Behördengänge während und nach der Schwangerschaft

Rund um die Geburt eines Kindes stehen einige organisatorische Dinge an. Dazu gehören auch Anmeldungen und Behördengänge. Einiges davon kann man bereits in der Schwangerschaft erledigen.

Bei einer Schwangeren stehen Behördengänge an.

Auch wenn es noch so winzig klein ist – ein Neugeborenes ist ein Bürger. Und für einen Bürger gibt es in Deutschland einige Rechte und Pflichten:

Man muss gemeldet sein, braucht eine Geburtsurkunde und kann staatliche Leistungen beziehen. Das alles leiten die Eltern in den ersten Tagen nach der Geburt in die Wege.

Gang zum Standesamt: Geburtsurkunde beantragen

Jede Geburt muss beim Standesamt angezeigt werden. Die Eltern haben dafür sieben Tage nach der Entbindung Zeit. Das Standesamt stellt die Geburtsurkunde aus und einige Kopien davon für weitere Behördengänge nach der Geburt.

Für die Meldung braucht man eine Geburtsbescheinigung der Geburtsklinik und den Personalausweis des Elternteils, der vorspricht. Bei nicht verheirateten Eltern benötigt man zusätzlich die Geburtsurkunde der Mutter und die Vaterschaftserklärung (sofern vorhanden).

Vaterschaft und Sorgerecht erklären

Bei Ehepaaren ist der Ehemann automatisch der Vater des Kindes. Bei unverheirateten Eltern muss die Vaterschaft beim Jugendamt erklärt werden.

Dieser Behördengang kann auch schon während der Schwangerschaft erfolgen. Zeitgleich wird das Sorgerecht geregelt. Unverheiratete Väter haben zunächst kein Sorgerecht, dies liegt allein bei der Mutter. Durch eine gemeinsame Erklärung erhält auch der Vater das Sorgerecht.

Für die Vaterschaftserklärung benötigt man die Personalausweise und Geburtsurkunden beider Eltern. Erfolgt die Erklärung nach der Geburt, benötigt man zusätzlich die Geburtsurkunde des Kindes.

Anmeldung beim Einwohnermeldeamt

Das Kind muss so bald wie möglich als Einwohner beim zuständigen Einwohnermeldeamt angemeldet werden. In vielen Fällen erfolgt dies automatisch durch das Standesamt oder die Geburtsklinik.

Am besten informiert man sich telefonisch, um sich einen Behördengang nach der Geburt zu sparen.

Tipp: Eltern, die bald nach der Geburt mit ihrem Nachwuchs verreisen wollen, können gleichzeitig einen Kinderpass beantragen.

Krankenkasse und Arbeitgeber informieren

Sobald die Geburtsurkunde vorliegt, sollte die Geburt der Krankenversicherung der Mutter gemeldet werden. Dafür erhalten Sie vom Standesamt eine gesonderte Kopie. Die Information ist nötig, da viele Frauen ein Anrecht auf Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse haben.

Wissenswert: Privat-Versicherte erhalten unter gewissen Voraussetzungen Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt. Der Antrag sollte dann dort erfolgen.

Angestellte müssen außerdem ihren Arbeitgeber über die Geburt informieren, da die Mutter innerhalb der Mutterschutzfristen nicht beschäftigt werden darf. Darüber hinaus leistet der Arbeitgeber in vielen Fällen Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld.

Gleichzeitig sollte das Kind bei einer Krankenversicherung angemeldet werden. Das kann die Krankenkasse der Mutter oder des Vaters sein. Bei gesetzlich versicherten Eltern ist das Kind kostenlos familienversichert.

Diese Meldung kann bereits in der Schwangerschaft vorbereitet werden, sodass nach der Geburt nur noch die Geburtsurkunde eingeschickt werden muss – eine Behördengang ist nicht notwendig.

Gelder beantragen

Für Familien gibt es eine Reihe an staatlichen Leistungen, die Sie ebenfalls so früh wie möglich beantragen sollten. So haben alle Eltern einen Anspruch auf Kindergeld. Das beträgt mindestens 190 Euro pro Monat.

Zuständig ist die Familienkasse. Der Antrag ist jedoch schriftlich einzureichen, ein Behördengang ist nicht nötig.

Tipp für Alleinerziehende: Unterhalt

Alleinerziehende, die Anspruch auf Unterhalt für sich oder ihr Kind haben, diesen aber gar nicht oder nur unregelmäßig vom anderen Elternteil erhalten, können beim Jugendamt einen Unterhaltsvorschuss beantragen. Dies ist auch bei ungeklärter Vaterschaft möglich, ein Unterhaltsurteil ist dafür nicht nötig.

Eltern, die im ersten Jahr zugunsten der Kinderbetreuung beruflich kürzertreten möchten, können Elterngeld beantragen. Dies erfolgt ebenfalls schriftlich. Zuständig sind die Elterngeldstellen der Gemeinden und Landkreise.

Angestellte dürfen nicht vergessen, gleichzeitig Elternzeit bei ihrem Arbeitgeber zu beantragen. Der Antrag muss spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit vorliegen. Wer direkt nach der Geburt pausieren möchte, muss den Arbeitgeber schon vor der Entbindung darüber informieren.

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