Gesunde Lebensweise bei Kinderwunsch

Ist eine Schwangerschaft geplant, entscheiden sich viele Paare dazu, ihren Lebenswandel etwas bewusster zu gestalten. Denn die Fruchtbarkeit wird von vielen verschiedenen Faktoren bestimmt, darunter auch die psychische und körperliche Gesundheit beider Partner. Außerdem soll das Ungeborene im Fall einer Schwangerschaft optimale Voraussetzungen für die Entwicklung haben. Eine gesunde Lebensweise ist bei Kinderwunsch besonders wichtig.
Paar führt eine aktive Lebensweise aufgrund eines Kinderwunsches

Rauchen aufgeben: sinnvoll bei Kinderwunsch

Dass Rauchen während der Schwangerschaft schadet, ist allgemein bekannt. Aber Nikotinkonsum setzt auch die Fruchtbarkeit herab. Einer dänischen Studie zufolge schadet Rauchen Frauen sogar mehr als Männern. Allerdings weisen männliche Raucher ebenfalls Beeinträchtigungen ihrer Zeugungsfähigkeit auf. So wurde in Studien nachgewiesen, dass das Erbgut in den Spermien von Rauchern geschädigt ist. Auch die Erfolgsquote einer künstlichen Befruchtung ist um etwa 50 Prozent geringer, wenn der Mann raucht.

Darum ist zentrales Element einer gesunden Lebensweise bei Kinderwunsch, dass möglichst beide Partner das Rauchen aufgeben. Wer sich das im Alleingang nicht zutraut, könnte das Vorhaben mit psychologischer Begleitung angehen. Unterstützende Methoden wie Akupunktur zeigen ebenfalls gute Ergebnisse.

Gewicht optimieren

Frauen können durch zu starkes Über- oder Untergewicht zumindest vorübergehend unfruchtbar werden.
Übergewicht beispielsweise hat mitunter einen erhöhten Androgenwert zur Folge. Androgene sind männliche Hormone, die auch im weiblichen Körper natürlicherweise vorkommen.

Ein zu hoher Wert wirkt sich jedoch negativ auf die Eireifung aus. Da diese Hormone in Fettzellen gebildet werden, sind vor allem stark übergewichtige Frauen davon betroffen. Im Zuge einer gesunden Lebensweise bei Kinderwunsch wäre in diesem Fall eine Gewichtsreduktion gemeinsam mit dem Arzt zu besprechen – sie kann den Weg zu einer Schwangerschaft ebnen.

Auch starkes Untergewicht führt zu Zyklusstörungen. Bei sehr schlanken Frauen bleibt die Regelblutung manchmal über Monate hinweg aus. Manche Crash-Diäten lassen den Körper auf eine Art „Notbetrieb“ umschalten. Als Reaktion setzt der Körper die Fruchtbarkeit aus. Die empfohlene Lebensweise bei Kinderwunsch beinhaltet daher auch eine gesunde Gewichtsentwicklung. Wer unter Essstörungen leidet, sollte sich spätestens jetzt ärztliche oder therapeutische Hilfe suchen.

Stress reduzieren

Stress wird in der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft stark unterschätzt. Zwar gibt es positiven und negativen Stress, eine mentale Belastung kann die Fortpflanzungsfähigkeit jedoch stark beeinträchtigen. Frauen,

  • die wenig schlafen,
  • häufig nervös sind oder
  • unter Ängsten leiden,

werden nicht so schnell schwanger. Denn der Körper wünscht sich für die Schwangerschaft Ruhe und Gelassenheit. Das gilt übrigens auch für Männer. Psychischer Druck kann die Zeugungsfähigkeit herabsetzen.

Wer seine Lebensweise dem Kinderwunsch anpassen möchte, sollte gezielt Pausen machen. In den USA liegt es sogar im Trend, für die Zeugung in den Urlaub zu fahren. Wenn ein Urlaub nicht möglich ist, sind regelmäßige und bewusste Pausen ein guter Anfang. Gönnen Sie sich einen Yoga-Kurs, ausgedehnte Spaziergänge oder autogenes Training. Hauptsache Entspannung!

Schwermetalle meiden

In manchen Berufen hat man verstärkt Kontakt mit Schwermetallen wie Cadmium, Quecksilber oder Blei. Wer diesen Schwermetallen häufig ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Unfruchtbarkeitsrisiko. Diese Werte können beim Arzt getestet werden.

Das Liebesleben auskosten

Zu guter Letzt tritt eine Schwangerschaft natürlich nur ein, wenn das Liebesleben funktioniert. Aktiver und lustvoller Sex erhöht die Fruchtbarkeit und ist damit das zentrale Element einer optimalen Lebensweise bei Kinderwunsch. Der Geschlechtsverkehr sollte daher möglichst nicht zum reinen Fortpflanzungsakt verkümmern. Wer im Schnitt alle drei Tage Sex hat, erwischt automatisch die fruchtbaren Tage der Frau.

Bis heute konnte nicht nachgewiesen werden, dass eine bestimmte Stellung die Empfängnis verbessert. Wichtig ist, dass die Samenzellen möglichst nahe an den Muttermund herankommen. Bei einem gesunden Paar sollte dies jedoch in allen Stellungen gut möglich sein.

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1 http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/atemwegskrankheiten/article/908428/studie-raucherinnen-vermindern-lebenserwartung-bevoelkerung.html?sh=13&h=831820962
2 http://www.spiegel.de/gesundheit/sex/kinderwunsch-was-maenner-fuer-gesunde-spermien-tun-koennen-a-865850.html