Während der Schwangerschaft ist zunächst einmal, ab der 32. Schwangerschaftswoche dann zweimal im Monat eine Vorsorgeuntersuchung vorgesehen.1 Die erste Ultraschalluntersuchung findet zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche (SSW) statt.2 Sie dient dazu, die Schwangerschaft zu bestätigen und den voraussichtlichen Geburtstermin zu bestimmen.

Überblick: Die Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft


Die Schwangerenvorsorge enthält Routine-Checks, die in den nächsten Monaten immer gleich ablaufen. Dazu gehören:

  • Urinprobe: Getestet werden Zucker und Eiweiß im Urin. Diese geben Hinweise auf Harnwegsinfekte oder Diabetes, aber auch auf eine Präeklampsie (umgangssprachlich: Schwangerschaftsvergiftung). Ist Nitrit enthalten, deutet das möglicherweise auf einen Harnwegsinfekt hin. Infektionen sollten in der Schwangerschaft stets behandelt werden, selbst wenn sie symptomlos sind.
  • Blutdruck: Bluthochdruck (über 140 zu 90 mmHg)3 ist belastend für den mütterlichen und den kindlichen Organismus. Außerdem kann er ein weiteres Symptom für Präeklampsie sein und sollte daher regelmäßig kontrolliert werden.
  • Bluttest: Hier wird der sogenannte Hb-Wert überprüft. Er zeigt an, ob in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) genügend roter Farbstoff (Hämoglobin) vorhanden ist, da dieser den Körper mit Sauerstoff versorgt. Ein niedriger Wert (Anämie) deutet auf einen Eisenmangel hin.
  • Abtasten: Der sogenannte Fundusstand gibt Auskunft über das Wachstum der Gebärmutter und kann ganz ohne Technik festgestellt werden. Der Fundusstand ist der Abstand zwischen Schambein und oberem Rand der Gebärmutter. Zunächst liegt er ziemlich weit unten, durch das Wachstum von Kind und Gebärmutter verlagert er sich immer weiter nach oben.
  • Gewicht: Das Körpergewicht wird regelmäßig ermittelt, um einer zu geringen oder zu starken Gewichtszunahme vorzubeugen. Wie viel Kilogramm eine werdende Mutter zunehmen sollte, ist abhängig von ihrem Ausgangsgewicht zu Beginn der Schwangerschaft (normalgewichtige Frauen können etwa 11,5 bis 16,0 Kilogramm zunehmen).4

Dieser Teil der Vorsorge kann übrigens auch von einer Hebamme durchgeführt werden. Generell liegt es stets im Ermessen der schwangeren Frau, ob sie das Angebot wahrnehmen möchte und von wem sie sich betreuen lässt. Es besteht auch kein Zwang, sich monatlich untersuchen zu lassen — Frauenärzte und Hebammen raten jedoch dringend dazu, um das Wohlergehen der werdenden Mutter und des Kindes sicherzustellen.

Wissenswert: Zwischen der 24. und der 27. SSW kann jede schwangere Frau einen Blutzuckertest durchführen lassen, um zu prüfen, ob ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. Der Test wird von den Krankenkassen übernommen.5

Schwangerschaftsvorsorge: Der Ultraschall (Sonografie)


Ein Ultraschallgerät sendet eine Schallwelle durch die Bauchdecke, die von Körper- und Organstrukturen zurückgeworfen wird. Dadurch kommt auf dem Monitor das Bild zustande. Die erste reguläre Ultraschalluntersuchung findet zwischen der 9. und der 12. Schwangerschaftswoche statt.2 Der Arzt überprüft die Herzaktivität und die äußere Körperform.  Eine Zwillingsschwangerschaft kann man ebenfalls schon feststellen.

Laut Mutterschaftsrichtlinien folgen noch zwei weitere Ultraschalluntersuchungen in der 19. bis 22. SSW und in der 29. bis 32. SSW. Beobachtet werden in erster Linie das Wachstum des Kindes und die Funktionsfähigkeit der Organe. Wichtig sind außerdem Lage und Zustand der Plazenta, da dieses Organ in der Gebärmutter das Kind während der Schwangerschaft versorgt.

Fehlentwicklungen und Auffälligkeiten können durch diese Untersuchungen früh erkannt werden. Viele Ärzte bieten neben den drei regulären Sonografien weitere an, die in den meisten Fällen von den werdenden Eltern selbst getragen werden müssen. Hier unterscheidet sich jedoch der Leistungskatalog der Krankenkassen. Nachfragen lohnt sich.

Die Vorsorgeuntersuchung im dritten Trimester


Hochschwangere Frauen werden engmaschig kontrolliert. Zwischen der 29. und der 32. SSW wird neben den regulären Untersuchungen der dritte Ultraschall durchgeführt. Zudem erfolgen die Vorsorgeuntersuchungen ab der 32. SSW nun alle 2 Wochen. Gegebenenfalls wird auch ein CTG (Kardiotokogramm) geschrieben.6 Ähnlich wie bei einem EKG (Elektrokardiogramm) für Erwachsene dokumentiert das Gerät

  • die kindlichen Herztöne und
  • misst gleichzeitig die Wehenaktivität.

Dafür werden spezielle Messfühler mithilfe von Gurten auf dem Bauch der Schwangeren platziert. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 30 Minuten (bei Bedarf auch länger).

Pränataldiagnostik: Zusatzuntersuchungen in der Schwangerschaft


Neben den regulären Vorsorgeuntersuchungen gibt es ein vielseitiges Angebot an vorgeburtlichen Untersuchungen. Man unterscheidet allgemein zwischen nicht-invasiven und invasiven Methoden. Zu Ersteren gehören unter anderem Bluttests und Ultraschallverfahren. Bei den invasiven Verfahren wird dagegen in den Körper der Mutter eingegriffen, beispielsweise bei einer Nabelschnur-Punktion oder einer Amniozentese.

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Die Amniozentese ist eine invasive Methode, bei der mithilfe einer dünnen Nadel über die Bauchdecke der Mutter Fruchtwasser entnommen wird. Diese Untersuchung wird nur bei medizinischer Notwendigkeit durchgeführt und kann Auskunft über Erkrankungen und Fehlbildungen geben.

Doppler-Sonografie: wird das Baby ausreichend versorgt?

Zu der nicht-invasiven Pränataldiagnostik gehört die sogenannte Doppler-Sonografie. Das Verfahren macht den Blutfluss von den mütterlichen Gefäßen in die Plazenta und den Körper des ungeborenen Kindes sichtbar. Blutmenge und Fließgeschwindigkeit zeigen, ob das Kind genügend Sauerstoff und Nährstoffe über die Plazenta erhält.

Bei einer Risikoschwangerschaft oder dem Verdacht auf eine Entwicklungsstörung, wird dieses zusätzliche Verfahren von der Krankenkasse getragen. Man kann sich jedoch auch an entsprechende Praxen wenden und die Untersuchung privat durchführen lassen. Die Kosten liegen meist bei einigen Hundert Euro.7

3D-Ultraschall vom Baby

Sehr beliebt ist auch der 3D-Ultraschall, auch als „Baby-Fernsehen“ bekannt. Dieses Verfahren ist ebenfalls nicht invasiv und zeigt sehr genau die Gesichtszüge des Ungeborenen. Eine medizinische Indikation für diese Untersuchung gibt es selten, das Bild gibt den werdenden Eltern aber einen wirklichkeitsnahen Eindruck von ihrem Nachwuchs. Dies kann die Bindung zwischen Eltern und dem Baby schon vor der Geburt stärken. Die Kosten für einen 3D-Ultraschall liegen bei etwa 150 Euro.

Chancen und Risiken der Pränataldiagnostik abwägen


Für Eltern ist es nicht leicht, die Risiken einer bestimmten Untersuchung mit dem Erhalt des Wissens über eine mögliche Erkrankung des Babys abzuwägen. Immer wieder kommt es auch zu Fehlalarmen, wodurch unnötige Sorgen und Stress für die werdenden Eltern entstehen. Bei aller Vorsicht gilt es zu bedenken, dass die meisten Kinder in Deutschland gesund zur Welt kommen.

Gynäkologen sind dazu verpflichtet, Eltern eingehend über die jeweiligen Untersuchungen und mögliche Komplikationen zu informieren. Bei Unsicherheit kann jederzeit eine zweite Meinung eingeholt werden. Auch Hebammen beraten Eltern zur Pränataldiagnostik.

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Barbara Ward Barbara Ward ist freie Autorin der Redaktion. Sie studierte Medienwissenschaften und Journalismus in Köln und Berlin. In Gesundheitsfragen kennt sie sich aus, denn sie schreibt schon seit vielen Jahren für Fachverlage, Medizin-Websites und Krankenversicherungen. Eine ausgewogene Perspektive und fundierte Recherche liegen ihr im Sinne der Leser besonders am Herzen. Barbara Ward Autorin kanyo® mehr erfahren
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