Wassergeburt: Die entspanntere Geburt

Die Wassergeburt verspricht einen entspannteren und kürzeren Geburtsverlauf. Viele Frauen wünschen sich daher bereits während der Schwangerschaft, ihr Kind im Wasser zu entbinden. Zu einer echten Geburt unter Wasser kommt es dennoch eher selten.

Frau bringt ihr Kind per Wassergeburt zur Welt.

Viele Frauen nehmen während der Eröffnungsphase in der Geburtsklinik ein Wannenbad – das Kind wird dann jedoch im Kreißsaal geboren. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um eine Wassergeburt. Es ist nur dann von einer Wassergeburt die Rede, wenn das Baby tatsächlich unter Wasser zur Welt kommt. In Deutschland ist das lediglich bei rund einem Prozent aller Geburten der Fall.

Vorteile einer Wassergeburt

Viele Frauen empfinden das Wannenbad während der Geburt als entspannend. Das warme Wasser fördert das Wohlbefinden und gibt ihnen größere Bewegungsfreiheit. Außerdem fällt ein Wechsel der Geburtsposition viel leichter, was sich positiv auf den Geburtsverlauf auswirkt. Die Wehen sind bei einer Wassergeburt effektiver und dehnen den Muttermund besser auf.

Studien zeigen außerdem, dass die Frauen bei Wassergeburten weniger Schmerzmittel benötigen. Die Wehen sind im Geburtsbecken für viele Frauen leichter zu bewältigen. Zwar kann kein Dammschutz vorgenommen werden, dennoch sind deutlich weniger Dammschnitte erforderlich. Denn das warme Wasser macht die Haut weicher und elastischer.

Bei alternativen Geburtskonzepten wie dem Hypnobirthing ist die Wassergeburt sehr beliebt. Auch in Geburtshäusern finden überdurchschnittliche viele Wassergeburten statt.

Zudem kann man davon ausgehen, dass die Wassergeburt auch für das Baby angenehmer ist. Schließlich gelangt es vom Fruchtwasser zunächst in Badewasser mit einer ähnlichen Temperatur. Ertrinken kann das Kind übrigens nicht. Den ersten Atemzug tun Neugeborene erst dann, wenn ihr Gesicht erstmalig der Luft ausgesetzt ist. Solange der Kopf unter Wasser bleibt, wird es weiter über die Nabelschnur versorgt.

Argumente gegen eine Wassergeburt

Selbstverständlich gibt es auch Gründe, die gegen eine Wassergeburt sprechen. Zunächst ist eine Wassergeburt für die Geburtshelfer aufwendiger. Notwendige Untersuchungen über den Geburtsfortschritt sind schwieriger durchzuführen, weil sie sich zu der Mutter in die Wanne begeben müssen. Im Notfall ist es schwieriger, in den Geburtsvorgang einzugreifen.

Frauen, die sich eine Periduralanästhesie (PDA) wünschen, müssen auf die Wannengeburt verzichten, denn das Wasser birgt in diesem Falle ein erhöhtes Infektionsrisiko. Außerdem könnte die werdende Mutter mit einer PDA die Geburtswanne im Notfall nicht alleine verlassen.

Wann ist eine Wassergeburt nicht ratsam?

Bei bestimmten Schwangerschaftsverläufen wird von einer Wassergeburt abgeraten. Dazu zählen:

Grundsätzlich gilt als Bedingung für eine Wassergeburt, dass die Schwangerschaft risikofrei verlaufen ist, und die Vorsorgeuntersuchungen lückenlos im Mutterpass dokumentiert sind.

Wie verläuft eine Wassergeburt?

Viele Geburtskliniken bieten heutzutage sogenannte Geburtsbecken an. Dies sind entweder Eckbadewannen oder etwas größere Wannen mit einer seitlichen Notfallklappe, falls die Frau das Becken sehr schnell verlassen muss.

Die Wassertemperatur wird der Körpertemperatur angepasst und liegt zwischen 36° und 38°C. Mit dem Verlauf der Geburt wird die Wassertemperatur etwas nach unten korrigiert. Dafür gibt es eine Heizung, mit der die Temperatur auch über einen längeren Zeitraum stabil gehalten werden kann. Auf Wunsch kann auch ein Aromaöl in das Wasser gegeben werden.

Um den Geburtsverlauf und das Wohlergehen des Neugeborenen zu überwachen, kann im Wasser ein Wehenschreiber (CTG) angeschlossen werden. Dieser erfasst die Herztöne des Babys.

Wissenswert: Treten Komplikationen auf, wird die Wassergeburt abgebrochen. Zum
Beispiel dann, wenn das Fruchtwasser eine grüne Färbung zeigt, denn dies deutet darauf hin, dass das Kind schon vor der Geburt seinen ersten Stuhlgang hatte. Die werdende Mutter muss bei auftretenden Komplikationen in der Regel in den Kreißsaal.

Wenn das Baby das Licht der Welt erblickt hat, kann es noch eine Weile unter Wasser bleiben. Auf Wunsch der Mutter heben Ärzte oder Hebammen das Kind an die Wasseroberfläche; die Nabelschnur kann auch im Wasser durchtrennt werden.

Mutter und Kind können dann noch gemeinsam in der Wanne verweilen oder das Wasser sofort nach der Geburt verlassen. Die Plazentageburt findet oft außerhalb der Wanne statt, kann aber auch im Wasser erfolgen.

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