Der perfekte Babyname

Jedes Kind braucht einen Namen. Aber welchen? Schließlich begleitet der Babyname den Nachwuchs das ganze Leben. In Deutschland müssen außerdem amtliche Vorgaben beachtet werden. Eine kleine Hilfestellung auf dem Weg zum perfekten Babynamen.

Vater sucht mit Baby auf dem Arm nach dem perfekten Babynamen

Balderich, Lobgott, Dietlinde oder Norbertine – in Vornamenslisten gibt es einige Kuriositäten. Bei den ersten Schritten auf dem Weg zum Babynamen lesen sich werdende Eltern noch gerne gegenseitig verrückte Vornamen vor. Irgendwann wird es jedoch ernst, denn das eigene Kind braucht schließlich einen Namen. Und dann kann die Namensfindung ganz schön knifflig werden.

Welche Babynamen sind in Deutschland erlaubt?

Hollywood-Stars und Amerikaner im Allgemeinen haben es leichter als deutsche Eltern. Sie dürfen ihrem Kind ganz frei einen Namen geben. In Deutschland redet das Standesamt ein Wörtchen mit. Folgende Vorgaben sind bei der Namenswahl zu beachten:

  • Zugelassen sind nur Vornamen, die „ihrem Wesen nach ein Vorname sind.“ Dabei liegt die Entscheidung beim jeweiligen Standesamt. Eltern können jedoch versuchen, vor Gericht ihren Wunschnamen durchzusetzen.
  • Vornamen müssen das Geschlecht eines Kindes erkennen lassen. Bei neutralen Vornamen muss ein zweiter Vorname hinzugefügt werden, der das Geschlecht eindeutig erkennen lässt – so zumindest die alte Regel, die aber allmählich ins Wanken gerät.
  • Sind zwei Vornamen mit einem Bindestrich verbunden, gelten sie als ein Name.

Generell sollte bei der Namenswahl das Wohl des Kindes im Fokus stehen. Dennoch: Die Standesbeamten werden bei der Genehmigung „ungewöhnlicher“ Namen immer großzügiger und internationaler.

Beliebteste Babynamen im Jahr 2016

In der Kürze liegt die Würze! Ein Spruch, der sich auch bei der Wahl der Babyvornamen 2016 gut anwenden lässt – viele Mädchen und Jungen bekamen einen relativ kurzen Namen. Davon einmal abgesehen, mögen es deutsche Eltern weiterhin eher traditionell. Zwei Trends, die sich auch in der Liste der beliebtesten Babynamen für Jungen und Mädchen für 2016 widerspiegeln (zu finden auf FOCUS Online). Dabei lagen folgende Namen auf den ersten Plätzen:

Babynamen Mädchen:

  • Marie
  • Sophie/Sofie/Sophia/Sofia
  • Maria
  • Emma
  • Emilia

Babynamen Jungen:

  • Elias
  • Alexander
  • Maximilian
  • Paul
  • Leon

Wem partout kein Vorname einfällt, kann sich übrigens von einer Schweizer Agentur einen individuellen Babynamen kreieren lassen. Die Kosten dafür liegen bei rund 28.000 Euro. Wer so tief in die Tasche greift, sollte allerdings vorab prüfen, ob der Name auch vom zuständigen Standesamt akzeptiert wird.

Kuriose Namen: Neben den klassischen Vornamen gibt es auch immer wieder kuriose Anfragen: Während sich manche Eltern über bestätigte Babynamen wie Pumuckl, Tarzan, Sheriff oder auch Fanta freuen durften, mussten sich andere Eltern wohl etwas Neues einfallen lassen. Nicht bestätigt wurden zum Beispiel Pfefferminza, Störenfried, Blitz, Waldmeister, Köln oder auch Popo.

Tipps für die Namensfindung

Paare, die bereits wissen, welches Geschlecht ihr Kind hat, haben es etwas einfacher. Immerhin wissen sie, ob sie einen Babynamen für ein Mädchen oder einen Jungen suchen. Wer sich bei der Geburt überraschen lassen möchte, muss sich gleich zweimal einigen. Auf dem Weg zum perfekten Babynamen hilft es, ein paar grundsätzliche Fragen zu klären:

  • Länge: Soll es ein langer oder ein kurzer Babyname sein? Wenn der Nachname bereits lang ist, bietet sich ein kurzer Vorname eher an. Ist ein zweiter oder sogar dritter Vorname gewünscht? Wenn ja, ergibt sich hier vielleicht zusätzlicher Verhandlungsspielraum im Hinblick auf die Familie.
  • Sprache: Selbst wenn beide Paare aus demselben Kulturkreis kommen, kann ein internationaler Name vorteilhaft sein. Beispielsweise wenn klar ist, dass die Familie zukünftig auch in anderen Ländern leben möchte.
  • Klang: Beginnt der Nachname mit einem Vokal, klingt es meist schöner, wenn der Vorname auf einen Konsonanten endet. Beispiel: „Paul Albrecht“ im Gegensatz zu „Paula Albrecht“. Achtung auch bei Vornamen, die sich auf den Nachnamen reimen. Solche Kombinationen bieten später viel Anlass für Späße und Hänseleien.
  • Kreativitätsfaktor: Ist es wichtig, dass der Name leicht verständlich ist? Dann sind ungewöhnliche Vornamen nicht die beste Wahl, denn sie müssen ein Leben lang buchstabiert werden. Wer auf beliebte Babynamen setzt, wird sich jedoch auf viele Namenszwillinge einstellen müssen.
  • Bedeutung: Viele Namen haben eine bestimmte Bedeutung. Gibt es Dinge, die Ihnen besonders wichtig sind im Leben? Vielleicht lässt sich davon ein passender Babyname ableiten.

Keine Einigung beim Babynamen

Ein Name, von dem ein Elternteil schon seit Jahren träumt, entpuppt sich bei dem anderen vielleicht als traumatische Erinnerung an einen schrecklichen Klassenkameraden. Oder vielleicht sind die Eltern aus verschiedenen Kulturkreisen.

Dann kommen noch sprachliche Hürden hinzu, denn die Familien beider Eltern sollten den Babynamen problemlos schreiben und leicht aussprechen können. Hier bietet es sich an, einen Namen zu nehmen, der in beiden Sprachen bekannt ist. Zum Beispiel sind Klassiker wie Mia, Andrea, Christian und Michael im deutschen wie im englischen Sprachraum kein Problem.

Tipp: Eine gute Lösung sind außerdem Namen, die in jeder der beiden Sprachen als eigenständige Version existieren: Alexander und Aléxandros beispielsweise, falls es sich um ein deutsch-griechisches Elternpaar handelt.

Beeinflussen Familientraditionen den Babynamen?

Auch Familientraditionen können die Entscheidung für einen Namen erschweren. Vielleicht führt die Familie der Mutter seit Generationen ein Unternehmen und es ist üblich, allen Jungen den Namen des Gründers zu geben. Die Familie des Vaters hingegen benennt die Kinder aber grundsätzlich nach den Großeltern.

Das Familienstammbuch kann auch eine gute Inspirationsquelle sein. Viele traditionelle Namen wie Greta, Charlotte, Paul oder Ludwig sind heute wieder modern.

In solchen Fällen ist das Wichtigste, dass sich die werdenden Eltern einig sind. Der Babyname – egal ob für Jungen oder Mädchen – muss in erster Linie ihnen gefallen. Was das Umfeld davon hält, ist zunächst zweitrangig. Ein Kompromiss kann sein, dem Baby einen zweiten oder dritten Vornamen zu geben, der die Familientraditionen berücksichtigt.

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