Kindspech – Babys erster Stuhlgang

Den ersten Stuhlgang eines Babys nennt man Kindspech oder Mekonium. Es wird in den ersten 48 Stunden nach der Geburt vom Kind ausgeschieden. Ist bereits im Fruchtwasser Kindspech enthalten, kann dies auf eine Komplikation vor oder während der Geburt hinweisen.

Das Kindspech ist kein Verdauungsprodukt im eigentlichen Sinne. Es ist lediglich eine Masse, die sich schon während der Schwangerschaft im Darm ansammelt, und zwar bereits ab der zehnten Schwangerschaftswoche.

Kindspech: Überbleibsel aus der Schwangerschaft

Kindspech ist der erste Stuhlgang eines Babys: Ein Neugeborenes wird gewickelt.

Ab der 15. Schwangerschaftswoche bildet sich die sogenannte Lanugobehaarung aus, die den gesamten Körper des Babys bedeckt. Zusammen mit der Käseschmiere dienen die Lanugohaare dafür, die empfindliche Haut des Babys im Fruchtwasser zu schützen. Außerdem sorgt der Flaum für Wärme.

Im Laufe der Schwangerschaft wächst das Baby, und auch die Haut wird durch Fettzellen angereichert und widerstandsfähiger. Ab der 30. Schwangerschaftswoche fallen dem Fötus die Lanugohaare daher wieder aus und schwimmen fortan im Fruchtwasser. Das Baby nimmt die Lanugobehaarung und die Käseschmiere zusammen mit abgestorbenen Hautzellen über das Fruchtwasser auf. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn nach der Geburt wird die Masse als Kindspech ausgeschieden.

Was enthält das Kindspech?

Der Name lässt bereits darauf schließen: Das Kindspech ist eine dunkle, sehr klebrige Masse.

  • Neben den Lanugohaaren und
  • abgestorbenen Hautzellen sind noch Gallensekret,
  • Schleimhaut- und Darmzellen darin enthalten.

Kindspech ist schwarz-grünlich und sehr zäh. Allerdings stinkt es nicht, sondern ist weitestgehend geruchsneutral.

Wann kommt das Mekonium?

Ärzte verweisen darauf, dass das Stillen das Ausscheiden des ersten Stuhls begünstigt. Insbesondere das sogenannte Kolostrum, also die Muttermilch in den allerersten Tagen nach der Geburt, ist dafür gut geeignet.

Ab zwölf Stunden nach der Geburt wird das Mekonium vom Säugling in der Regel ausgeschieden. Bei manchen Kindern kann es jedoch bis zu zwei Tage dauern. Lässt das Kindspech zu lange auf sich warten, sollte dies ärztlich untersucht werden.

Tipp: Mit Wasser allein lässt sich Kindspech nur schwer von Babys Po entfernen. Um die Masse leichter zu lösen, können Sie den Po bei jedem Windelwechseln ein wenig einölen.

Wenn das Kindspech ausbleibt

Die Gründe, warum es zu keiner Ausscheidung kommt, können sehr unterschiedlich sein. Bestimmte Medikamente, die die Mutter während der Schwangerschaft eingenommen hat, können das Ausscheiden verzögern (zum Beispiel Opiate). Es kann jedoch auch ein Darmverschluss oder sogar eine Mukoviszidose beim Kind vorliegen. Letztere ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung, die mit Verdauungs- und Atemproblemen einhergeht. Daher sollten Sie das Baby dringend einem Kinderarzt vorstellen, wenn das Kindspech nicht ausgeschieden wird.

Grundsätzlich ist ein früher Abgang des Mekoniums wünschenswert, da dies das Risiko für eine Neugeborenengelbsucht mindert.

Kindspech im Fruchtwasser

Manchmal kommt es vor, dass das Baby bereits im Mutterleib das Mekonium ausscheidet. Das eigentlich gelblich-klare Fruchtwasser färbt sich dadurch grün. Dies geschieht in erster Linie, wenn der errechnete Geburtstermin bereits überschritten ist (Übertragung) oder bei einer sehr langen Geburt. Das Kind leidet in diesen Fällen unter Stress und sondert darum das Kindspech ab.

Findet sich Kindspech vor oder während der Geburt im Fruchtwasser, kann es von dort in die Atemwege des Kindes gelangen. Daraus kann sich das sogenannte Mekoniumaspirations-Syndrom (MAS) entwickeln.

Mekoniumaspiration: Was ist das?

Grundsätzlich gilt Mekonium im Fruchtwasser als krankhafter Befund. In den meisten Fällen hat es jedoch keine negativen Folgen für Mutter oder Kind.

Von einer Mekoniumaspiration (MAS) spricht man, wenn das Kindspech durch das Fruchtwasser in die Lungen des Babys gerät. Einige Bestandteile von Kindspech können die Atemwege schädigen. Die Folge sind Atemnot oder ein Lungenemphysem (gesteigerter Luftgehalt der Lunge).

Eine Mekoniumaspiration ist immer ein lebensbedrohlicher Zustand. Die Behandlung besteht in einem ersten Schritt darin, das Kindspech aus den oberen Atemwegen (Nase, Mund, Rachen) abzusaugen. Ein schwerer Verlauf erfordert unter Umständen, ein Absaugen der unteren Atemwege. Dabei wird die Flüssigkeit mittels Tubus über Mund und Nase aus der Lunge geholt. Zusätzlich wird das Kind über eine Gesichtsmaske oder ein künstliches Beatmungsgerät mit Sauerstoff versorgt. Im Anschluss steht das Baby unter Beobachtung, um bei weiteren Komplikationen schnell handeln zu können.

Fazit: Kindspech

Das Kindspech entsteht bereits während der Schwangerschaft, weil das Baby über das Fruchtwasser abgestoßene Härchen und Hautschuppen aufnimmt. Es sammelt sich als funktionslose Masse im Darm an.

Etwa 12 bis 48 Stunden nach der Geburt wird das Kindspech ausgeschieden. Wenn dies nicht erfolgt, sollte das Kind von einem Arzt untersucht werden. Sondert das Kind bereits vor oder während der Geburt Mekonium ab, kann dies auf eine Komplikation hinweisen. Gerät das Mekonium über das Fruchtwasser in die Lungen des Babys, liegt eine mitunter lebensbedrohliche Mekoniumaspiration vor, die dringend behandelt werden muss.

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