Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Geburt

Gerade erstgebärende Frauen stellen sich viele Fragen rund um die Geburt. Ängste sind dabei an der Tagesordnung. Die passende Geburtsvorbereitung hilft, dem anstehenden Ereignis gelassener entgegenzublicken.

Schwangere Frau bei der Lektüre von Ratgebern zur Schwangerschaft und Geburt

Selbst wenn die Freude auf den Familienzuwachs überwiegt, so haben viele schwangere Frauen bei dem Gedanken an die Geburt doch ein Gefühl der Unsicherheit. Bei Erstgebärenden hat dies viel damit zu tun, dass sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Die Sorge, ob das Kind die Geburt gesund übersteht, trägt zur Anspannung bei.

Erzählungen von schwierigen und langen Geburten von Freunden und Familie erhöhen den Druck und die Anspannung. Dabei weiß man heute, dass sich Ängste ungünstig auf den Geburtsverlauf auswirken. Bei der Vorbereitung auf die Geburt können Sie sich jedoch damit gezielt auseinandersetzen.

Angst behindert die Geburt

Zwar ist Angst zunächst ein sinnvolles Gefühl, weil sie ein natürlicher Schutzmechanismus ist und uns prinzipiell von Gefahren fernhält. Während der Geburt ist es jedoch wichtig, möglichst entspannt zu bleiben, damit die Muskeln der Gebärmutter optimal zusammenarbeiten können. Angst lähmt und behindert diesen natürlichen Vorgang. Schmerzen werden dadurch verstärkt.

In der Geburtsvorbereitung geht es daher auch darum, Ängste abzubauen. Der Geburtsansatz des Hypnobirthing beispielsweise, konzentriert sich auf Methoden der Eigenhypnose, welche die Frauen während der Geburt anwenden können.

Aber auch in klassischen Geburtsvorbereitungskursen stehen Entspannungs– und Massagetechniken auf dem Programm. Aufklärung und Information rund um die natürlichen Geburtsvorgänge sollen das Vertrauen in den eigenen Körper zusätzlich stärken.

Geburtsvorbereitung: alleine oder in der Gruppe?

Es gibt viele Arten, sich auf die Geburt vorzubereiten. Das Angebot an entsprechenden Kursen ist groß, denn mittlerweile sind verschiedene Methoden entwickelt worden. Ansätze wie beispielsweise die des französischen Geburtshelfers Dr. Fernand Lamaze oder der englischen Geburtsvorbereiterin Jane Balaskas setzen vor allem auf

  • Atemtechniken,
  • Bewegung
  • und Körperhaltung.

Auch die sogenannte Zilgrei beruht auf diesen Methoden. Wer sich lieber alleine auf die Geburt vorbereiten möchte, kann dies mit Büchern und CDs tun.

Beckenbodentraining und Damm-Massage zur Geburtsvorbereitung

Auch körperlich können Frauen einiges tun, um sich auf die Geburt vorzubereiten. Zum einen ist es wichtig, den Beckenboden zu stärken. Gemeint ist damit die Muskulatur, die Vagina, Anus und Harnröhre umschließt. Ihre wichtigste Funktion besteht darin, Blase und Darm zu kontrollieren und die inneren Organe zu halten.

Tipp: Mit der Dammmassage sollten Sie etwa sechs Wochen vor der Entbindung beginnen, das Beckenbodentraining fängt am besten so früh wie möglich an.

Während Schwangerschaft und Geburt wird die Beckenbodenmuskulatur jedoch stark beansprucht. Dadurch kann nach der Geburt eine Harninkontinenz auftreten. Im Zuge der Geburtsvorbereitung ist es daher sinnvoll, diesen Bereich regelmäßig zu trainieren.

Dazu reicht es im Grunde aus, die Muskeln gezielt anzuspannen und wieder zu entspannen. Die Übung kann im Sitzen wie im Stehen ausgeführt werden.

Der Damm ist das Gewebe zwischen Scheide und After. Dieser Bereich ist von Natur aus sehr dehnbar. Während der Geburt kann es dennoch zu einem sogenannten Dammriss kommen. Um die Geburt des Kindes zu vereinfachen, wird unter Umständen ein kontrollierter Dammschnitt vorgenommen.

Mit einer gezielten Massage kann der Damm auf die besonders starke Dehnung während der Geburt vorbereitet werden. Dafür massieren Sie den Damm täglich einige Minuten mit einer kreisenden Bewegung. Am besten verwenden Sie dazu ein wenig Öl (beispielsweise Olivenöl).

Auch von innen kann die Elastizität des Gewebes erhöht werden. Dafür entweder den Daumen oder den Zeigefinger in die Scheide einführen und vorsichtig Richtung After drücken.

Dampfbäder, für die Sie eine Schüssel mit heißem Wasser in die Toilette stellen, oder das Auflegen von einem durchgezogenen, warmen Teebeutel, fördern zudem die Durchblutung.