Fluorid in der Schwangerschaft

Fluorid wirkt sich sehr positiv auf die Zahngesundheit aus. Trotzdem ist die Einnahme von Fluor-Tabletten in der Schwangerschaft umstritten. Der Grund ist eine mögliche Überdosis, die jedoch unwahrscheinlich ist.

Zahnpflege ist wichtig für Schwangere: Fluorid stärkt die Zähne

Der menschliche Körper enthält im Durchschnitt rund zwei bis fünf Prozent Fluorid. Der überwiegende Teil davon, nämlich 95 Prozent, sind in den Zähnen und Knochen eingelagert. Das Spurenelement sorgt für deren Stabilität und Härte. Außerdem schützt es den Zahnschmelz vor den im Speichel enthaltenen Säuren und reduziert das Wachstum säurebildender Bakterien im Mund. In der Schwangerschaft sollte die werdende Mutter deswegen gut mit Fluorid versorgt sein.

Fluorid oder Fluor – was ist der Unterschied?

Fluor ist ein chemisches Element, genauer gesagt ein Gas. Es verbindet sich relativ schnell mit anderen Elementen – die Verbindungen nennen sich Fluoride. Beispielsweise entsteht Natrium-Fluorid aus Fluor und Natrium. Besonders in der Zahngesundheit spielen Fluoride eine wichtige Rolle, zum Beispiel zur Prophylaxe (Vorsorge) vor Karies.

Gesunde Zähne in der Schwangerschaft – dank Fluorid

In der Schwangerschaft treten bei vielen Frauen Zahnprobleme auf. Abgesehen von Zahnfleischbluten ist auch der Zahnschmelz bei einer schwangeren Frau anfälliger für Karies. Das liegt zum einen am veränderten Hormonhaushalt: Der erhöhte Östrogenspiegel sorgt in der Schwangerschaft dafür, dass der Säuregehalt des Speichels steigt – in der Folge wird der Zahnschmelz stärker angegriffen. Zum anderen entstehen Zahnprobleme bevorzugt in der Schwangerschaft, da ein erhöhter Nährstoffbedarf an wichtigen Mineralstoffen wie Calcium besteht. Wird dieser nicht gedeckt, geht das zu Lasten der Zähne.

Eine sorgfältige Zahnpflege ist daher ratsam, denn Fluorid stärkt die Zähne und mindert Karies. Häufig wird empfohlen, Zahnpasten zu verwenden, in denen Fluor zugesetzt ist. Bis zu 40 Prozent aller Kariesfälle sollen auf diese Weise verhindert werden können.

Ein Mangel an Fluorid hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die werdende Mutter, auch Säuglinge benötigen das Spurenelement. So kann es bei nicht ausreichender Zufuhr in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr zur Verzögerungen des Wachstums kommen.

Wie viel Fluorid brauchen Frauen in der Schwangerschaft?

Um Karies vorzubeugen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) eine tägliche Zufuhr von 0,05 mg Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine erwachsene Frau mit einer durchschnittlichen Statur sind das etwa drei bis vier Milligramm. Diese Regel betrifft nicht nur Schwangere, sondern auch Stillende. Tatsächlich liegt die tägliche Aufnahme von Fluorid bei einem erwachsenen Deutschen jedoch gerade einmal bei 0,4 bis 0,5 mg.

Denn der Fluoridgehalt ist in unseren Lebensmitteln und im Wasser eher gering. 2 mg Fluorid sind zum Beispiel enthalten in:

  • 1,5 kg Butter
  • 2 kg schwarzer Tee
  • 6,5 kg Fisch
  • 10 kg Obst und Gemüse
  • 20 kg Brot

Selbst fluoridreiche Lebensmittel wie Ölsardinen kommen nur auf 0,2 bis 0,4 mg Fluorid pro 100 g.

In vielen Ländern wird das Trinkwasser grundsätzlich mit Fluorid angereichert. In Deutschland ist dies nicht der Fall. Allerdings ist fluoridiertes Speisesalz zugelassen. Bei einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von zwei Gramm Salz kommt man damit auf eine Fluoridzufuhr von 0,5 mg.

Um den Fluorid-Wert in der Schwangerschaft zu halten, wird in erster Linie eine ausgewogene Ernährung empfohlen. Die Einnahme von Fluoridtabletten sollte stets mit dem Frauenarzt besprochen werden.

Wann ist Fluorid gefährlich?

Viele schwangere Frauen sorgen zusätzlich vor, denn auch in Tablettenform kann Fluorid eingenommen werden. Die Tabletten werden jedoch oft kritisch betrachtet. Das liegt aber eher daran, dass eine Überdosierung problematisch sein kann: Ein Risiko besteht dann, wenn über einen längeren Zeitraum mehr als 5 mg Fluorid pro Tag eingenommen werden.

Die Folge einer Überdosierung ist zum einen ästhetischer Art: Es bilden sich weiße Flecken auf den Zähnen. Bei einer sogenannten Fluorose entstehen außerdem braune Verfärbungen und sogar Löcher in den Zähnen. Bei deutlich höheren Dosen kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Schilddrüsenstörungen und Krämpfen kommen. Zum anderen wird Fluorid immer wieder mit Krebs und Chromosomenveränderungen in Zusammenhang gebracht. Dies liegt daran, dass Fluorid in hohen Dosen Zellen schädigen kann.

Bedenkt man jedoch, wie gering der Fluoridgehalt in Lebensmitteln ist, scheint eine Überdosierung mit dem Spurenelement kaum möglich.