Magnesium in der Schwangerschaft

Man sagt, eine Schwangerschaft sei für den Körper fast wie ein Marathon. In der Tat: Ähnlich wie bei Hochleistungssportlern ist Magnesium für schwangere Frauen enorm wichtig. Einem Mangel können Sie durch gezielte Ernährung oder mit Magnesium-Präparaten gut vorbeugen.

Nüsse: wichtiger Lieferant von Magnesium während der Schwangerschaft

Magnesium ist ein wichtiger Nährstoff für unseren Körper: Es ist größtenteils in den Knochen und in der Skelettmuskulatur eingelagert. Magnesium beeinflusst aber nicht nur die Skelettmuskeln, sondern auch das Herz, die Nerven, Blutgefäße und Bronchien. Außerdem unterstützt der Mineralstoff rund 300 Enzymreaktionen und ist damit maßgeblich an unserem Stoffwechsel beteiligt.

Wie viel Magnesium braucht der Körper in der Schwangerschaft?

Bei schwangeren Frauen ist der Bedarf an Magnesium etwas erhöht, denn der Mineralstoff wird zusätzlich für den Knochenbau und die Entwicklung des Nervensystems des Babys benötigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geht von einem Tagesbedarf von 310 Milligramm bei einer schwangeren Frau aus.

In der Stillzeit werden 390 Milligramm empfohlen. Zum Vergleich: Bei einer 25- bis 51-jährigen Frau liegt der Bedarf außerhalb einer Schwangerschaft bei 300 Milligramm.1

Ähnlich wie Eisen kann Magnesium nicht im Körper hergestellt werden und gilt daher als essenzieller Nährstoff. Wir sind also darauf angewiesen, Magnesium durch die Nahrung aufzunehmen. Studien zeigen, dass die meisten Menschen in Deutschland mit Magnesium gut versorgt sind. Nichtsdestotrotz kann es in der Schwangerschaft zu einem Engpass kommen.

Magnesiummangel in der Schwangerschaft

Ein Mangel an Magnesium macht sich häufig durch Wadenkrämpfe bemerkbar. Außerdem bringen Fachärzte die Schwangerschaftsübelkeit und Bluthochdruck mit einem unausgeglichenen Magnesiumhaushalt in Verbindung. In der Schwangerschaft kann ein Magnesiummangel sogar zu vorzeitigen Wehen führen.

Weitere Symptome eines Magnesiummangels:

  • Ruhelosigkeit
  • Nervosität
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsmangel
  • Müdigkeit
  • allgemeines Schwächegefühl
  • Kopfschmerzen
  • Herzrhythmusstörungen

Restless Legs in der Schwangerschaft: Magnesiumpräparate helfen

Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft ganz besonders unter dem sogenannten Restless Legs Syndrom (zu Deutsch: ruhelose Beine). Dabei verspüren die Frauen ein unangenehmes Kribbeln und Zucken in den Beinen. Die Beschwerden treten vorrangig nachts auf. Da schwangere Frauen vorwiegend im letzten Schwangerschaftsdrittel unter Schlafstörungen leiden, ist das Restless Legs Syndrom eine weitere Belastung. Eine gezielte Zufuhr von Magnesium kann dies mindern. Viele schwangere Frauen, die Magnesiumpräparate einnehmen, schlafen besser und fühlen sich am Morgen erholter.

Magnesium als Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist Magnesium eines der häufigsten Nahrungsergänzungsmittel. Bevor schwangere Frauen sich dafür entscheiden, sollten Sie jedoch einen ärztlichen Rat einholen. Denn gerade wenn mehrere Präparate kombiniert werden, ist die richtige Einnahme von Bedeutung.

So sollten Magnesium- und Eisentabletten in einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden, damit sich die Aufnahme im Körper nicht gegenseitig behindert.

Zudem kann Magnesium die Wehentätigkeit beeinflussen: Ein Mangel führt unter Umständen zu verfrühten Wehen, eine Überversorgung kann diese hingegen hemmen.

Natürliche Lieferanten für mehr Magnesium in der Schwangerschaft

Über eine ausgewogene Ernährung können Sie sich gut mit Magnesium versorgen. Allerdings hemmt eine fett- und eiweißreiche Ernährung die Verwertung im Körper, sodass unter Umständen nur Teile des zugeführten Magnesiums in den Zellen ankommen. Es kann daher sinnvoll sein, etwas mehr Magnesium zu sich zu nehmen, um sicherzustellen, dass der Körper ausreichend versorgt ist.

Aber Achtung: Eine Überversorgung kann wiederum auch negative Auswirkungen wie Durchfall und Kopfschmerzen mit sich bringen. Bei einer Magnesium-Aufnahme allein über die Nahrung ist das allerdings sehr selten. Sie wird eher durch eine Überdosis an Nahrungsergänzungsmitteln herbeigeführt.

Zu den wichtigsten Magnesium-Quellen gehören:

  • Haferflocken, Leinsamen, Weizenkleie
  • Nüsse, Mandeln, Sonnenblumenkerne
  • Kakao, beispielsweise in dunkler Schokolade
  • getrocknete Bohnen und Erbsen
  • Vollkornprodukte
  • Himbeeren, Ananas und Bananen
  • Sojaprodukte, beispielsweise Tofu
  • Kokosnuss
  • Meeresfrüchte
Tipp: Eine der wichtigsten Magnesium-Quellen ist übrigens Mineralwasser. Da schwangere Frauen sowieso auf einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt achten sollten, schlagen sie damit zwei Fliegen mit einer Klappe.

 



2 https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/