Stillzeit: Rauchen, Alkohol & Co.

Nach 40 Wochen Babybauch freuen sich viele frischgebackene Mütter wieder auf mehr Freiheiten. Allerdings sollten Frauen in der Stillzeit auf Rauchen oder Alkohol weiterhin verzichten. Denn über die Muttermilch erreichen die Gifte auch das Baby.

Mutter stillt ihr Neugeborenes: Während der Stillzeit besser auf Rauchen und Alkohol verzichten

Wie gefährlich ist Rauchen beim Stillen?

Nikotin schadet der geistigen wie körperlichen Entwicklung bereits in der Schwangerschaft. Das gilt auch während der Stillzeit. Die in Zigaretten enthaltenen Giftstoffe sind in nicht unwesentlicher Konzentration in der Muttermilch enthalten. Der Nikotinwert ist in der Muttermilch sogar dreimal so hoch wie im Blut der Mutter.1

Auch andere, teilweise krebserregende Schadstoffe wie Dioxine, Benzpyrene, Nitrosamine und Schwermetalle gehen in die Muttermilch über. Mütter, die in der Stillzeit rauchen, riskieren eine gestörte Versorgung des Kindes und unter Umständen sogar eine Nikotinabhängigkeit.

Weitere Symptome, die bei Babys durch das Rauchen in der Stillzeit verursacht werden können:

  • Atemwegserkrankungen wie Husten, Erkältungen oder Krupphusten
  • geringes Saugvermögen
  • Koliken
  • Erbrechen
  • Unruhe
  • eine verminderte Gewichtszunahme

Tipps für Raucherinnen

Die beste Option besteht darin, das Rauchen einzustellen. Wenn dies nicht gelingt, sollte die Anzahl der Zigaretten pro Tag deutlich reduziert werden. Rauchen Sie, wenn unbedingt nötig, kurz nach dem Stillen, sodass die Zeitspanne bis zum nächsten Stillen möglichst lang ist. Auf diese Art kann der Nikotinwert in der Muttermilch spürbar herabgesetzt werden. In der Nähe von Säuglingen sollte grundsätzlich nicht geraucht werden.

Alkohol in der Stillzeit besser meiden

Nach der neunmonatigen Abstinenz freuen sich viele Frauen auf ein Glas Wein oder Sekt, auch deshalb, weil ihnen einige positive Effekte nachgesagt werden: Alkohol soll wehenfördernd wirken und die Milchproduktion ankurbeln. Nichts davon ist jedoch nachgewiesen.

Alkohol stellt wie in der Schwangerschaft auch für einen Säugling ein Risiko dar und kann die Entwicklung beeinträchtigen. Ein täglicher Alkoholkonsum kann die Milchbildung sogar hemmen und auch kleine Alkoholmengen beeinflussen den Such-, Saug- und Schluckreflex des Kindes. Der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe raten daher dazu, in der Stillzeit auf Alkohol zu verzichten.

Vorsichtsmaßnahmen bei geringem Alkoholkonsum

Wer trotzdem zu besonderen Anlässen ein kleines Glas Wein oder Bier trinken möchte, tut dies am besten direkt nach dem Stillen. Bereits nach 30 Minuten erreicht der Alkoholgehalt im Blut und in der Muttermilch seinen Höhepunkt. In den Stunden darauf wird der Alkohol im Körper abgebaut. Je länger die Zeitspanne zwischen dem Alkoholkonsum und dem Stillen, desto weniger Alkohol ist in der Muttermilch enthalten.

Eine weitere Lösung kann sein, bereits von Vornherein Muttermilch abzupumpen. Muttermilch ist bei maximal 4 °C etwa drei bis fünf Tage im Kühlschrank haltbar, tiefgekühlt (bei -19 °C) kann man Muttermilch sogar sechs Monate aufbewahren.

Übrigens: Eltern, die Alkohol konsumiert haben, sollten ihr Baby nicht bei sich im Bett schlafen lassen. Denn das Reaktionsvermögen ist durch den Alkohol herabgesetzt, sodass auf die körperlichen Signale des Babys nicht angemessen oder rechtzeitig reagiert werden kann. Im schlimmsten Fall wachen die Eltern nicht auf, wenn sie das Baby im Schlaf versehentlich einklemmen.

Medikamente in der Stillzeit

Auch in der Stillzeit sollten Medikamente nur mit großer Vorsicht eingenommen werden. Die Wirkstoffe gehen genauso wie Schadstoffe in die Muttermilch über. Auch verschreibungsfreie Medikamente aus der Apotheke und homöopathische Mittel wie Kräutertees sollten nur nach ärztlicher Absprache verwendet werden. Als Schmerzmittel der Wahl (beispielsweise bei Kopf- oder Zahnschmerzen) gilt wie in der Schwangerschaft Paracetamol.

Röntgenuntersuchungen wirken sich nicht auf die Muttermilch aus, solange kein jodhaltiges Kontrastmittel verwendet wird.

 



1http://www.schwanger.bayern.de/schwanger/geburt/stillen_alk.php