Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft

Ultraschall, Bluttest und CTG (Kardiotokographie) – die Vorsorge während der Schwangerschaft ist umfangreich. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die Gesundheit des Ungeborenen und das Wohlergehen der Mutter.

Frau bei Vorsorgeuntersuchung durch Frauenärztin während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist einmal im Monat eine Vorsorgeuntersuchung vorgesehen. Zwar macht der Frauenarzt schon zur Feststellung der Schwangerschaft ein Ultraschallbild, es wird jedoch nur überprüft, ob sich der Embryo in der Gebärmutter eingenistet hat. Die erste umfassende Vorsorgeuntersuchung findet zwischen der 8. bis 9. Schwangerschaftswoche (SSW) statt.

Überblick: Die Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Die Schwangerenvorsorge enthält Routine-Checks, die in den nächsten Monaten immer gleich ablaufen. Dazu gehören:

  • Urinprobe: Getestet werden Zucker und Eiweiß im Urin. Diese geben Hinweise auf Harnwegsinfekte oder Diabetes, aber auch auf eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung). Ist Nitrit enthalten, deutet das auf eine Infektion hin. Infektionen sollten in der Schwangerschaft stets behandelt werden, selbst wenn sie symptomlos sind.
  • Blutdruck: Bluthochdruck ist für Mutter und Kind eine Belastung. Außerdem ist Bluthochdruck ein weiteres Symptom für Präeklampsie.
  • Bluttest: Hier wird der sogenannte Hb-Wert überprüft. Er zeigt an, ob in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) genügend roter Farbstoff (Hämoglobin) vorhanden ist, da dieser den Körper mit Sauerstoff versorgt. Ein niedriger Wert (< 11,2 g/d) deutet auf einen Eisenmangel hin.
  • Abtasten: Der sogenannte Fundusstand der Gebärmutter kann auch ganz ohne Technik festgestellt werden. Dabei wird untersucht, wo sich der obere Rand der Gebärmutter befindet. Zunächst liegt er ziemlich weit unten, durch das Wachstum von Kind und Gebärmutter verlagert er sich immer weiter nach oben. Der Frauenarzt kann so feststellen, ob die Entwicklung der Schwangerschaft regulär voranschreitet. Außerdem wird mit einer vaginalen Untersuchung kontrolliert, ob der Muttermund geschlossen ist und wie lang der Gebärmutterhals ist.

Dieser Teil der Vorsorge kann übrigens auch von einer Hebamme durchgeführt werden. Generell liegt es stets im Ermessen der schwangeren Frau, ob sie das Angebot wahrnehmen möchte und von wem sie sich betreuen lässt. Es besteht kein Zwang, sich monatlich untersuchen zu lassen.

Frauenärzte und Hebammen raten jedoch dringend dazu, um auch das Wohlergehen der werdenden Mutter während dieser körperlich anstrengenden Zeit sicherzustellen.

Wissenswert: Zwischen der 24. und der 28. SSW kann jede schwangere Frau einen Blutzuckertest durchführen lassen, um zu prüfen, ob ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. Der Test wird von den Krankenkassen übernommen.

Schwangerschaftsvorsorge: Der Ultraschall (Sonografie)

Ein Ultraschallgerät sendet eine Schallwelle durch die Bauchdecke, die von Körper- und Organstrukturen zurückgeworfen wird. Dadurch kommt auf dem Monitor das Bild zustande. Etwa ab der 9. SSW ist der Fötus bereits auf dem Ultraschallmonitor erkennbar. Der Arzt überprüft die Herzaktivität und ob Kopf, Arme und Beine angelegt sind. Eine Zwillingsschwangerschaft kann man ebenfalls schon feststellen.

Laut Mutterschaftsrichtlinien folgen noch zwei weitere Ultraschalluntersuchungen in der 19. bis 22. SSW und in der 29. bis 32. SSW. Beobachtet werden in erster Linie das Wachstum des Kindes und die Funktionsfähigkeit der Organe. Wichtig sind außerdem Lage und Zustand der Plazenta, da dieses Organ in der Gebärmutter das Kind während der Schwangerschaft versorgt.

Fehlentwicklungen und Auffälligkeiten können durch diese Untersuchungen früh erkannt werden. Viele Ärzte bieten neben den drei regulären Sonografien weitere an, die in den meisten Fällen von den werdenden Eltern selbst getragen werden müssen. Hier unterscheidet sich jedoch der Leistungskatalog der Krankenkassen. Nachfragen lohnt sich.

Die Vorsorgeuntersuchung im dritten Trimester

Hochschwangere Frauen werden engmaschig kontrolliert. Ab der 28. SSW kommt zu den regulären Untersuchungen in der Schwangerschaft ein CTG (Kardiotokogramm) hinzu. Ähnlich wie bei einem EKG (Elektrokardiogramm) für Erwachsene dokumentiert das Gerät

  • die Herzfrequenz des Ungeborenen
  • und misst gleichzeitig die Wehenaktivität der Gebärmutter.

Die werdende Mutter muss dafür nicht viel tun. Sie wartet im Liegen etwa 20 bis 30 Minuten ab, während zwei sogenannte Schallköpfe am Bauch die Messung vornehmen. Ab der 37. Woche findet diese Vorsorgeuntersuchung wöchentlich statt. Außerdem wird der Muttermund beobachtet. Wenn er weicher wird und sich etwas öffnet, steht die Geburt vermutlich bald an.

Pränataldiagnostik: Zusatzuntersuchungen in der Schwangerschaft

Neben den regulären Vorsorgeuntersuchungen gibt es ein vielseitiges Angebot an vorgeburtlichen Untersuchungen. Man unterscheidet zwischen nicht-invasiven und invasiven Methoden. Zu Ersteren gehören Bluttests und Ultraschallverfahren. In den Körper der Frau wird nicht eingedrungen, sodass durch diese Untersuchungen kein Risiko für Mutter und Kind besteht.

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Invasive Methoden greifen in den Körper ein, beispielsweise mit einer Nadel bei einer Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese). Sie werden nur bei medizinischer Notwendigkeit durchgeführt und bringen immer ein gewisses Risiko für das Ungeborene mit sich. Im schlimmsten Fall droht eine Fehlgeburt.

Doppler-Sonografie: bekommt das Baby genug Sauerstoff?

Zu der nicht-invasiven Pränataldiagnostik gehört die sogenannte Doppler-Sonografie. Das Verfahren macht den Blutfluss von den mütterlichen Gefäßen in die Plazenta und den Körper des ungeborenen Kindes sichtbar. Blutmenge und Fließgeschwindigkeit zeigen, ob das Kind genügend Sauerstoff und Nährstoffe über die Plazenta erhält.

Liegt eine Risikoschwangerschaft vor, beispielsweise, weil die schwangere Frau über 35 Jahre alt ist, wird dieses zusätzliche Verfahren von der Krankenkasse getragen. Man kann sich jedoch auch an entsprechende Praxen wenden und die Untersuchung privat durchführen lassen. Die Kosten liegen meist bei einigen Hundert Euro.

3D-Ultraschall vom Baby

Sehr beliebt ist auch der 3D-Ultraschall, auch als „Baby-Fernsehen“ bekannt. Dieses Verfahren zeigt sehr genau die Gesichtszüge des Ungeborenen. Eine medizinische Indikation für diese Untersuchung gibt es selten, das Bild gibt den werdenden Eltern aber einen wirklichkeitsnahen Eindruck von ihrem Nachwuchs. Dies kann die Bindung zwischen Eltern und dem Baby schon vor der Geburt stärken. Die Kosten für einen 3D-Ultraschall liegen bei etwa 150 Euro.

Chancen und Risiken der Pränataldiagnostik abwägen

Für Eltern ist es nicht leicht, die Gefahren einer bestimmten Untersuchung mit dem Risiko einer Erkrankung des Babys abzuwägen. Die Quote falscher Auffälligkeiten ist bei einigen Untersuchungen nicht unwesentlich, wodurch unnötige Sorgen und Stress für die werdenden Eltern entstehen. Bei aller Vorsicht gilt es zu bedenken, dass 97 Prozent der Kinder in Deutschland gesund zur Welt kommen.

Gynäkologen sind dazu verpflichtet, Eltern eingehend über die jeweiligen Untersuchungen und mögliche Komplikationen zu informieren. Dies ist Teil der Schwangerenvorsorge und wird von den Krankenkassen getragen. Bei Unsicherheit kann jederzeit eine zweite Meinung eingeholt werden. Auch Hebammen beraten Eltern zur Pränataldiagnostik.

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