Der weibliche Zyklus

Mit der ersten Periode setzt bei einem Mädchen die Fruchtbarkeit ein. Läuft alles nach Plan, kommt es fortan einmal im Monat zu einer Regelblutung. Der weibliche Zyklus verläuft dabei in Phasen. Ein gutes Verständnis für die Abläufe im Körper der Frau erleichtert die Familienplanung.

Mit der ersten Periode setzt bei Mädchen die Fruchtbarkeit ein - einmal im Monat kommt es zur Regelblutung. Der weibliche Zyklus verläuft in Phasen.

Normalerweise bekommen Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren erstmalig ihre Periode und sind damit geschlechtsreif. Der erste Tag der Regelblutung gilt als der Beginn eines Zyklus. Entsprechend endet er an dem Tag vor der nächsten Menstruation.

Die Länge des Zyklus der Frau kann sehr unterschiedlich sein: Bei manchen dauert er lediglich 21, bei anderen bis zu 35 Tage. Im Durchschnitt tritt die Menstruation alle 28 Tage auf und dauert drei bis sieben Tage. In dieser Zeit verliert eine Frau etwa 50 bis 100 Milliliter Blut.

Rund um das 50. Lebensjahr einer Frau wird die Periode unregelmäßig und bleibt irgendwann ganz aus. Die Frau befindet sich dann in der sogenannten Menopause, einer Phase der Wechseljahre.

Weiblicher Zyklus: Phasen

Der weibliche Zyklus ist grundsätzlich in vier Phasen unterteilt:

  • Proliferationsphase
  • Ovulationsphase
  • Lutealphase
  • Menstruation

In diesem Verlauf wird der Körper zunächst auf eine Schwangerschaft vorbereitet und befruchtungsfähig. Dafür wird eine Eizelle in den Eierstock transportiert und Gebärmutterschleimhaut aufgebaut.

Findet keine Befruchtung der Eizelle statt, beendet der Körper den Zyklus der Frau, und der Körper baut die Gebärmutterschleimhaut wieder ab. Der weibliche Zyklus beginnt von vorne.

Proliferationsphase: Die erste Phase im weiblichen Zyklus

Der Zyklus beginnt mit der sogenannten Proliferationsphase. Zu Beginn dieser Phase baut der Körper Gewebe auf, das in Form eines Schleimpfropfs den Gebärmutterhals (Zervix) verschließt. Damit soll vermieden werden, dass Bakterien aus der Scheide in die Gebärmutter eindringen können. Im Eierstock gebildete Östrogene – weibliche Hormone – sorgen dann dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut neu gebildet wird.

Falls eine Befruchtung stattfindet, ist dies wichtig, damit sich das Ei später gut in der Gebärmutter einnisten kann.

Was ist der Eisprung?

Gleichzeitig regt der Botenstoff FSH (Follikelstimulierendes Hormon) die Reifung einer neuen Eizelle an. Dafür wächst ein Eibläschen, auch Follikel genannt, in den Eierstöcken heran, das mit Wasser gefüllt ist und eine Eizelle enthält. In den folgenden Tagen steigt die Flüssigkeitsmenge im Follikel stetig an. Dann nehmen auch die Östrogene zu und sorgen dafür, dass sich der Zervixschleim verflüssigt. Damit wird er für Spermien durchlässig. Dieser Vorgang ist wichtig, denn bliebe der Gebärmutterhals verschlossen, könnten die Spermien die Eizelle nicht befruchten.

Hinzu kommt noch ein weiterer Stoff, das luteinisierende Hormon (LH). Es bewirkt, dass der mittlerweile prall gefüllte Follikel platzt und die Eizelle in den Eileiter freisetzt – der sogenannte Eisprung beziehungsweise die Ovulation findet statt. Die Eizelle wandert dann über den Eileiter in Richtung Gebärmutter.

Die Ovulationsphase in der Mitte des weiblichen Zyklus‘

Darstellung des weiblichen Zyklus der GebärmutterDer Eisprung findet meist in der Mitte des Zyklus der Frau statt, und zwar 10 bis 14 Tage vor der nächsten Regelblutung. Bei einem verlängerten Zyklus von beispielsweise 30 Tagen verschiebt er sich ein wenig nach hinten und liegt zwischen dem 16. bis 20. Tag des Zyklus. Nach dem Eisprung ist die Eizelle nur recht kurz befruchtungsfähig: Das Zeitfenster beträgt 12 bis 24 Stunden. Damit die Spermien die Eizelle erreichen, öffnet sich in dieser Phase der Muttermund leicht.

Die Lutealphase: Entwicklung des Gelbkörpers

Aus dem Überbleibsel des Follikels, der einst die Eizelle enthielt, entwickelt sich ein sogenannter Gelbkörper, der wiederum das Hormon Progesteron produziert. Dieses Hormon ist während einer einsetzenden Schwangerschaft von hoher Bedeutung. Unter anderem bewirkt es, dass vorerst keine weiteren Eizellen reifen.
Allerdings gibt es im letzten Drittel des weiblichen Zyklus zwei Szenarien:

  • Die Eizelle wird befruchtet oder nicht. Hat eine Befruchtung stattgefunden, bleibt der Progesteronspiegel erhalten. Die befruchtete Eizelle wandert in die Gebärmutter und nistet sich dort ein.
  • Ist die Eizelle nicht befruchtet worden, muss der Körper die weiblichen Geschlechtsorgane auf einen neuen Zyklus vorbereiten: Innerhalb der nächsten zehn Tage bildet sich der Gelbkörper zurück und es wird kein weiteres Progesteron produziert.

Einsetzen der Menstruation

Auch die oberen Schleimhautschichten in der Gebärmutter werden wieder abgebaut und abgestoßen. Die nächste Menstruation setzt ein. Dabei scheidet der Körper über die Regelblutung nicht nur Blut, sondern auch Sekrete und die Schleimhautreste aus. Danach kann der weibliche Zyklus wieder von vorne beginnen.

Signale für die verschiedenen weiblichen Zyklusphasen

Für die natürliche Familienplanung sind die fruchtbaren Tage besonders wichtig. Denn nur, wenn zu diesem Zeitpunkt Geschlechtsverkehr stattfindet, kann eine Schwangerschaft eintreten. Um die einzelnen Phasen zu bestimmen, beobachten Sie folgende Kriterien:

  • Körpertemperatur
  • Zervixschleim
  • Beschaffenheit des Muttermundes

Anhand der Körpertemperatur und der Veränderung des Zervixschleims kann eine Frau ihre fruchtbaren Tage recht gut selbst bestimmen. Die Beschaffenheit des Muttermundes wird eher vom Frauenarzt beurteilt.

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