Bauch

Der Fötus wächst jetzt munter

Alle Organe und Strukturen beim Fötus sind angelegt und in Funktion: So beginnt die Bauchspeicheldrüse Insulin zu produzieren und die Leber sondert Gallenflüssigkeit ab.
In den nächsten Wochen wird der kleine Mensch vor allem wachsen. In der 13. Schwangerschaftswoche ist der Fötus etwa 6 Zentimeter groß und circa 20 Gramm schwer. Sein noch überproportional großer Kopf wächst jetzt langsamer als der Körper, sodass sich die Proportionen anpassen. Der Schädel des Fötus besteht aus großen, gewölbten Knochen, die noch nicht verwachsen sind. So kann das Gehirn im Inneren sich ungehindert ausbreiten und wachsen. Die Schädelknochen sind über Bindegewebe miteinander verbunden – die sogenannten Fontanellen. Eine der Fontanellen, die große im vorderen, oberen Kopfbereich, verschließt sich erst nach der Geburt. Dadurch kann der Kopf bei der Geburt leicht verschoben werden, um durch das Becken der Mutter zu gelangen.

Das Skelett verknöchert weiter, ist aber an manchen Stellen immer noch weich. In den Röhrenknochen von Armen und Beinen wird dazu nach und nach Knorpelgewebe durch stabileren Knochen ersetzt. Der Prozess verläuft von der Mitte des Knochens nach außen in Richtung Gelenkkopf. Komplett verknöchern diese großen Knochen allerdings erst im Teenageralter, damit sie mit dem Körper mitwachsen können.

Die Stimmbänder des Fötus sind bereits im 1. Trimester angelegt worden und entwickeln sich weiter.

Wie steht es mit den Sinnen des Fötus?

Während der Körper immer mehr Gestalt annimmt, beginnt der Fötus zu fühlen, zu riechen, zu schmecken, zu hören und zu sehen.

So entwickeln sich die Sinne in den nächsten Wochen:

  • Der Fötus kann bereits erste Geräusche wahrnehmen, da seine Gehörknöchelchen jetzt verknöchert sind.
  • Auch der Tastsinn kann in der 13. Schwangerschaftswoche bereits funktionieren. Das Kleine im Bauch greift zum Beispiel nach der Nabelschnur und spielt mit ihr.
  • In der 16. Schwangerschaftswoche kann das Baby zum ersten Mal seine Augen bewegen. Die Augenlider öffnen sich zwar erst ab der 26. Schwangerschaftswoche, allerdings kann er unter den Lidern schon sehr helles Licht von Dunkelheit unterscheiden. Der Sehsinn ist im Vergleich zu den anderen Sinnen des ungeborenen Kindes eher schwach ausgeprägt.
  • Der Geschmacksinn entwickelt sich ebenfalls. Etwa in der achten Schwangerschaftswoche haben sich die ersten Geschmackszellen gebildet und in der 15. Schwangerschaftswoche entstehen die Geschmacksknospen.
  • Forscher gehen davon aus, dass Babys ab der 28. Schwangerschaftswoche riechen können.

Ein ungeborenes Baby kann unter Umständen auch an den Gefühlen der Mutter teilhaben. In Studien hatten Babys einen besonders hohen Herzschlag, wenn die Mutter über starke Gefühle wie Sorgen oder Ängste sprach.

Was ist die Nackenfaltenmessung?

Zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche kann eine Nackenfaltenmessung durchgeführt werden. Durch diese Untersuchung können genetische Erkrankungen wie das Down-Syndrom und bestimmte Herz- und Skelettfehler festgestellt werden. Die Kosten für den Test müssen selbst getragen werden, da er keine Kassenleistung ist. Nur in manchen Fällen, zum Beispiel bei einer Risikoschwangerschaft, wird die Leistung von den Krankenkassen übernommen.

Die Mutter in der 13. Schwangerschaftswoche

Um die 13. Schwangerschaftswoche beginnt die sogenannte Anpassungsphase. In dieser Zeit haben sich Frauen an die Schwangerschaft gewöhnt und nehmen die körperlichen Veränderungen an. Es gibt viele Frauen, die sich aus diesen Gründen im 2. Trimester besonders wohl in ihrer Haut fühlen. Hinzu kommt ein sicheres Gefühl, da das Risiko für eine Fehlgeburt ab jetzt stetig sinkt: Ab der 17. Schwangerschaftswoche fällt das Risiko auf zwei bis drei Prozent.1

In der Zeit um die 13. Schwangerschaftswoche stellt der Bauch noch keine Belastung dar und auch Schwangerschaftsbeschwerden sind meistens überstanden. Genießen Sie diese Zeit also in vollen Zügen. Falls Sie möchten, können Sie die Zweisamkeit mit Ihrem Partner noch einmal auskosten und zum Beispiel in den Urlaub fahren.

Schwangerschaftskleidung:

Da Sie jetzt rundlicher werden, tragen Sie am besten Schwangerschaftskleidung oder sonstige locker sitzende Kleidung. Auch die Brüste werden oft schon spürbar größer. Achten Sie daher darauf, dass BHs bequem sind und nicht kneifen. Günstige Kleidung für sich und auch Ihr Baby finden Sie zum Beispiel auf Second-Hand-Basaren.

Gewicht und Kalorienbedarf in der 13. Schwangerschaftswoche

Während der gesamten Schwangerschaft nehmen die meisten Frauen zwischen 10 und 15 Kilogramm zu. In der 13. Schwangerschaftswoche bringen viele schon zwischen 1 und 1,5 Kilogramm mehr auf die Waage.

Sie haben jetzt den vierten Monat erreicht. Damit ist die erste Entwicklungsstufe des fötalen Nervensystems abgeschlossen. Aus diesem Grund müssen Sie kein Folsäure-Präparat mehr nehmen. Das Vitamin tut Ihrem Körper aber weiterhin gut, daher können Sie etwa 0,4 Milligramm Folsäure pro Tag einnehmen.

In der 13. Schwangerschaftswoche benötigen Sie etwa 250 Kilokalorien zusätzlich. Um diesen Mehrbedarf zu decken, reicht eigentlich schon ein belegtes Brötchen oder ein Müsliriegel. Wie viel Energie Sie insgesamt benötigen, hängt aber auch von Ihrer körperlichen Betätigung ab. Während der Schwangerschaft ist neben einer gesunden Ernährung auch regelmäßige Bewegung gut für Sie und Ihr Baby. Es gibt bestimmte Sportarten, die für die Schwangerschaft besonders geeignet sind, zum Beispiel Schwangerschaftsyoga.

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1Universitätsklinikum Bonn. Abgerufen unter: https://www.kinderwunsch-uk-bonn.de/wiederholte-fehlgeburten/haeufigkeit-von-fehlgeburten/ (Stand: 30.06.2017)