Eisen: Wichtig in der Schwangerschaft

Eisenmangel ist ein typisches Frauenproblem, weil diese durch die Menstruation Eisen verlieren. Schwangere gelten ganz besonders als Risikogruppe, denn der Bedarf ist doppelt so hoch. Ein Eisenmangel in der Schwangerschaft kann zu Frühgeburten und zur Unterentwicklung des Babys führen.

Schwangere bei der Einnahme von Eisenpräparaten: erhöhter Eisenbedarf in der Schwangerschaft

Eisen ist ein Mineral, das in unserem Körper wichtige Funktionen erfüllt: Es hilft den roten Blutkörperchen, Sauerstoff zu binden und die Zellen im ganzen Körper damit zu versorgen. Damit unsere Sauerstoffversorgung gesichert ist, benötigen Frauen etwa 15 Milligramm Eisen pro Tag, Männer lediglich 10 Milligramm.

In der Schwangerschaft liegt der empfohlene Richtwert sogar bei 30 Milligramm. Der Eisenbedarf verdoppelt sich durch das Wachstum des Kindes, der Gebärmutter und der Plazenta. In der Stillzeit benötigt eine Frau immer noch 20 Milligramm pro Tag, um das Baby ausreichend mitzuversorgen.

Fehlt dem Körper Eisen, reagiert er mit verschiedenen Symptomen:

  • Müdigkeit
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Herzrasen
  • fahler Haut
  • Haarausfall

Folgen von Eisenmangel in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft wirkt sich ein Mangel an Eisen besonders ungünstig aus. So treten Früh- und Fehlgeburten häufiger auf. Das Baby wächst langsamer und hat oftmals ein niedrigeres Geburtsgewicht. Auch in den ersten Jahren haben Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft unter Eisenmangel litten, ein anfälligeres Immunsystem oder zeigen teilweise Lernstörungen.

Ursachen für Eisenmangel

Frauen leiden auch außerhalb einer Schwangerschaft bereits verstärkt unter Eisenmangel. Häufig entsteht dieser durch einen starken Blutverlust, wie er beispielsweise bei der natürlichen Regelblutung auftritt. Ursachen für Blutungen durch Zysten, Tumore, Magen-Darm-Erkrankungen oder Operationen kommen mitunter hinzu.

Der zweite wichtige Faktor ist die Ernährung: Häufig ist die natürliche Zufuhr von Eisen durch die Auswahl an Lebensmitteln bereits vermindert. Die Hauptquelle für Eisen ist rotes Fleisch. Werdende Mütter, die sich vorwiegend vegetarisch ernähren oder wenig Fleisch essen, müssen gezielt andere eisenhaltige Lebensmittel auf den Speiseplan setzen.

Lebensmittel, die viel Eisen spenden:

  • Fleisch vom Rind oder Schwein
  • Leberwurst
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und weiße Bohnen
  • Kohl
  • Tofu
  • Rote Beete
  • Brokkoli
  • Hafer- und Hirseflocken
  • Weizenkleie
  • Aprikosen
  • Rotes Obst wie Johannisbeeren oder Erdbeeren
  • Traubensaft
  • Mandeln und Haselnüsse

Wichtig: Eisen richtig kombinieren

Erschwerend kommt hinzu, dass die Aufnahme von Eisen im Körper durch bestimmte Lebensmittel gehemmt wird. Kaffee, Tee, Alkohol und Milch beispielsweise sind Eisenräuber.

Vitamin C hingegen unterstützt die Aufnahme von Eisen. Wenn Sie eisenhaltige Lebensmittel essen, trinken Sie dazu beispielsweise ein Glas Orangensaft. Oder essen Sie eine halbe Paprika zu einem Vollkornbrot.

Eisenbedarf in der Schwangerschaft

Im Laufe der Schwangerschaft wird der Eisenspeicher des Körpers immer weiter aufgebraucht. Als Folge sinkt der sogenannte Hämoglobin-Wert (Hb-Wert). Hämoglobin ist der Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen. Dieser Wert wird bei den Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt regelmäßig überprüft. Als normal gelten folgende Hb-Werte:

  • 1. Trimester > 11 g/dl (Gramm pro Deziliter)
  • 2. Trimester > 10,5 g/dl
  • 3. Trimester > 11 g/dl
  • Wochenbett > 10 g/dl

Eisen als Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft

Fallen die Laborergebnisse unter diese Schwellenwerte, empfiehlt der Arzt in der Regel ein Eisen-Präparat. Optimal ist, das Eisen morgens auf nüchternen Magen einzunehmen. Um die Aufnahme im Körper zu begünstigen, ist es ratsam, eine halbe bis eine Stunde danach nichts zu essen oder zu trinken – abgesehen von einem Getränk mit Vitamin C. Eisen bringt bei manchen Frauen unangenehme Nebenwirkungen mit sich. Dazu gehören

In diesem Fall kann der Arzt mitunter ein anderes Präparat verschreiben beziehungsweise die Dosierung anpassen.