Rückbildung nach der Geburt

Schwangerschaft und Geburt gehen nicht spurlos am Körper einer Frau vorüber. Junge Mütter sollten mit Sport und Diät allerdings vorsichtig sein. Der Körper braucht Zeit, um sich zu erholen. Sanfte Rückbildungsgymnastik kann jedoch schon im Wochenbett begonnen werden.

Mutter mit Baby bei Übungen zur Rückbildung

Was bedeutet Rückbildung?

Die Rückbildung bezieht sich in erster Linie auf die Organe und Muskeln, die während der Schwangerschaft besonders strapaziert wurden. Nach der Geburt soll alles möglichst wieder in den „Normalzustand“ gebracht werden.

Vieles stößt der Körper von alleine an. So setzen bei vielen Müttern besonders beim Stillen teils starke Nachwehen ein. Die Kontraktionen sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter auf ihre ursprüngliche Größe zurückzieht. Mit spezieller Gymnastik kann der Körper bei den Rückbildungsprozessen unterstützt werden.

Sehr wichtig ist das Beckenbodentraining. Der Beckenboden ist die Muskulatur rund um After und Vagina und stellt den Abschluss des Beckenausgangs dar. Der Beckenboden sorgt dafür, dass Organe nicht absinken, und verschließt Harnröhre und After. Während der Schwangerschaft drückt das Gewicht des Babys auf diesen Bereich. Nach dieser monatelangen Belastung braucht der Beckenboden zunächst Schonung.

Nach der Geburt den Beckenboden schonen

In den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt sollten Frauen auf schweres Tragen und Heben verzichten. Nach einer natürlichen Geburt sind zehn Kilogramm das Maximum, bei einem Kaiserschnitt bereits fünf Kilogramm.

Tipp: Auch starkes Husten und Niesen ist ungünstig für den Beckenboden. Lassen Sie eine Erkältung kurz nach der Geburt zügig behandeln. Um möglichst schonend zu husten und zu niesen, richten Sie den Rücken auf und husten oder niesen Sie über eine Schulter nach oben weg.

Lässt sich Heben nicht vermeiden, tut man es möglichst entlastend für den Beckenboden: Den Oberkörper mit geradem Rücken leicht nach vorne neigen, den Po nach hinten schieben und die Knie beugen. Den Gegenstand hält man möglichst nah am Körper. Dabei nicht die Luft anhalten, sondern ruhig weiter atmen.

Rückbildung im frühen Wochenbett

Die reguläre Rückbildung beginnt erst sechs bis acht Wochen nach der Geburt. Bei einem Kaiserschnitt raten Ärzte erst nach acht Wochen zu einem Rückbildungskurs. Im frühen Wochenbett kann jedoch schon mit sanften Übungen begonnen werden. Das Ziel besteht darin,

  • das Thromboserisiko zu verringern,
  • den Abtransport von Wassereinlagerungen zu fördern,
  • die Rückbildung der Gebärmutter zu unterstützen
  • und die beanspruchte Bauch- und Beckenbodenmuskulatur zu kräftigen.

Viele Geburtskliniken bieten dafür täglich Kurse an, die Wöchnerinnen kostenlos wahrnehmen können. Alternativ kann man sich von der Hebamme oder einem Physiotherapeuten Übungen zeigen lassen. Die Übungen können teils sogar im Bett liegend ausgeführt werden.

Oberstes Gebot ist jedoch, den Körper nicht zu überfordern. Sobald Schmerzen auftreten, sollte jede Übung sofort abgebrochen werden. Bei Geburtsverletzungen wie einem Dammriss sollte man einige Tage abwarten, bis mit dem Beckenbodentraining begonnen wird.

Auch bei einem Kaiserschnitt muss die Bauchmuskulatur länger geschont werden. Junge Mütter sollten die Rückbildung daher immer individuell mit der Hebamme oder dem Arzt besprechen, speziell im frühen Wochenbett .

Die Rückbildungsgymnastik: Nicht verpassen!

Nach sechs bis acht Wochen kann je nach Geburtsverlauf mit einem Rückbildungskurs begonnen werden. Hierbei geht es nicht um die Bikinifigur, sondern darum, die Beckenboden- und Bauchmuskulatur aufzubauen. Das Training ist wichtig, um eine Gebärmuttersenkung, Harn- oder Stuhlinkontinenz zu vermeiden.

Wird die Rückbildung ausgelassen, können diese Probleme auch noch Jahre später auftreten.1

Wissenswert: Eine Trainingseinheit beträgt 60 oder 90 Minuten, der Kurs dauert meist zehn Wochen. Rückbildungskurse werden von Krankenhäusern und Hebammen, aber auch in Fitnessstudios und in Familieneinrichtungen angeboten. Die Kosten liegen bei etwa 100 bis 150 Euro. Die Krankenkassen übernehmen oder bezuschussen die Teilnahme im Normalfall.



1 http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_1062.html