Hauterkrankungen bei Kindern und Babys

Unsere Haut bietet viel Angriffsfläche – gerade zarte Kinderhaut kann schnell erkranken. Dabei kann es sich um harmlose Virusinfektionen handeln, aber auch um chronische Erbkrankheiten. Welche Hauterkrankungen treten bei Kindern häufig auf?

Die Haut ist unser größtes und gleichzeitig eines der wichtigsten Organe. Sie hat viele Aufgaben: Sie reguliert Temperaturunterschiede und schützt uns vor Wind und Sonne. Außerdem sorgt sie dafür, dass Bakterien und Viren nicht in den Körper eindringen. Die Haut von Kindern ist aber längst nicht so strapazierfähig wie die eines Erwachsenen – und bietet daher eine Fläche für viele verschiedene Hauterkrankungen.

Erbliche Hauterkrankungen bei Kindern

Hauterkrankungen bei Babys können lästig sein: Ein Baby mit roten Flecken im Gesicht.

Grundsätzlich kann die Haut von Kindern leicht aus dem Gleichgewicht geraten. So gibt es Hautkrankheiten, die bereits angeboren sind: Dazu gehört beispielsweise die Schuppenflechte, eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die sich durch silbrig-weiße Schuppen auf der Haut bemerkbar macht. Die betroffenen Stellen jucken und entzünden sich leicht.

Auch Neurodermitis, eine ähnliche, oft vererbte Hauterkrankung, kann bei Kindern bereits ab dem dritten oder vierten Lebensmonat auftreten. Bei Babys beginnt die spätere Neurodermitis meist als Milchschorf. Das Kind entwickelt auf dem Kopf und im Gesicht ein schuppiges, gelbliches Ekzem, das mit starkem Juckreiz einhergeht.

Harmlose Hauterkrankungen bei Kindern

Eher harmlos hingegen ist der sogenannte Kopfgneis oder das seborrhoische Ekzem. Hierbei entwickelt das Baby bereits in den ersten Lebenswochen Schüppchen auf dem Kopf, die leicht mit Milchschorf verwechselt werden können. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine wirkliche Hauterkrankung, sondern vermutlich um eine Talgüberproduktion, die sich im ersten Lebensjahr von alleine reguliert. Das Kind verspürt weder Juckreiz noch sonstige Beschwerden.

Babys temporäre Hauterkrankungen

Temporäre Hautstörungen wie trockene oder fettige Haut treffen Kinder häufiger. Besonders bei Babys und Kleinkindern sollte man sich vom Kinderarzt beraten lassen, da handelsübliche Hautpflegeprodukte nicht immer geeignet sind und Kinderhaut schnell überpflegt werden kann.

Hautkrankheiten im Windelbereich

Ein wunder Po tritt bei Wickelkindern zumindest ab und an auf. Liegt eine Entzündung im Windelbereich vor, spricht man von einer Windeldermatitis. Die Haut ist gerötet, es kann aber auch zu Pöckchen und sogar blutigen Stellen kommen.

Die Gründe können recht unterschiedlich sein: Manchmal liegt es dran, dass zu selten gewickelt wird, oder das Kind auf das Material der Windel allergisch reagiert. Es ist aber auch möglich, dass das Baby etwas gegessen hat, was im Stuhl die Haut reizt. Mit guter Pflege und entsprechenden Cremes bekommt man eine Windeldermatitis schnell in den Griff.

Anders beim Windelsoor: Diese Hauterkrankung zeigt grundsätzlich sehr ähnliche Symptome wie die Windeldermatitis. Allerdings treten verstärkt nässende Bläschen auf. Zugrunde liegt ein Pilzbefall, der sich auch im Mund als weißlicher Belag zeigt. Ein Kind mit Windelsoor sollte von einem Kinderarzt untersucht und behandelt werden.

Hautkrankheiten durch Hefepilze

Grundsätzlich kann auch die Haut von Pilzen angegriffen werden. Dies geschieht meist durch den Hefepilz Candida albicans. Die sogenannte Hautcandidose zeigt sich durch entzündliche Reaktionen an verschiedenen Stellen der Haut; häufig betroffen sind Bereiche mit Hautfalten wie Achselhöhlen oder Leistengegend.

Typische Symptome sind:

  • Brennen
  • Jucken
  • Rötungen
  • nässende Stellen

Hauterkrankungen, die durch Pilze ausgelöst werden, sollten bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen ärztlich behandelt werden.

Hautkrankheiten durch Herpesviren

Auch Virusinfektionen können sich auf der Haut niederschlagen. Zu den häufigsten Kinderkrankheiten gehören die Windpocken. Auslöser sind Varizellen, die zur Grippe der Herpesviren gehören.

Nachdem das Kind in den ersten Tagen über grippeähnliche Symptome klagt, tritt ein typischer Hautausschlag mit hellroten, kleinen Knoten auf der Haut auf. Aus den Knötchen werden mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, die nach einigen Tagen aufbrechen und austrocknen.

Windpocken heilen meist von alleine aus, man sollte jedoch versuchen, den Juckreiz mit entsprechenden Cremes oder Puder zu lindern, um Entzündungen oder Narbenbildung durch Kratzen vorzubeugen.

Übrigens: Das gleiche Virus ist für die Erkrankung an Gürtelrose verantwortlich.

Häufige Hauterkrankungen bei Kindern: Dellwarzen und Abszesse

Dellwarzen (Mollusken) sind ebenfalls ein häufiges Übel bei Kindergarten- oder Schulkindern. Sie werden von Pockenviren ausgelöst, die oft durch das Wasser im Schwimmbad übertragen werden. Es handelt sich um rötliche Hautknubbel, mit einem kleinen Krater in der Mitte (Delle). Sie können auf der gesamten Haut auftreten, sind aber vornehmlich in den Achselhöhlen und den Kniekehlen zu finden.

Gerade Kinder, die eine trockene Haut haben oder unter Hauterkrankungen wie Neurodermitis leiden, stecken sich leicht mit Dellwarzen an, da die bereits gestresste Haut ihre Schutzfunktion nicht mehr so gut ausüben kann. Abgesehen von einem leichten Juckreiz sind Dellwarzen harmlos und müssen nicht unbedingt behandelt werden. Insbesondere, wenn es sich nur um sehr wenige Warzen handelt.

Auch Abszesse entstehen dadurch, dass Erreger – in diesem Fall Bakterien – in die Haut eindringen. Sie rufen eine eitrige Infektion hervor, die sich einkapselt. Der Abszess ist dann als erhobene Stelle mit einem weißen Punkt sichtbar. Bei kleineren Abszessen reicht es, eine Salbe zu verwenden. Wächst der Abszess, kann es jedoch notwendig werden, ihn zu öffnen, sodass der Eiter abfließen kann.

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