Die Frühschwangerschaft: das 1. Trimester

Im 1. Trimester werden die Weichen gestellt. Obwohl man die Schwangerschaft noch nicht von außen sehen kann, passiert einiges: Der Embryo nistet sich in der Gebärmutter ein und der Körper der Frau stellt sich bereits um.

Frau mit Bauch in der Frühschwangerschaft

Die Schwangerschaft beginnt rein rechnerisch schon am ersten Tag der letzten Periode. Ärzte zählen 40 Wochen beziehungsweise zehn Monate zu je vier Wochen. Eine Schwangerschaft dauert darum aus medizinischer Sicht nicht neun Monate, sondern etwas länger.

Von den ersten zwei Schwangerschaftswochen (SSW) bekommt die werdende Mutter jedoch nichts mit, denn zu diesem Zeitpunkt hat die Zeugung noch gar nicht stattgefunden. Erst wenn das Ei während des Eisprungs befruchtet wurde, liegt tatsächlich eine Schwangerschaft vor. Die Frau befindet sich dann schon in der 2. Schwangerschaftswoche.

Schwangerschaft: 1. Drittel – Startschuss ins Leben

Die ersten Anzeichen wie Erschöpfung setzen bereits sehr früh ein. Auch das Einnisten des Eis in der Gebärmutter nehmen manche Frauen als Ziehen im Unterleib wahr. Erste Gewissheit entsteht ab der 4. Schwangerschaftswoche, wenn die Monatsblutung ausbleibt.

Darauf folgen meist ein Schwangerschaftstest aus der Apotheke und ein Besuch beim Frauenarzt. Auf dem Ultraschall wird überprüft, ob in der Gebärmutter Fruchthöhle und Dottersack zu sehen sind. Beide sind sichere Anzeichen für eine Schwangerschaft. Einen Herzschlag erkennt man zu diesem frühen Stadium des 1. Trimesters eher selten.

Außerdem nimmt der Arzt Blut ab, um einige Tests durchzuführen, die beim nächsten Besuch im Mutterpass notiert werden. Die Feststellung der Blutgruppe gehört beispielsweise dazu.

Die Vorsorge im 1. Trimester der Schwangerschaft

Nun heißt es erst einmal: Abwarten und Folsäure einnehmen. Optimal ist es, das B-Vitamin bereits bei Kinderwunsch, also vor Entstehen der Schwangerschaft, einzunehmen. Denn gerade in den ersten vier Schwangerschaftswochen ist Folsäure sehr wichtig, insbesondere für die Bildung des Neuralrohrs. Spätestens bei Feststellung der Schwangerschaft wird es höchste Zeit, um einem Mangel vorzubeugen.

Zwischen der 8. bis 9. SSW findet dann die erste Vorsorgeuntersuchung statt. Zum Routineablauf gehören

  • eine Urinprobe,
  • die Messung des Blutdrucks,
  • ein Bluttest und
  • das Abtasten der Gebärmutter.

Im Umfang der gesetzlichen Krankenkassen sind außerdem drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen.

Hebamme schon im 1. Drittel der Schwangerschaft suchen

Hebammen sind mittlerweile stark ausgebucht. Es ist deshalb ratsam, sich so früh wie möglich auf die Suche nach einer Hebamme zu machen. Sogenannte Beleghebammen kommen sogar mit ins Krankenhaus und betreuen die Geburt von Anfang an. Allerdings sind die Haftpflichtversicherungen so teuer geworden, dass die meisten freiberuflichen Hebammen diesen Service nicht mehr anbieten können. Die wenigen Beleghebammen, die dies noch tun, sind heiß begehrt.

Tipp: Scheuen Sie sich nicht, schon in der 4. oder 5. Schwangerschaftswoche Kontakt zu einer Hebamme aufzunehmen.

Abgesehen davon unterstützen Hebammen werdende Eltern mit Rat und Tat vor und nach der Geburt und führen auf Wunsch die Vorsorgeuntersuchungen (abgesehen vom Ultraschall) durch.

Der Vorteil: Die Hebamme kommt nach Hause und Sie haben keine Wartezeiten.

Komplikationen in der Frühschwangerschaft

In den ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist das Risiko einer Fehlgeburt noch sehr hoch: 80 Prozent aller Fehlgeburten finden im 1. Trimester statt. Der häufigste Grund sind Fehlbildungen, das bedeutet, dass der Körper bereits frühzeitig erkennt, dass der Embryo sich nicht gut entwickeln würde und darum eigenständig die Schwangerschaft abbricht. Es handelt sich also meist um einen Schutzmechanismus der Natur.

Weitere Faktoren für eine Fehlgeburt sind beispielsweise Infektionen oder Stress. Viele Fehlgeburten finden so früh statt, dass Frauen noch gar nichts von der Schwangerschaft wussten und die Fehlgeburt als normale Blutung wahrnehmen.

Zahlen und Fakten: Im Falle von nicht wahrgenommenen Schwangerschaften und einhergehenden Fehlgeburten geht man von einer Rate von bis zu 50 Prozent aus. Ab der 6. bis 8. SSW sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf etwa 18 Prozent. Nach der 17. SSW liegt es nur noch bei 2 bis 3 Prozent.1

Die Entwicklung des Babys im 1. Trimester

Der weibliche Körper beginnt schon sehr schnell, sich auf die Schwangerschaft einzustellen. In erster Linie verändert sich der Hormonhaushalt. Das macht sich in typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Müdigkeit und Morgenübelkeit bemerkbar. Das Baby bekommt davon wenig mit. Es ist im Fruchtwasser gut aufgehoben und wächst mit jedem Tag.

Wissenswert: Ab der 10. SSW ist das Herz mit seinen vier Kammern ausgebildet. Am Ende des 1. Trimesters ist der Fötus etwa sieben Zentimeter groß und wiegt 20 Gramm. Er hat Kopf, Arme, Beine, Bauch, Hände und Füße. Alle wichtigen Organe sind bereits angelegt.

Zwar schläft das Baby in dieser Zeit sehr viel, es kann jedoch auch schon saugen, schlucken, gähnen und natürlich schwimmen. Mit sehr viel Glück kann man erste Prognosen zum Geschlecht machen, denn auch die Sexualorgane sind bereits entwickelt. Meistens kann die Frage „Mädchen oder Junge?“ jedoch erst im 2. Trimester eindeutig geklärt werden.

 



1http://www.kinderwunsch-uni-bonn.de/Haeufigkeit-von-Fehlgeburten.16984.0.html